Kreis Stade: Schweinswal tot in der Elbe entdeckt - Warnung an Spaziergänger
Ein toter Schweinswal sorgt im Kreis Stade für Aufsehen: In Grünendeich wurde das Tier an der Elbe entdeckt und von der Feuerwehr geborgen. Die Einsatzkräfte warnen Passanten ausdrücklich davor, den Kadaver zu berühren.
Am Sonnabend (28. März 2026) wurde die Ortsfeuerwehr Grünendeich zu einer Überprüfung alarmiert: Es war ein toter Schweinswal am Pio-Platz gemeldet worden. Das teilt die Feuerwehr Grünendeich via Facebook und Instagram mit.
Die Feuerwehrleute bargen den Schweinswal aus der Elbe. Bis zur fachgerechten Entsorgung bleibt der Wal an der Einsatzstelle. Die Feuerwehr Grünendeich bittet Passanten: "Bitte fassen Sie den Wal nicht an."
Schweinswale auf der Suche nach Stint
Schweinswale leben normalerweise in der Nordsee und im Wattenmeer. Auch in der Ostsee bilden sie eine kleine Population. Im Frühjahr dringen sie regelmäßig in die Flüsse Elbe, Ems und Weser vor, um dort einen ihrer Beutefische, den Stint, zu jagen.
Im Jahr 2024 wurden besonders viele Schweinswale in der Elbe gesichtet - auch im Alten Land. Meeresökologen vermuteten damals, dass das erhöhte Stintvorkommen in der Unterelbe ein Grund für die steigende Zahl von Schweinswalen sein könnte - die Tiere folgen der Nahrung.
Der bis zu 1,80 Meter lange Schweinswal benötigt täglich etwa zehn Prozent seines Eigengewichts an Fisch. Das entspricht bis zu 500 kleineren Beutefischen.
Schweinswale stark gefährdet
Mehrere tote Schweinswale waren im April/Mai 2024 in Stade und im Alten Land entdeckt worden, darunter viele empfindliche Jungtiere. Warum die Tiere in Lühesand, Bassenfleth, Stadersand und Abbenfleth gestorben waren, blieb ungeklärt.

In Deutschland steht der Schweinswal als "stark gefährdet" auf der Roten Liste. Laut Deutscher Wildtierstiftung sind die Tiere hauptsächlich durch Ersticken in Stellnetzen (Beifang) sowie durch Unterwasserlärm und schleichende Vergiftung bedroht.
700-Kilo-Wal in Cuxhaven angespült
Im November 2025 wurde in Cuxhaven der Kadaver eines 700 Kilo schweren Zwergwals entdeckt. Das verweste Tier trieb im Hafenbecken, als es entdeckt wurde. Es wurde mit einem Kran aus dem Wasser gehoben und von einem spezialisierten Entsorgungsunternehmen abtransportiert.
Rettungsaktion für Buckelwal
Am 23. März 2026 war ein Buckelwal auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand bei Lübeck entdeckt worden. Eine umfangreiche Rettungsaktion startete, und in der Nacht zu Freitag befreite sich der Buckelwal dann selbst durch eine per Bagger ausgegrabene Rinne. Am Sonnabend war der Wal dann allerdings wieder gestrandet - und zwar in der Wismarbucht.
Auch am Montagmorgen ist die Lage unverändert. Der an der Ostseeküste bei Wismar gestrandete Buckelwal hat sich nicht befreien können. Aber er lebt - noch. Am Sonntag hatte das Deutsche Meeresmuseum davon gesprochen, dass der Wal sehr geschwächt und die Atemfrequenz reduziert sei. (set/mit dpa/bv)