Zerstört durch Metalldiebe: Nicht alle Teile der Hemmoorer "Zementpacker"-Bronzeskulptur sind erhalten geblieben. Doch sie sind nunmehr zusammengeführt und ergänzt worden. Noch vor Weihnachten soll der "neue" Zementpacker auf dem Rathausplatz in Hemmoor präsentiert werden. Archivfoto: Lange
Zerstört durch Metalldiebe: Nicht alle Teile der Hemmoorer "Zementpacker"-Bronzeskulptur sind erhalten geblieben. Doch sie sind nunmehr zusammengeführt und ergänzt worden. Noch vor Weihnachten soll der "neue" Zementpacker auf dem Rathausplatz in Hemmoor präsentiert werden. Archivfoto: Lange
Nach dreistem Diebstahl

Rückkehr des "Zementpackers" nach Hemmoor: Nach Diebstahl in "guter Stube" der Stadt

von Egbert Schröder | 18.11.2025

Er hat jahrelang auf die Exponate im Hemmoorer Zementmuseum "aufgepasst", bevor er selbst gestohlen wurde. Doch nun kehrt das einst zerstückelte "Zementpacker"-Kunstwerk restauriert nach Hemmoor zurück - und nimmt in der "guten Stube" Platz.

Er gehörte zum Hemmoorer Stadtbild: der "Zementpacker". Jahrelang stand er auf dem Gelände des Zementmuseums, bis ihn Metalldiebe vom Sockel stießen, in Einzelteile zerlegten und diese dann verkauften. In einem Monat soll eine Rekonstruktion der Skulptur zurückkehren. Am 19. Dezember 2025 wird der "neue" Zementpacker in Hemmoor enthüllt und ein neuer Blickfang auf dem Rathausplatz sein.

März 2023: Bei einer Kontrolle auf dem Gelände des Zementmuseums wurde festgestellt, dass die Statue nicht mehr dort stand, wo sie seit 1986 immer stand. Bei dem dreisten Diebstahl hatten die Täter per Flex die Verbindung des mannshohen Bronze-Kunstwerks zum Sockel durchtrennt und es dann abtransportiert.

Diebe sehen nur den materiellen Wert

Kein Einzelfall: Immer wieder machen Metalldiebe auch vor Kunstwerken keinen Halt, sehen nur den materiellen Wert und verscherbeln dann das Material im Stück oder als Einzelteile. Es war nicht die erste Skulptur des 2008 verstorbenen und überregional bekannten Hemmoorer Künstlers Frijo Müller-Belecke, die zerstört worden ist. So wurde vor rund 15 Jahren auch ein Teil der "Deichbauer"-Gruppe am Otterndorfer Deich gestohlen. Später erfolgte eine Rekonstruktion, sodass das Trio wieder vereint ist.

Auch in Hemmoor ist das nicht zuletzt durch das große Engagement einer Gruppe des Geschichts- und Heimatvereins sowie durch Geldgeber inzwischen erfolgt. Dabei half auch der Zufall. Wenige Monate nach dem dreisten Raub tauchten einzelne Teile der zerstückelten Skulptur auf einem Bremer Recyclinghof wieder auf. Ein Mitarbeiter wurde angesichts der ungewöhnlichen Metallstücke misstrauisch und informierte die Polizei. Die Spur führte letzten Endes zu einem niedersächsischen Metallverarbeitungsbetrieb.

Enthüllung im öffentlichen Rahmen

Nach der Freigabe der Einzelteile durch die Polizei erfolgte eine Zwischenlagerung auf dem Hemmoorer Bauhof, bevor die Pläne einer Rekonstruktion Kontur gewannen und sich insbesondere die Arbeitsgruppe des Geschichts- und Heimatvereins dafür einsetzte. Sie konnte auch die Frau des Künstlers, Susanne Müller-Belecke, für die Idee gewinnen. Sie wird am 19. Dezember gemeinsam mit dem Restaurator die Skulptur vor dem Rathaus enthüllen.

Dass der Rathausplatz - die sogenannte "gute Stube" der Stadt - als Standort gewählt worden ist, überrascht nicht. Dort (in zentraler Lage) soll das Kunstwerk durch eine entsprechende Illumination in Szene gesetzt werden und auf die lange Geschichte der Zementproduktion in Hemmoor hinweisen. Die Enthüllung erfolgt im Anschluss an den Wochenmarkt in einem festlichen Rahmen.

Möglicherweise erhält der Zementpacker übrigens noch einen "Bruder" im Zementmuseum, das gerade neu gestaltet wird. Die Bronzeskulptur, die künftig auf dem Rathausplatz stehen wird, ist vor wenigen Tagen vermessen worden, sodass theoretisch auch ein 3-D-Druck-Verfahren möglich wäre. Doch dafür stünden im Moment, falls das Projekt überhaupt umgesetzt werden soll, auch noch keine Finanzmittel bereit.

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