Abdruck auf einer Schafweide am Neuen Weg (Altenbruch): Im Schlamm ist das Trittsiegel eines Wolfs zu erkennen. Foto: Koppe
Abdruck auf einer Schafweide am Neuen Weg (Altenbruch): Im Schlamm ist das Trittsiegel eines Wolfs zu erkennen. Foto: Koppe
Natur und Umwelt

Fotofallen zeigen Wolfsbewegungen in Cuxhaven: Neue Erkenntnisse werden erwartet

von Kai Koppe | 23.01.2025

Mit Fotofallen und Jägern auf Spurensuche: Cuxhaven startet ein Wolfsmonitoring-Projekt, das nicht nur Spannendes über die Wolfspopulation verspricht, sondern auch die Frage nach dem Umgang mit dem Beutegreifer neu beleuchtet.

Kein Geheimnis ist, dass der Wolf längst auch Bereiche durchstreift, die innerhalb der Cuxhavener Stadtgrenzen liegen. Nutztierrisse in Arensch, Lüdingworth oder im Raum Altenbruch zeigten, dass der Beutegreifer keineswegs nur eine theoretische Bedrohung für das auf den Weiden stehende Vieh darstellt. Im städtischen Umweltausschuss war der Wolf deshalb erneut Thema: Die Stadtverwaltung informierte über den geplanten Beitritt zum Wolfsmonitoring-Projekt.

Am kommenden Montag wollen Stadt, Landesbehörden und der Landkreis einen entsprechenden Vertrag mit den Jägerschaften unterzeichnen. Es geht dabei darum, belastbare Daten über die lokale Wolfspopulation zu gewinnen; im Ergebnis soll sich daraus der unter der Überschrift "Wolfsmanagement" stehende künftige Umgang mit den Tieren ableiten. Die gezielte Entnahme (was nichts anderes heißt als der Abschuss) im Konfliktfall wird mit Rücksicht auf Interessen der Landwirtschaft und des Deichschutzes konkret angesprochen, dennoch gehen die Unterzeichner des Papiers von einer grundsätzlichen Vereinbarkeit des Wildtieres Wolf und der heimischen Kulturlandschaft aus. Was das angeht, ist in der Präambel der Kooperationsvereinbarung, explizit von der "Akzeptanz des Wolfes als heimisches Wildtier im Landkreis" die Rede.

"Eine belastbare Datenbasis schaffen"

Beim ersten Schritt (nämlich dem Monitoring-Verfahren) geht es nach den Worten von Cuxhavens Umweltdezernent Andreas Eickmann in erster Linie um Empirik: "Man möchte eine belastbare Datenbasis schaffen", sagte Eickmann und sprach in diesem Zusammenhang von der Möglichkeit der exakten geografischen Zuordnung, die bei Amateur-Aufnahmen nicht immer gegeben sein mag, aber dann vorliegt, wenn ein Wolf von den im Rahmen des Monitoring-Verfahrens zu installierenden Wildtierkameras erfasst wird. Die Stadt wird die Ausbringung dieser Fotofallen in Absprache mit der Jägerschaft koordinieren, für Verbrauchsmaterial wie Akkus oder Batterien aufkommen, sich letztlich aber auch mit den Ergebnissen beschäftigen. "Das Spannende wird sein, wenn wir nach sechs oder auch nach zwölf Monaten tatsächlich in die Auswertung gehen", sagte der Dezernent, dem die Umweltausschuss-Mitglieder am vergangenen Mittwoch bereits das Versprechen abnahmen, dass die Verwaltung in regelmäßigen Abständen über den Verlauf des Wolfsmonitorings berichtet, das sich im städtischen Bereich in erster Linie auf das Herrschaftliche Moor, die Cuxhavener Küstenheiden, Wehldorf und den Wernerwald erstreckt.

Fotofallen sind aber nicht alles

Gefragt sind allerdings auch die Waidmänner (und -frauen): Laut Vereinbarung sind sie aufgerufen, in den Revieren die Augen aufzuhalten und alles zu dokumentieren, was auf die Präsenz eines Rudels oder von Einzeltieren hindeutet. Wichtige Indizien sind dabei nicht nur Wolfsfährten, sondern auch die Exkremente (in der Fachsprache: die Losung), Letztere soll fotografiert und mit den entsprechenden GPS-Daten versehen in eine Datenbank eingepflegt werden.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Nachrichten-Newsletter

Hier können Sie sich für unseren CNV-Newsletter mit den aktuellen und wichtigsten Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven anmelden.

Die wichtigsten Meldungen aktuell


Bild von Kai Koppe
Kai Koppe

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

kkoppe@no-spamcuxonline.de

Lesen Sie auch...
Tourismus vor der Haustür

"Sterne schnuppern": Cuxhavener sind Gäste in ihrer eigenen Stadt

von Wiebke Kramp

Sie entdecken die Schätze ihrer Heimatstadt: Beim "Sterne schnuppern" bieten Cuxhavens Hotels den Einheimischen die einmalige Gelegenheit, als Gäste die eigene Stadt zu erleben. Eine exklusive Auszeit, die begeistert.

Klares Bekenntnis

OB-Wahl im Herbst: Cuxhavener SPD-Vorstand empfiehlt Kandidatur Santjers

von Kai Koppe

Oberbürgermeister Uwe Santjer soll seine Arbeit fortführen und sich ein weiteres Mal für das Amt an der Rathausspitze bewerben. Dafür plädiert der Vorstand des SPD-Ortsvereins. Santjer selbst unterstreicht seine Bereitschaft, weiterzumachen.

Von Cuxhaven in die Welt

Ein Cuxhavener ganz vorn: Make-up-Artist Torsten Witte gewinnt Europäischen Filmpreis

von Maren Reese-Winne

Sein größter Fan sitzt in Cuxhaven und ihr widmete Torsten Witte auch den Europäischen Filmpreis, den er an diesem Sonnabend gewonnen hat. In der Liga der Make-up- und Hair-Artists spielt er seit Jahren international ganz weit vorn mit.  

Kollision auf Kreuzung

Unfall in Cuxhaven: Autofahrerin und Sohn (7) leicht verletzt

von Redaktion

Eine Kollision an einer Kreuzung in Cuxhaven sorgte für zwei Verletzte, darunter ein Kind, und erhebliche Sachschäden. Ein Autofahrer missachtete das Rotlicht und kollidierte mit einem weiteren Wagen.