Der Bestand der Kegelrobben im Wattenmeer wächst weiter. Die aktuellen Zählungen zeigen auch einen neuen Höchststand bei den Jungtieren. Foto: Lars Penning/dpa
Der Bestand der Kegelrobben im Wattenmeer wächst weiter. Die aktuellen Zählungen zeigen auch einen neuen Höchststand bei den Jungtieren. Foto: Lars Penning/dpa
Neue Zählung

Kegelrobben im Wattenmeer: Bestand wächst weiter - Rekordzahl bei Jungtieren

von Redaktion | 05.07.2026

Der Bestand der Kegelrobben im Wattenmeer wächst weiter. Nach Medieninformationen des Gemeinsamen Wattenmeersekretariats wurden bei den aktuellen Zählungen mehr als 12.400 Tiere und so viele Jungtiere wie nie zuvor erfasst.

Nach Informationen des Gemeinsamen Wattenmeersekretariats setzt sich das Wachstum der Kegelrobbenpopulation im Wattenmeer und auf Helgoland fort. Während der Erhebungen 2025/2026 wurden insgesamt 12.497 Kegelrobben sowie 3385 Jungtiere gezählt. Die Zahlen stammen aus dem aktuellen Bericht "Grey Seal Surveys of the Wadden Sea and Helgoland 2025-2026", der im Rahmen der trilateralen Zusammenarbeit zum Schutz des Wattenmeers veröffentlicht wurde.

Nachwuchs erreicht neuen Höchststand

Wie aus den Medieninformationen des Gemeinsamen Wattenmeersekretariats hervorgeht, stieg die Zahl der Jungtiere gegenüber dem Vorjahr um elf Prozent. Damit setzt sich der langfristige Aufwärtstrend fort: In den vergangenen fünf Jahren nahm die Zahl der Jungtiere im Durchschnitt um zwölf Prozent pro Jahr zu. Die meisten Jungtiere wurden erneut im niederländischen Wattenmeer (1731) gezählt, gefolgt von Helgoland (1077) und Niedersachsen (575), wo ein deutlicher Anstieg verzeichnet wurde. Im schleswig-holsteinischen und dänischen Wattenmeer wurde während der Haupterfassungszeit jeweils nur ein Jungtier registriert. Weitere spätere Sichtungen zeigen jedoch, dass auch dort Nachwuchs zur Welt kommt.

Schleswig-Holstein verzeichnet stärksten Zuwachs

Auch der Gesamtbestand legte laut den Medieninformationen des Gemeinsamen Wattenmeersekretariats weiter zu. Während des Fellwechsels 2026 wurden 12.497 Tiere gezählt - ein Plus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die größte Population lebt mit 8981 Tieren weiterhin im niederländischen Teil des Wattenmeers. Besonders deutlich fiel der Anstieg in Schleswig-Holstein aus: Dort wuchs der Bestand innerhalb eines Jahres von 499 auf 957 Kegelrobben nahezu auf das Doppelte. In Dänemark nahm die Zahl leicht auf 348 Tiere zu, während auf Helgoland (989) und in Niedersachsen (1222) geringere Bestände als im Vorjahr registriert wurden. Solche jährlichen Schwankungen können laut den Medieninformationen des Gemeinsamen Wattenmeersekretariats unter anderem durch Wetterbedingungen oder Störungen beeinflusst werden, weshalb langfristige Entwicklungen aussagekräftiger sind.

Kegelrobben breiten sich weiter nach Osten aus

Die trilaterale Expertengruppe für Meeressäuger sieht in den Ergebnissen eine Bestätigung dafür, dass sich die Kegelrobbenpopulation im Wattenmeer weiter nach Osten ausbreitet. Nach den Medieninformationen des Gemeinsamen Wattenmeersekretariats werden Jungtiere häufig in benachbarten Ländern geboren. Der spätere Geburtszeitpunkt im östlichen Wattenmeer deutet darauf hin, dass sich die dortigen Kolonien noch im Aufbau befinden.

Grenzüberschreitende Population in der Nordsee

Die Kegelrobben des Wattenmeers gehören zu einer gemeinsamen Population der Nordsee. Jessica Schop von Wageningen Marine Research, Hauptautorin des Berichts, weist laut den Medieninformationen des Gemeinsamen Wattenmeersekretariats darauf hin, dass sich die Tiere weiträumig zwischen den Kolonien bewegen. Deshalb würden die jährlichen Zählungen nicht nur ortsansässige Kegelrobben, sondern auch Tiere aus benachbarten Regionen erfassen. Dies verdeutliche die Bedeutung einer grenzüberschreitenden Beobachtung der Population.

Kegelrobben gelten als größte Raubtiere an der Wattenmeerküste und zählen zu den charakteristischen Arten der Region. Ihre Bestände werden jährlich im Rahmen der Zusammenarbeit von Dänemark, Deutschland und den Niederlanden erfasst, so die Medieninformationen des Gemeinsamen Wattenmeersekretariats.

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