2,7-Millionen-Projekt beginnt: Cadenberger Bahnhof wird modernisiert
Nach Jahren des Wartens beginnt in Cadenberge ein neues Kapitel für den Bahnhof: Am Montag (23. März) starteten die Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten offiziell. Der Auftakt wurde mit einem symbolischen ersten Spatenstich begangen.
Normalerweise wird bei einem ersten Spatenstich eine mit Bauplänen, Münzen und Zeitungen gefüllte Zeitkapsel im Boden versenkt, während Bürgermeister, Investoren und Planer den Baustart würdigen, symbolisch Erde ausheben und Medienvertreter den Moment festhalten. In Cadenberge läuft es etwas anders: "Wir fangen mit einem Abriss an", sagte Frank Thielebeule, Gemeindedirektor von Cadenberge und Samtgemeindebürgermeister, beim Projektstart, dem Vertreter des Gemeinderats, der Verwaltung und der beteiligten Firmen und Institutionen beiwohnten.
Der rechte Gebäudeteil des Bahnhofs (von der Gleisseite betrachtet) wird komplett entfernt. Durch den Hausschwammbefall erwies sich eine Sanierung als wirtschaftlich nicht vertretbar. Die Wasseranschlüsse aus dem Keller des Abbruchteils wurden bereits in den zu erhaltenden Gebäudeteil verlegt.

Nach Abschluss des Abbruchs starten die eigentlichen Sanierungsarbeiten. Das Bahnhofsgebäude soll umfangreich und energetisch saniert, barrierefrei gestaltet und mit erneuerbaren Energien ausgestattet werden. Im Obergeschoss des Hauptgebäudes sind zwei Wohnungen vorgesehen, die zur Vermietung angeboten werden sollen. Im mittleren Gebäudeteil wird eine Multifunktionsfläche eingerichtet, die für Veranstaltungen und Zusammenkünfte zur Verfügung steht.
Auf der linken Gebäudeseite soll ein neuer Anbau entstehen, der sich optisch vom Altbau abhebt und (mitsamt Außenfläche) für gastronomische Zwecke genutzt werden kann. Die Fahrradabstellanlage wechselt die Seite und kommt auf die Fläche des dann abgerissenen Gebäudeteils.
Für Wolfgang Heß das letzte Großprojekt als Bürgermeister
Cadenberges Bürgermeister Wolfgang Heß war die Freude über den nun endlich startenden Umbau deutlich anzusehen. Für ihn ist es nach eigenen Angaben das letzte Großprojekt als Bürgermeister - bei der Kommunalwahl im September tritt er nicht wieder an. Heß erinnerte an die lange Historie des Bahnhofsprojekts. Schon vor vielen Jahren gab es Überlegungen im Gemeinderat, den Bahnhof zu kaufen und aufzuwerten. Dass es zuletzt so hakte, habe nicht an der Gemeinde gelegen, betonte er. Verschiedene Baugutachten sowie Abstimmungen mit der Deutschen Bahn hätten den Zeitplan verzögert.
Claus Johannßen, der in Vertretung von Landrat Thorsten Krüger sprach, lobte das Projekt der Gemeinde Cadenberge und zeigte sich überzeugt, dass der Bahnverkehr angesichts steigender Energiepreise künftig eine größere Rolle spielen werde. Meike Klockgether von der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft, die den Umbau des Bahnhofs betreut, sagte: "Das wird ein richtig cooles Projekt."
Die Kosten für die Abriss- und Sanierungsmaßnahmen werden auf etwa 2,7 Millionen Euro geschätzt. Durch mögliche Förderungen könnte sich der Eigenanteil der Gemeinde auf rund 800.000 Euro reduzieren.
