Torge Krüger möchte Samtgemeindebürgermeister in Hemmoor und damit Verwaltungschef werden. Er tritt als parteiloser Kandidat an. Die CDU - unser Foto zeigt ihn mit der CDU-Samtgemeindeverbandsvorsitzenden Anja Meißner - unterstützt seine Kandidatur. Foto: Schröder
Torge Krüger möchte Samtgemeindebürgermeister in Hemmoor und damit Verwaltungschef werden. Er tritt als parteiloser Kandidat an. Die CDU - unser Foto zeigt ihn mit der CDU-Samtgemeindeverbandsvorsitzenden Anja Meißner - unterstützt seine Kandidatur. Foto: Schröder
Torge Krüger tritt an

Ohne Parteibuch auf den Chefposten im Rathaus in Hemmoor?

von Egbert Schröder | 14.11.2025

Torge Krüger hat auf dem Kandidaten-Karussell Platz genommen: Der 32-Jährige wird bei der Wahl zum hauptamtlichen Verwaltungschef in der Samtgemeinde Hemmoor antreten. Er ist zwar parteilos, aber die Oste-CDU unterstützt ihn bei der Kandidatur.

Dass es einen Wechsel bei dem Posten des hauptamtlichen Samtgemeindebürgermeisters und damit auch des Verwaltungschefs geben wird, steht seit dem Sommer fest. Amtsinhaber Jan Tiedemann (SPD) hatte erklärt, dass er keine erneute Kandidatur anstrebe, um auch künftig im Chefsessel des Rathauses Platz zu nehmen. Tiedemann war 2021 für die Dauer von fünf Jahren gewählt worden. Bei der nächsten Wahl beläuft sich die Amtszeit der hauptamtlichen Bürgermeister in Niedersachsen auf acht Jahre.

Konflikt? Krügers Vater ist Landrat

Torge Krüger kann sich durchaus vorstellen, in einem Jahr die Regie im Hemmoorer Rathaus zu übernehmen und auch im Samtgemeinderat Sitz und Stimme zu haben. Er kommt - so sagt er - aus einem "politischen Elternhaus". Kein Wunder: Sein Vater Thorsten Krüger war Verwaltungschef in Langen, in der Stadt Geestland und ist inzwischen Landrat im Cuxhavener Kreishaus. Würde Torge Krüger zum Hemmoorer Samtgemeindebürgermeister gewählt werden, müsste er sich zwangsläufig auch mit dem Landkreis und dem Landrat - und damit seinem Vater - bei unterschiedlichen Themen auseinandersetzen. Für ihn stelle dies - (Stand heute) - kein Problem dar: "Mein Vater und ich können Berufliches und Privates trennen." Er habe ihm bei der Kandidatur auch nicht ab- oder zugeraten.

Torge Krüger ist beruflich bei der Bundeswehr im Einsatz. Er hat mehrere Bachelor- und Master-Studiengänge absolviert und war unter anderem im Rahmen seiner Offizierslaufbahn zwischen Februar und August dieses Jahres international und auf der Ebene der Bundeswehr im Einsatz. In Lüneburg steht nach der Zeit in Litauen eine Abteilungsleiter-Position in Lüneburg in Aussicht. Doch das dürfte sich erledigt haben, wenn er denn im Herbst kommenden Jahres auf den Posten des Hemmoorer Samtgemeindebürgermeisters wechseln würde.

Warum aber gerade Hemmoor? Für ihn und seine Frau, die im Juni kommenden Jahres Nachwuchs erwarten, stand die Oste-Region hoch im Kurs bei der Zukunftsplanung: "Ich wollte wieder zurück in das Cuxland." Die Nähe zur Metropole Hamburg habe auch eine Rolle gespielt.

Und so ganz nebenbei wurde ihm dann die Möglichkeit aufgezeigt, auch für den Posten des Samtgemeindebürgermeisters anzutreten.  Krüger und seine Frau dachten über Vor- und Nachteile dieses Standortwechsels nach. Am Ende der Abwägung stand die Entscheidung für Hemmoor.

"Blick von außen auf Kommunalpolitik"

Rund 200 Unterschriften muss er sammeln, um als parteiloser Kandidat antreten zu können. Für Anja Meißner (CDU-Samtgemeindeverbandsvorsitzende) und den CDU-Sprecher der Samtgemeindefraktion, Lasse Weritz, ist das keine Hürde. Der CDU-Vorstand hatte sich kürzlich einstimmig für die Nominierung von Krüger ausgesprochen. Im Vorfeld habe es einen Auswahlprozess gegeben. Am Ende habe Krüger durch seine Vorstellung und Zielsetzungen überzeugt: "Es ist ja auch nicht verkehrt, wenn mal jemand von außen und völlig frei von den bisherigen Beziehungen vor Ort agiert und einen anderen Blick von außen auf die Kommunalpolitik bei uns wirft", sagt Anja Meißner.

Lasse Weritz ist überzeugt von dem Kandidaten, auch wenn er nicht auf dem CDU-Ticket startet: "Er weiß, worauf er sich einlässt." Die Entscheidung für Krüger ist bislang nur eine Empfehlung des CDU-Vorstandes in der Samtgemeinde Hemmoor. Die endgültige Nominierung erfolgt wahrscheinlich im Frühjahr 2026. Bis dahin können auch andere Kandidaten den Hut noch in den Ring werfen.

Und die Konkurrenz? Krüger hat sich auch bei den Sozialdemokraten vorgestellt, aber dort gibt es nach Informationen unserer Redaktion noch einen zweiten potenziellen Bewerber, der pikanterweiser auch schon dem CDU-Vorstand angehört haben soll.

Krüher: "Wo drückt der Schuh?"

Ricardo Adam war dabei, als sich Torge Krüger bei der SPD als potenzieller Kandidat für den Posten des Samtgemeindebürgermeisters vorstellte. Die SPD - so der Chef der Sozialdemokraten auf Samtgemeindeebene - sei aber noch in der "Findungsphase". Der Vorstand spreche sich bislang noch nicht für einen bestimmten Bewerber aus, der möglicherweise auch parteiübergreifend unterstützt werden könnte. Eine Entscheidung falle in den nächsten Wochen.

Torge Krüger wird - ob unterstützt von CDU, SPD, Grünen oder Bürgerforum - auf jeden Fall als parteiloser Kandidat antreten. Darauf freue er sich und auch auf die Möglichkeit, bei Gesprächen mit Mitbürgerinnen und Mitbürgern zu erfahren, "wo denn in der Samtgemeinde Hemmoor der Schuh drückt".

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Egbert Schröder

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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