CNV Medien

Strahlende Gesichter beim ersten Kinder- und Jugendfestival auf dem Rathausplatz in Hemmoor: Der Kinder- und Jugendbeirat blickt auf Wochen der Vorbereitung zurück. Foto: Brettschneider
Strahlende Gesichter beim ersten Kinder- und Jugendfestival auf dem Rathausplatz in Hemmoor: Der Kinder- und Jugendbeirat blickt auf Wochen der Vorbereitung zurück. Foto: Brettschneider
Eine Premiere in Hemmoor

Hemmoor feiert sein erstes Festival für Kinder und Jugendliche auf dem Rathausplatz

von Bengta Brettschneider | 20.09.2026

In Hemmoor gehörte der Rathausplatz einen Tag lang den jungen Menschen. 400 Gäste kamen zum ersten Kinder- und Jugendfestival. Musik, Aktionen und viele Gespräche zeigten, wie lebendig Beteiligung sein kann - und was der Jugendbeirat bewegt hat.

Der Platz vor dem Hemmoorer Rathaus wirkte an diesem Sonnabend so belebt, wie man ihn nicht alle Tage erlebte. 

Geschätzt 400 bis 500 Besucherinnen und Besucher kamen zur Premiere des Kinder- und Jugendfestivals. Von 14 bis 17 Uhr gehörte der Rathausplatz zunächst den Kindern, anschließend übernahmen bis 22 Uhr die Jugendlichen. Zwischenzeitlich waren sogar so viele Menschen auf dem Gelände gewesen, dass die große Hüpfburg gesperrt werden musste, erzählte Oliver Wachtel vom Jugendzentrum des Paritätischen.

Junge Organisatorinnen des ersten Kinder- und Jugendfestivals in Hemmoor bereiten den Podcast vor. Foto: Brettschneider
Auch die Polizei stellt ihre Arbeit vor und ist Ansprechpartner auf dem ersten Kinder-und Jugendfestival. Foto: Brettschneider

Ein Rathausplatz voller Vereine, Musik und Ideen

Hinter der Premiere stand der Kinder- und Jugendbeirat, mit Unterstützung durch die Stadt Hemmoor. Rund um das Rathaus beteiligten sich Vereine, Einrichtungen und Initiativen aus Hemmoor und der Region. Philip Schultz vom JUZ war im Bereich Beteiligung unterwegs. Es ging um Rückmeldungen zur Arbeit des Kinder- und Jugendbeirates und um die Frage, wie junge Menschen künftig besser erreicht werden könnten.

Junges Engagement in Hemmoor: Mitglieder des Kinder- und Jugendbeirats gestalten das erste Festival auf dem Rathausplatz, das hunderte Besucher anzieht. Hier auf dem Foto mit Philip Schultz vom JUZ (l.) und Nathalie Quednau (r.) Foto: Brettschneider
Der Sportclub Hemmoor bot an seinem Stand Bewegungsspiele an. Hier auf dem Bild Anke Wegner (l.) und Jens Wilhelmi (r.). Foto: Brettschneider

Mit "Place M" gibt es dafür ein Beteiligungsformat, das ausdrücklich auch diejenigen erreichen sollte, die nicht auf Instagram unterwegs sind. Auch ein weiteres Medium wurde ausprobiert: Direkt beim ersten Kinder- und Jugendfestival entstand ein Podcast.

Das alles gehörte zu einem größeren Vorhaben. Hemmoor wurde erneut das Siegel "Kinderfreundliche Kommune" für weitere drei Jahre verliehen. Die Stadt nimmt seit 2019 an dem Programm teil und war 2022 erstmals ausgezeichnet worden. Getragen wird das Vorhaben vom Verein Kinderfreundliche Kommunen. Grundlage für die Verlängerung war der zweite Aktionsplan der Stadt. 

Zwei fröhliche Maskottchen, Mario und Luigi, sorgten für Selfie-Alarm bei den jüngeren Besucherinnen und Besuchern auf dem Rathausplatz in Hemmoor.

17 Maßnahmen - und ein Kinderrechteplatz

17 Maßnahmen umfasst der zweite Aktionsplan. Dazu gehörten der Vorrang des Kindeswohls und eine bessere Verkehrssicherheit im Umfeld der Schulen. Auch der Rad- und Schulwegeplan gehört dazu. Unter Beteiligung von Kindern der Grundschule Althemmoor soll er nun bis 2028 umgesetzt werden.

