Noch parken Verkehrsteilnehmer ihre Fahrzeuge auf dem Hemmoorer Rathausplatz und in anderen Bereichen des Stadtzentrums kostenlos. Doch das kann sich ändern. Foto: Schröder
Noch parken Verkehrsteilnehmer ihre Fahrzeuge auf dem Hemmoorer Rathausplatz und in anderen Bereichen des Stadtzentrums kostenlos. Doch das kann sich ändern. Foto: Schröder
Offene Fragen zu klären

Hemmoor steht vor Entscheidung: Kostenpflichtiges Parken könnte 35.000 Euro bringen

von Egbert Schröder | 21.08.2025

Parken im Stadtzentrum kostenlos? Diese Frage spaltet Hemmoor seit Langem. Eine mögliche Entscheidung naht, doch die Stadt steht vor finanziellen, verkehrstechnischen und rechtlichen Herausforderungen, die alles andere als einfach sind.

Parken im Stadtzentrum zum Nulltarif? Damit könnte es bald vorbei sein, denn in der kommenden Woche soll der Hemmoorer Stadtrat darüber entscheiden, ob Parkscheinautomaten aufgestellt werden. Die Diskussion ist mehr denn je aktuell, aber nicht neu: Bereits im vergangenen Jahr sorgte das Thema für Gesprächsstoff.

Automat aufstellen, abkassieren und fertig? Nun, ganz so einfach stellt sich die Situation nicht dar, mit der sich die Ratsmitglieder nun schon seit mehr als einem Jahr beschäftigen. Dabei hat sich an der Ausgangslage eigentlich nichts geändert. Die Stadt Hemmoor sucht angesichts ihrer finanziellen Situation generell nach Wegen, um ihre Ausgaben zu verringern und ihre Einnahmen zu steigern. Doch gerade auf der Einnahmeseite sind die Möglichkeiten, an Stellschrauben zu drehen, dünn gesät. Daher fiel der Blick auch auf die möglichen finanziellen Vorteile, die eine in anderen Kommunen längst praktizierte Parkgebühr bieten könnte.

Parkgebühren oder nicht? Noch kann man auch auf dem Hemmoorer Rathausplatz ohne Beschränkungen seinen Wagen abstellen. Aber das könnte sich ändern. Foto: Schröder

Geht die Rechnung überhaupt auf?

In einer ersten Berechnung war die Verwaltung davon ausgegangen, dass es durchaus einen Überschuss von jährlich 35.000 Euro geben könnte, wenn das Parken im Zentrum künftig kostenpflichtig wäre. Doch unter dem Strich war es eine Rechnung mit einigen Unbekannten, denn bei einer Detailbetrachtung gab es noch Klärungsbedarf bei einzelnen Positionen.

So stand zum Beispiel die Frage im Raum, ob die Stadt möglicherweise bereits gewährte Zuschüsse erstatten muss, wenn sie künftig finanzielle Vorteile durch das kostenpflichtige Parken auf dem Rathausplatz hat. Der Grund: Die Neugestaltung des öffentlichen Platzes war erst durch eine öffentliche Förderung durch die "Investitions- und Förderbank" (NBank) möglich gewesen. Kassiert die Stadt jetzt ihrerseits ab, droht eine Rückzahlung von Zuschüssen in noch unbekannter Höhe.

Werden solche Hinweisschilder im kommenden Jahr auch in Hemmoor aufgestellt? Foto: Egbert Schröder

Fachbüro könnte Klarheit bringen

Ein weiteres Fragezeichen: Ist die Einführung von Parkgebühren überhaupt angesichts der Verkehrssituation gerechtfertigt und sinnvoll? Da es vor rund einem Jahr auf diese Frage keine belastbare Antwort gab (und immer noch nicht gibt), hat die Verwaltung eine Verkehrszählung mit entsprechender -auswertung und -empfehlung durch ein Fachbüro ins Spiel gebracht. Kostenpunkt: zwischen 15.000 und 19.000 Euro.

In der ersten Diskussionsrunde Ende vergangenen Jahres gab es für die Ratsmitglieder noch die Möglichkeit, sich bei einer Entscheidung über die Parkgebühren wegzuducken. Jetzt nicht mehr: Die Verwaltung hat ihre Vorlage präzisiert und auch die Erfahrung aus anderen Kommunen aufgelistet. Dabei stellte sich heraus, dass es eine unterschiedliche Vorgehensweise gibt. Kleinstädte wie Geestland, Bremervörde oder Brake stellen bislang keine Parkscheinautomaten auf. Andere Kommunen - wie Drochtersen, Rotenburg oder Varel - setzen dagegen zumindest in Teilbereichen auf die Parktickets.

Und in Hemmoor? Da soll in den nächsten Tagen eine Entscheidung fallen. Nach den Fachausschüssen wird sich am kommenden Donnerstag, 28. August 2025, auch der Stadtrat mit dieser Thematik erneut befassen - und dann (wahrscheinlich) endgültig entscheiden.

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Egbert Schröder

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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