Siemens Gamesa CEO Jochen Eickholt (l.) erläuterte Elga Bartsch, Abteilungsleiterin Wirtschaftspolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, und Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies, was nötig ist, um das 30-Gigawatt-Ziel bis 2030 zu erreichen. Foto: Fischer
Siemens Gamesa CEO Jochen Eickholt (l.) erläuterte Elga Bartsch, Abteilungsleiterin Wirtschaftspolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, und Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies, was nötig ist, um das 30-Gigawatt-Ziel bis 2030 zu erreichen. Foto: Fischer
Stärkung des Standortes Cuxhaven

"Dem Norden gehört die Zukunft": 27 Millionen Euro für Siemens Gamesa in Cuxhaven 

von Tim Larschow | 23.02.2024

Siemens Gamesa erhält 27 Millionen Euro für den Ausbau des Offshore-Standortes Cuxhaven. Am Freitagvormittag wurde der Förderbescheid feierlich in der Werkshalle an der Baumrönne übergeben.

Das Geld geben Bund und Land im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW). "Mit der Übergabe des Förderbescheids beginnt hier am Standort Cuxhaven der Ausbau für die Offshore-Windenergieanlagen der Zukunft", sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). Der Ausbau der Produktionskapazitäten sei nicht nur wichtig für die Energiewende in Deutschland und Europa, sondern auch ein Schlüssel, um dem Klimawandel durch die Nutzung von grüner Energie zu begegnen, so der Minister.

"Cuxhaven ist ein eindrucksvolles Beispiel"

"Dem Norden gehört die Zukunft. Mit der Förderung und vor allem mit der Investition des Unternehmens sichern und entwickeln wir den Standort. Und, das finde ich besonders wichtig, wir sichern nicht nur die Arbeitsplätze der hier arbeitenden Kolleginnen und Kollegen. Wir schaffen auch noch 185 zusätzliche Arbeitsplätze", so Lies weiter.

Die Neueinstellungen sollen wesentlich dazu beitragen, dass die Energiewende wie geplant umgesetzt werden kann. Der Minister betonte, dass die gemeinsame Förderung von Bund und Land ein starkes Signal sei. Trotz der Investitionen fehle es aber noch an vielen Rahmenbedingungen. "Wir brauchen Fachkräfte, dafür brauchen wir unter anderem mehr Wohnraum. Es liegen noch viele Aufgaben vor uns."

Elga Bartsch, Abteilungsleiterin für Wirtschaftspolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), schloss sich den Worten von Minister Lies an.

"Cuxhaven ist ein eindrucksvolles Beispiel, wie durch die Instrumente der regionalen Strukturpolitik aus einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld der Wachstumspfad erreicht werden kann. Die beeindruckende Entwicklung von Siemens Gamesa steht stellvertretend für die gesamte Region und zeigt den Stellenwert, den die Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur für strategische Standortinvestitionen innehat", sagte Bartsch.

Minister Olaf Lies betonte, dass die gemeinsame Förderung von Bund und Land ein starkes Signal für den Standort Cuxhaven sei. Foto: Fischer

Alles steht und fällt mit den neuen Liegeplätzen

"Für uns ist das ein wichtiger und bedeutender Tag", sagte Siemens CEO Jochen Eickholt. Er machte aber auch deutlich, was noch zu tun ist, um das 30-Gigawatt-Ziel bis 2030 zu erreichen. Knapp sechs Jahre bleiben, um die fehlenden 22 Gigawatt zu installieren. Werksleiter Kristoffer Mordhorst unterstrich in diesem Zusammenhang die Bedeutung des Hafenausbaus: "Ohne die neuen Liegeplätze helfen auch Investitionen nur bedingt, ohne die neuen Liegeplätze scheitern die Energiewende und das 30-Gigawatt-Ziel bis 2030."

Viele kleine intelligente Investitionen

Dennoch ist die Fördersumme in Kombination mit den Investitionen von Siemens Gamesa ein wichtiger Baustein für die Entwicklung des Deutschen Offshore-Industrie-Zentrums: "Ziel ist es, das Werk weiter zu modernisieren, um unter anderem die Taktzeit, mit der die fertigen Turbinen das Werk verlassen, zu verkürzen. Insgesamt wollen wir um ein Drittel schneller werden", sagt Marco Lange, Pressesprecher von Siemens Gamesa. Erreicht werden könne das unter anderem durch die Digitalisierung und Automatisierung einzelner Fertigungsprozesse. "Viele kleine intelligente Investitionen eben", so Lange. Dabei handele es sich teilweise um Anpassungen, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen seien, aber große Leistungssteigerungen bewirken. Das werde deutlich an der 14-Megawatt- und der 11-Megawatt-Turbine, die sich in der Größe nur marginal unterscheiden. 

So groß wie zwei Einfamilienhäuser

Die erste Offshore-Turbine aus dem Werk in Cuxhaven hatte eine Leistung von sieben Megawatt. "Innerhalb von fünf Jahren ist es uns bereits gelungen, die Leistung der Turbinen zu verdoppeln", sagte Siemens Gamesa-Chef Eickholt. Ein Maschinenhaus ist etwa so groß wie zwei Einfamilienhäuser, und die Turbine ist in der Lage, saubere Energie für 19.000 Haushalte zu produzieren.

Auch Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer war von der Fördersumme und dem Anblick der neuen 14-Megawatt-Turbine sichtlich beeindruckt: "Das ist die größte GRW-Förderung in der Geschichte Niedersachsens. Siemens ist ein Teil von Cuxhaven geworden. Unsere Aufgabe ist es jetzt, weiter Wohnraum und Kita-Plätze zu schaffen und weiter für den Bau der neuen Liegeplätze zu kämpfen, um den Unternehmen der Offshore-Industrie in Cuxhaven optimale Bedingungen zu bieten."

Hinter Werksleiter Kristoffer Mordhorst wartet die erste 14-Megawatt-Turbine auf den Weitertransport. In den nächsten zwei Wochen sollen die ersten vier Anlagen nach Schottland verschifft werden.

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Tim Larschow

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