Auch diese ältere Arbeit verbindet Malerei mit Digitalkunst, vermischt die Grenzen, ist in Bewegung und Veränderung und zieht die Besucher merklich in den Bann.
Auch diese ältere Arbeit verbindet Malerei mit Digitalkunst, vermischt die Grenzen, ist in Bewegung und Veränderung und zieht die Besucher merklich in den Bann.
Weltklasse

Márton Nemes' Ausstellung in Otterndorf: Barock trifft Urbanität

von Wiebke Kramp | 23.11.2025

Das Museum gegenstandsfreier Kunst in Otterndorf begeistert mit Márton Nemes' "Metropolitan Baroque". Farben, Musik und Bewegung verschmelzen zu einem Erlebnis, das die Besucher in eine einzigartige Welt eintauchen lässt.

Die Kuratoren Hanna Claris und Wilko Austermann rahmen Márton Nemes (2.v.r.) und Lorenz Brunner ein. Sie stehen vor der multimedialen Arbeit, die Farbe, Licht, Video und Musik vereint.

Von wegen Provinz. Künstlerisch ist das Museum gegenstandsfreier Kunst in Otterndorf wieder einmal ganz auf der Höhe der Zeit und glänzt mit Weltstadtformat. Die neue Ausstellung "Metropolitan Baroque" des in Budapest und New York lebenden Künstlers Márton Nemes bringt überraschend viel Menge Farbe, Bewegung und Perspektiven ins Spiel und verbindet verschiedene Elemente aus digitaler und analoger Welt auf eindrucksvolle Weise oder wie es der 1. Kreisrat und Kulturdezernent Friedhelm Ottens am Sonnabend bei der Vernissage auf den Punkt brachte:  "Das haut uns wieder von den Socken …"

Fünf Jahre künstlerische Entwicklung

In der von Wilko Austermann und Hanna Claris kuratierten Ausstellung ist Márton Nemes künstlerische Entwicklung von 2020 bis heute zu erleben. Einige neue Werke wurden extra für die Ausstellung in Otterndorf realisiert. Museumsleiter Austermann lud die zahlreichen Besucher dazu ein, in die Werke einzutauchen. Er erläuterte, dass Nemes inspiriert durch Licht, Bewegung, Farbe und der Musik im urbanen Kontext sei. Wie im opulenten Barock seien bei ihm Musik und Malerei verflochten. So hat der bekannte Techno-Musiker und Klangkünstler Recondite (Lorenz Brunner) extra für Nemes eine Arbeit produziert. In diesem großformatigen Centerpiece der Ausstellung sind Musik, Multimedia und Malerei vereint zu erleben. Es erinnere, so Austermann, an einen Altar oder eine Orgel.

Und nahezu ehrfürchtig saßen tatsächlich Besucher nach dem offiziellen Teil davor, lauschten den sphärischen Klängen und tauchten in die eigene Farb- und Lichterwelt dieser Großskulptur ein.

Viele Arbeiten von Márton Nemes spielen zwischen dem Analogen und dem Digitalen. Aber vor allem lassen sie die Grenzen verschwimmen und bieten allen Genres Raum miteinander zur Einheit zu verschmeltzen. Das gilt auch für die Arbeiten aus Glas und Keramik. Sein Stil ist markant, die Arbeiten trotz ihrer signifikanten Farbigkeit  oft meditativ.

Häufig geht es nicht nur um verschiedene Texturen, sondern auch unterschiedliche Ebenen. Intensive Farbräume, geschichtetes Material, raumgreifende Installationen verschaffen dieser Ausstellung eine ganz eigene Dynamik - mit ihr weht Großstadtflair ins beschauliche Otterndorf.

Márton Nemes studierte Malerei in Budapest und am Chelsea College of Arts London. Er erhielt er den Esterházy Kunstpreis und er gestaltete auf der Biennale den ungarischen Pavillon. Werke befinden sich in renommierten Sammlungen wie dem Kunstpalast Düsseldorf, dem Ludwig Museum Budapest oder der Kunstsammlung der Ungarischen Nationalbank - und vielleicht bald auch in Otterndorf, wenn Förderer den Ankauf ermöglichen. Unterstützt wird die Ausstellung durch die Niedersächsische Sparkassenstiftung, die Weser-Elbe-Sparkasse und den Landschaftsverband.

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Wiebke Kramp

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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