Der Bahnhof in Cadenberge gehört schon seit vier Jahren der Gemeinde. Mit einer Sanierung und einem Umbau soll das Gebäude zur Visitenkarte des Ortes werden. Der Beginn der Bau- und Abrissarbeiten steht kurz bevor. Foto: Mangels
Der Bahnhof in Cadenberge gehört schon seit vier Jahren der Gemeinde. Mit einer Sanierung und einem Umbau soll das Gebäude zur Visitenkarte des Ortes werden. Der Beginn der Bau- und Abrissarbeiten steht kurz bevor. Foto: Mangels
Neustart für den Rotklinker-Riesen

Bauarbeiten am Bahnhof Cadenberge beginnen - Startschuss nach jahrelanger Planung

von Christian Mangels | 16.03.2026

Bald rollen am Bahnhof Cadenberge nicht nur Züge vorbei, sondern auch Baugeräte an. Das markante Backsteingebäude wird saniert und soll künftig wieder als Visitenkarte des Ortes dienen. Was geplant ist und wann es losgehen soll.

Der erste Eindruck zählt - und der soll in Cadenberge bald wieder stimmen. Der Bahnhof, lange Zeit ein "Schmuddelkind" der Gemeinde, wird jetzt umfassend saniert. Die Bau- und Abrissarbeiten starten am Montag, 23. März. Das gab Frank Thielebeule, Samtgemeindebürgermeister und Gemeindedirektor der Gemeinde Cadenberge, in der jüngsten Sitzung des Bau-, Umwelt- und Wegeausschusses bekannt.

Die komplexen Planungen waren zeitintensiv, diverse Gutachten mussten erstellt und Gespräche mit der DB Netz geführt werden - mit ein Grund für die Verzögerungen. Die Gemeinde habe allein bei der Bahn acht verschiedene Ansprechpartner gehabt, erläuterte Frank Thielebeule die Vielschichtigkeit des Austauschs. "Einen Bahnhof zu renovieren, ist eben etwas anderes als die Sanierung eines Einfamilienhauses", so Thielebeule.

Der Backsteinbahnhof von Cadenberge bekommt eine zweite Chance. Nach Jahren der Planung beginnt nun die Sanierung des markanten Gebäudeensembles. Foto: Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft

Aber nun sind alle Fragen geklärt, die Bauarbeiten am Bahnhof können starten: Mit dem ersten Spatenstich am 23. März um 11 Uhr wird die Sanierung des 1903 erbauten Rotklinker-Kolosses offiziell eingeleitet. Im Fokus steht zunächst der rechte Gebäudeteil (von der Gleisseite betrachtet), der komplett abgerissen wird. Durch den Hausschwammbefall erwies sich eine Sanierung als wirtschaftlich nicht vertretbar. Die Wasseranschlüsse aus dem Keller des Abbruchteils wurden bereits in den zu erhaltenden Gebäudeteil verlegt.

"Einfach das Wasser abstellen, geht natürlich nicht", sagt Meike Klockgether von der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft, die das Sanierungsprojekt betreut. Denn: Die Bahn betreibt im Bahnhof ein Stellwerk und ist regelmäßig mit zwei bis drei Mitarbeitenden vor Ort. "Eine permanente Wasserversorgung für die Bahn muss gewährleistet werden."

Innerhalb des zum Abbruch vorgesehenen Gebäudeteils befinden sich im Fliesenkleber nachgewiesene Asbestanteile. "Vor dem Abbruch wird dieses Material von einer zertifizierten Fachfirma entfernt, sodass alle Arbeiten sicher und nach den geltenden Vorschriften durchgeführt werden", erklärt Meike Klockgether.

Alle sanitären Anlagen werden erneuert

Nach Abschluss des Abbruchs starten die eigentlichen Sanierungsarbeiten. Das Bahnhofsgebäude soll umfangreich und energetisch saniert, barrierefrei gestaltet und mit erneuerbaren Energien ausgestattet werden. Alle sanitären Anlagen, technische Einrichtungen und die komplette Elektrik werden erneuert. Im Obergeschoss des Hauptgebäudes sind zwei Wohnungen vorgesehen, die zur Vermietung angeboten werden. Im mittleren Gebäudeteil wird eine Multifunktionsfläche eingerichtet, die für Veranstaltungen und Zusammenkünfte zur Verfügung steht.

So soll er einmal aussehen, der "neue" Bahnhof in Cadenberge. Auf der rechten Seite bekommt das Gebäude einen Anbau, der für gastronomische Zwecke genutzt werden kann. Foto: Schüch & Cassau

Auf der linken Gebäudeseite soll ein neuer Anbau, eine Art Wintergarten, entstehen, der sich optisch vom Altbau abhebt und für gastronomische Zwecke genutzt werden kann. Dort können sich sowohl Reisende als auch Einheimische aufhalten. Zum neuen Anbau gehört auch eine Außenfläche, die ebenfalls für die Gastronomie genutzt werden kann. Dieser Bereich geht in ein öffentliches Gelände mit Sitzgelegenheiten, Staudenbeeten und einem parkähnlichen Charakter über. Die Fahrradabstellanlage wechselt die Seite und kommt auf die Fläche des dann abgerissenen Gebäudeteils. 

Nach Berechnungen des Architekturbüros wird der komplette Umbau rund 2,7 Millionen Euro kosten. Mehrere Fördertöpfe werden angezapft, unter anderem das Förderprogramm "Lebendige Zentren", sodass die Gemeinde noch etwa 800.000 Euro Eigenanteil aufbringen muss. Architekt Holger Cassau rechnet mit einer Bauzeit von zwölf bis 14 Monaten. Die Planung orientiert sich am Energiestandard 55.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Christian Mangels
Christian Mangels

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

cmangels@no-spamcuxonline.de

Lesen Sie auch...
Zwei Autos kollidieren

Vollsperrung nach Unfall auf der B73 in Cadenberge - 80-Jährige übersieht Auto

Bei einem Verkehrsunfall auf der B73 in Cadenberge sind am Freitagmittag zwei Seniorinnen mit ihren Fahrzeugen zusammengestoßen. Eine 80-jährige Autofahrerin übersah beim Auffahren auf die Bundesstraße offenbar einen herannahenden Opel.

Gefährliche Rauchgase

Cadenberger grillt in geschlossener Garage: Feuerwehr rettet Mann

Ein junger Mann aus Cadenberge (Samtgemeinde Land Hadeln/Kreis Cuxhaven) entkam nur knapp einer tödlichen Gefahr, als er in einer geschlossenen Garage grillte. Die Feuerwehr konnte Schlimmeres verhindern.

178 Jahre alte Zeitung

Auf Dachboden in Cadenberge: Erstausgabe der "Otterndorfer Zeitung" von 1848 gefunden

von Ulrich Rohde

Ein vergilbtes Heftchen von 1848, gefunden beim Aufräumen in Cadenberge, entpuppt sich als Original der ersten "Otterndorfer Zeitung". Ein Zeugnis der Pressegeschichte, das den Geist der Revolution atmet und in gutem Zustand erhalten ist.

Geplante islamistische Gewalttat

Razzien in Cadenberge: Hinweise auf mögliche Terrorpläne - Verdächtige auf freiem Fuß

von Tamina Francke

Nach Angaben der Polizei haben Ermittler in Cadenberge (Kreis Cuxhaven) und Bremerhaven mehrere Objekte durchsucht. Hintergrund ist der Verdacht einer geplanten islamistisch motivierten Gewalttat. Spezialkräfte (SEK) waren im Einsatz (Update).