Christoph Frauenpreiß aus Cuxhaven und Daniel Schneider aus Otterndorf streben an, für die CDU beziehungsweise die SPD in den Bundestag nach Berlin einzuziehen. Fotos: Hansen/Schneider
Christoph Frauenpreiß aus Cuxhaven und Daniel Schneider aus Otterndorf streben an, für die CDU beziehungsweise die SPD in den Bundestag nach Berlin einzuziehen. Fotos: Hansen/Schneider
Niedersachsens Landeslisten

Kandidaten und Listen für Bundestagswahl: Wird der Landkreis Cuxhaven leer ausgehen?

16.01.2025

In wenigen Wochen wird in Deutschland gewählt. Wird der Landkreis Cuxhaven im nächsten Bundestag vertreten sein? Nun wurden die Landeslisten der Parteien aufgestellt - und die zeigen eine deutliche Tendenz.

Ist der Landkreis Cuxhaven im nächsten Bundestag mit einer Abgeordneten oder einem Abgeordneten vertreten? Die Parteien haben für Niedersachsen ihre Listen aufgestellt. Aber: Kein Kandidat hat angesichts der Verkleinerung des Bundestags und der Wahlprognosen einen Platz ergattert, der für ein Bundestagsmandat aussichtsreich ist.

Letzte Entscheidungen bei SPD und AfD

Die letzten Entscheidungen bei der SPD und AfD sind gefallen. Daniel Schneider, der amtierende Bundestagsabgeordnete im Wahlkreis Cuxhaven - Stade II, wurde auf Platz 17 der SPD-Landesliste nominiert. Im Wahlkreis Cuxhaven - Stade II deutet alles auf einen wahrscheinlichen Sieg der CDU hin.

Für die AfD kandidiert Sebastian Sieg aus Drochtersen im Wahlkreis Cuxhaven - Stade II, er erreichte Platz 19 auf der Landesliste. Laut aktuellen Umfragen liegt die AfD in Niedersachsen hinter der CDU und SPD auf Platz drei.

Reform: So wirkt die Verkleinerung des Bundestags

Ob der Platz ausreicht, entscheidet das Zweitstimmen-Ergebnis der AfD in Niedersachsen. Ausschließlich die Zweitstimmen bestimmen nach der Wahlrechtsreform, wie viele Mandate einer Partei zustehen. Zuerst kommen die Wahlkreisbewerber bei der Vergabe der Mandate dran, die ihren Wahlkreis gewonnen haben. Ist damit das Kontingent, das der Partei nach ihrem Zweitstimmen-Ergebnis zusteht, nicht erschöpft, kommen die Listen-Kandidaten zum Zuge. Es könnte auch passieren, dass die Wahlkreissieger alle Mandate besetzen und die Liste dann nicht mehr berücksichtigt wird.

Nicht jeder Wahlsieger bekommt ein Mandat

Die Verkleinerung des Bundestags auf 630 Sitze ändert bei dieser Wahl einiges. Es kann nämlich auch passieren, dass es verwaiste Wahlkreise ohne Abgeordnete gibt oder ein Verlierer der Erststimmenwahl über die Liste in den Bundestag einzieht und der Gewinner nicht nach Berlin geht.

Das sind die Gründe: Es gibt nach der Reform keine Überhang- und Ausgleichsmandate mehr. Die sorgten bisher immer dann für eine Vergrößerung des Bundestages, wenn Parteien über Direktmandate der Erststimmen mehr Sitze im Bundestag gewannen, als ihnen nach den Zweitstimmen zustanden.

So werden siegreiche Direktkandidaten zu Verlierern

Sollte eine Partei mehr Wahlkreise über die Erststimmen gewinnen, als ihr Mandate über Zweitstimmen in einem Bundesland zustehen, ziehen die Direktwahlsieger mit dem schwächsten Stimmenanteil-Ergebnis nach der Wahlrechtsreform nicht in den Bundestag ein. Das nennt sich Zweitstimmendeckungsverfahren und ist vom Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil zum Wahlergebnis akzeptiert worden. Das Verfahren sorgt dafür, dass jeder Abgeordnete des Bundestages durch die Zweitstimmen für seine Partei legitimiert ist.

Parteien im Überblick

Die CDU hat für den Wahlkreis Cuxhaven - Stade II Christoph Frauenpreiß nominiert, der auf Platz 20 der Landesliste steht. Für die Grünen kandidiert Christopher Jesse auf dem 14. Platz, während Günter Wichert bei der FDP auf Platz 13 gelistet ist. Zudem tritt Hilke Hochheiden für die Linke an. Sie hat es nicht auf die Landesliste ihrer Partei geschafft.

Von Karsten Wisser

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