KI überwacht die Aue: Projekt aus dem Kreis Cuxhaven sorgt bundesweit für Aufsehen
In Hannover und Berlin sorgt ein innovatives Projekt im Kreis Cuxhaven für Aufsehen: Mit KI-gestützter Technologie und Echtzeitmonitoring wird die Aue im Kreis Cuxhaven zum Vorbild für klimaadaptives Wassermanagement und Gewässerschutz.
Dieser kleine Nebenfluss in Niedersachsen sorgt in Berlin und Hannover für Aufmerksamkeit: Das Projekt "Modellregion Aue: KI-gestützte klimaadaptive Schöpfwerksteuerung für energieeffizientes Wassermanagement" von wilde-natur.org ist für den Bundespreis "Blauer Kompass 2026" nominiert worden. Zudem erhielten
wilde-natur.org gGmbH und der Unterhaltungsverband "Untere Oste" beim niedersächsischen Gewässerwettbewerb "Bach im Fluss 26" den Innovationspreis für: "Mehr Wasser für die Aue - Zuwässerung und Echtzeitmonitoring kombiniert".
Bei der Preisverleihung im Bundesumweltministerium in Berlin nahm Elke Freimuth, Geschäftsführerin von wilde-natur.org gGmbH die Nominierungsurkunde von der Parlamentarischen Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter entgegen. Insgesamt gingen 488 Bewerbungen für den Bundespreis "Blauer Kompass 2026" ein. Die Modellregion Aue gehört zu den 25 nominierten Projekten.
Ausgangspunkt dabei ist die Frage, die angesichts des Klimawandels für viele Gewässerregionen an Bedeutung gewinnt: Wie können Veränderungen in unseren Flüssen früher erkannt und Wasser künftig vorausschauender gemanagt werden?
In der Modellregion Aue entsteht Schritt für Schritt eine neue Datenbasis. Erfasst werden unter anderem Wassertemperatur, Sauerstoff, Wetter und Wasserstand. Mit der eigens entwickelten Messtechnologie Nala-ai sollen diese unterschiedlichen Informationen zusammengeführt und verständlich gemacht werden.
Die Vision dahinter: Nicht erst reagieren, wenn kritische Veränderungen bereits sichtbar sind, sondern aus kontinuierlicher Beobachtung lernen. Dafür soll aus vielen einzelnen Werten ein verständliches Gesamtbild des Gewässers entstehen sowie eine Entscheidungsgrundlage für Gewässer und Wasserwirtschaft schaffen.
Praktische Gewässerentwicklung mit moderner Umwelttechnik
Die Nominierung würdigt einen Ansatz, der praktische Gewässerentwicklung mit moderner Umwelttechnik verbindet. Ein zentraler Bestandteil ist Nala: eine von wilde-natur.org entwickelte Lösung zur kontinuierlichen Beobachtung wichtiger Gewässerparameter. Nala soll Veränderungen im Gewässer frühzeitig sichtbar machen und damit dazu beitragen, kritische Entwicklungen nicht erst dann zu erkennen, wenn ökologische Schäden bereits deutlich sichtbar sind. Messdaten aus dem Gewässer werden kontinuierlich erfasst und können so eine Grundlage für frühzeitige Einschätzungen und gezieltes Handeln schaffen.
Elke Freimuth teilt mit: "Die Nominierung zeigt uns, dass es sich lohnt, Gewässer neu zu denken: nicht Natur gegen Technik, sondern Naturbeobachtung, Erfahrung, Wissenschaft und neue Technologien zusammenzubringen. Genau diesen Weg wollen wir gemeinsam mit unseren Partnern weitergehen." Der Bundespreis "Blauer Kompass" würdigt Projekte, die innovative und wirksame Ansätze zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels entwickeln und umsetzen.
Aber auch in Hannover ist das Projekt längst auf der Agenda des Umweltministeriums gelandet: Die wilde-natur.org gGmbH und der Unterhaltungsverband "Untere Oste" erhalten beim niedersächsischen Gewässerwettbewerb "Bach im Fluss 26" den Innovationspreis für ihr gemeinsames Vorhaben "Mehr Wasser für die Aue - Zuwässerung und Echtzeitmonitoring kombiniert". Bei der Preisübergabe wurde das Projekt auch durch Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer gewürdigt.
Auch der Innovationspreis des niedersächsischen Gewässerwettbewerbs sorgt für große Freude. Die Auszeichnung würdige einen Ansatz, der praktische Gewässerentwicklung mit moderner Umwelttechnik verbinde. Ein zentraler Bestandteil des Projekts sei Nala: die von wilde-natur.org entwickelte Lösung zur kontinuierlichen Beobachtung wichtiger Gewässerparameter. "Für uns ist diese Auszeichnung vor allem eine Bestätigung dafür, dass Gewässerschutz und technologische Innovation zusammengehören können", sagt Elke Freimuth. "Flüsse senden ständig Signale. Mit Nala wollen wir helfen, diese Signale früher zu verstehen und Veränderungen sichtbar zu machen. Genau darin sehen wir einen wichtigen Baustein für einen vorsorgenden Gewässerschutz."
Und so sehen die weiteren Entwicklungsplanungen aus: Der konkrete nächste Entwicklungsschritt ist eine KI-gestützte klimaadaptive Schöpfwerksteuerung. Dabei soll untersucht und erprobt werden, wie Gewässerdaten, Wasserstände und Wetterinformationen so miteinander verbunden werden können, dass Entscheidungen künftig frühzeitiger getroffen, ökologische Zusammenhänge berücksichtigt und Energie effizienter eingesetzt werden können.
Eine wichtige Rolle spiele dabei die Zusammenarbeit mit Akteuren aus der Region. Der Unterhaltungsverband Untere Oste ist als Partner aus der Wasserwirtschaft in die Entwicklung der Modellregion eingebunden. Hinzu kommen Partner und Perspektiven aus Wissenschaft, Kommunen, Naturschutz, Angelvereinen und Technologie.
Nala und die Aue
Die Aue ist ein rund 20 Kilometer langer Nebenfluss der Oste. Vor dem Bau des Neuhaus-Bülökauer-Kanals war sie der natürliche Abfluss des Balksees. . Die Aue hat als ehemaliger Priel kein natürliches Gefälle. Der Wasserspiegel wird durch zwei Siele und ein Schöpfwerk künstlich unter Normalnull gehalten.
Nala ist ein Projekt von wilde-natur.org. Das System verbindet Echtzeit-Gewässerbeobachtung an der Aue, Sensorik und digitale Auswertung. Ziel ist es, die Gesundheit von Flüssen kontinuierlich sichtbar zu machen, Veränderungen früh zu erkennen und daraus verständliche Informationen für Praxis, Wissenschaft und Gewässerschutz abzuleiten.
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