Die für Hemmoor zuständigen Sachverständigen Sophie Berndt und Juliane Krause hatten den geplanten Kinderrechte-Platz bei der Verlängerung des Siegels ausdrücklich hervorgehoben. Ihnen sei keine andere Kommune bekannt, in der so etwas geplant sei. Kinderrechte sollen damit einen sichtbaren und niedrigschwelligen Ort im öffentlichen Raum bekommen. 

Hemmoor feiert: Offizielle Verlängerung des Siegels 'Kinderfreundliche Kommune' während des ersten Kinder- und Jugendfestivals auf dem Rathausplatz. Foto: Brettschneider

Bürgermeisterin Sabine Wist sieht in der Siegelverlängerung eine Bestätigung des eingeschlagenen Weges. 

"Das Beste ist, dass Kinder auf uns zukommen und alle sehen: Die machen wirklich etwas", sagte Jasmin aus dem Kinder- und Jugendbeirat. "Sorgt dafür, dass eure Kinder rausgehen", lautete ihr Appell an die Eltern. Jeden Montag seien die Mitglieder im Jugendzentrum. "Wenn ihr Fragen habt, beantworten wir sie euch."

Auch die Tanzschule "Tanzlounge Style" ist dabei. Jane Döscher und Hajo Newe stellen ihr Angebot vor. Foto: Brettschneider
Die Band "Backstreet Motel" hatte zwar ihren ersten Auftritt auf dem Festival, hatte aber schon eine eigene Fanbase mit Band-Shirts dabei. Foto: Brettschneider

Aus einer Idee wurde ein Festival mit Hunderten Gästen

Dass aus der Idee tatsächlich ein Festival dieser Größenordnung wurde, lag nicht allein am Kinder- und Jugendbeirat. Die Weser-Elbe-Sparkasse unterstützte die Veranstaltung finanziell. Geschäftsstellenleiterin Kerstin Tiedemann war am Sonnabend selbst dabei.

Ein besonderer Dank ging außerdem an Ulrike Beckmann. Allein die Absprachen im Vorfeld hätten sich gefühlt auf "100 Stunden WhatsApp-Nachrichten" summiert, so Leo Stelling, der Vorsitzende des Beirats. Und auch ohne den Paritätischen, dessen Mitarbeiter und die Räumlichkeiten wäre die Arbeit ebenfalls nicht möglich gewesen.

Die Hemmorer Kochgruppe sorgte für das leibliche Wohl und bot frische, heiße Waffeln an. Foto: Brettschneider

Um 17 Uhr wechselten schließlich nicht nur das Programm, sondern auch das Publikum. Das Kinderfestival war vorbei, das Jugendfestival begann. Backstreet Motel stand wenig später bei seinem ersten Auftritt auf der Bühne. Vor der Band standen Jugendliche in selbst entworfenen Fan-Shirts und verlangten nach einer Zugabe.

Mit "Denkmal" von der Band "Wir sind Helden" begeisterte die Band "Backstreet Motel" das Publikum. Foto: Brettschneider

Für einen Tag zeigte Hemmoor, wie eine Stadt aussieht, wenn Kinder und Jugendliche nicht nur mitgemeint sind, sondern tatsächlich Platz bekommen.

Und der Kinder- und Jugendbeirat kann nach seiner ersten Festival-Premiere auf etwas sehr Konkretes blicken: einen vollen Rathausplatz und eine Veranstaltung, die es in Hemmoor vorher nicht gegeben hatte. 

Auch die Band "Purp" trat bei dem Festival auf und hatte ihren eigenen kleinen Merch-Stand dabei. Foto: Brettschneider

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Bengta Brettschneider
Bengta Brettschneider

Volontärin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

bbrettschneider@no-spamcuxonline.de

Lesen Sie auch...
Nachbar hört Rauchwarnmelder

Starker Brandgeruch in Hemmoor: Feuerwehr entdeckt Ursache in der Küche

Öffentliche Sitzung

Sitzung des Hemmoorer Kinder- und Jugendbeirats: Festival, Kinderrechte & Safety-Walk

Warnsignale erkennen

Wanderausstellung "Herzschlag" an der Hemmoorer Osteschule macht Warnsignale sichtbar

Kommunalwahl 2026

AfD holt viele Mandate in der Samtgemeinde Hemmoor - aber besetzt sie nicht alle