Nach der erfolgreichen Überführung der P-3C "Orion" zum Aeronauticum posierten die Beteiligten vor dem Seefernaufklärer für ein Erinnerungsfoto. Fast zwei Jahrzehnte Marinegeschichte haben ihren Ehrenplatz gefunden. Foto: Bundeswehr
Nach der erfolgreichen Überführung der P-3C "Orion" zum Aeronauticum posierten die Beteiligten vor dem Seefernaufklärer für ein Erinnerungsfoto. Fast zwei Jahrzehnte Marinegeschichte haben ihren Ehrenplatz gefunden. Foto: Bundeswehr
Legendärer Seefernaufklärer

"Geschichte wird erhalten bleiben": Wie es mit der P-3C Orion in Nordholz weitergeht

von Jens Potschka | 09.12.2025

Die "Orion" hat ihre Flügel gestreckt, um in Nordholz ein neues Kapitel zu beginnen - nicht mehr als U-Boot-Jäger, sondern als Museumsstück. Wie die "Fliegende Legende" nun Besucher fasziniert, ist der Auftakt einer beeindruckenden Geschichte.

Das tiefe Brummen ist verstummt. Die "Orion" fliegt nicht mehr. Seit Montag (8. Dezember 2025) steht der Seefernaufklärer P-3C nahe des Aeronauticum, keine 100 Meter von seinem alten Stützpunkt entfernt. Fast zwei Jahrzehnte lang war die Maschine im Marinefliegergeschwader 3 "Graf Zeppelin" stationiert, jetzt beginnt ihr zweites Leben als Museumsstück.

Von Dschibuti bis Somalia: Das "fliegende Auge" im Einsatz

Acht Maschinen des Typs waren es, die seit 2006 in Nordholz beheimatet waren. Sie jagten U-Boote, spürten Schiffe auf, beteiligten sich an Rettungsmissionen. "Nach der offiziellen Außerdienststellung wird die Geschichte unseres Seefernaufklärers und U-Boot-Jägers der letzten fast zwanzig Jahre zukünftig im Aeronauticum erhalten bleiben", sagt Kapitän zur See Oliver Ottmüller, Kommodore des Geschwaders.

Die P-3C Orion verlässt das Militärgelände in Nordholz und beginnt ihre letzte Reise ins Aeronauticum. Foto: Potschka

Die "Orion" war das größte Kampfflugzeug der Bundeswehr. Vor allem bei der Operation "Enduring Freedom" und der EU-Mission "Atalanta" gegen die Piraterie am Horn von Afrika hat sich die Maschine bewährt. Von 2008 bis 2021 flogen die Besatzungen regelmäßig vom Stützpunkt in Dschibuti aus. Mit Radar erfassten sie sämtliche Schiffe im Seegebiet, lieferten den Kriegsschiffen das aktuelle Lagebild. Ihre wichtigste Aufgabe: die Aufklärung der Piratencamps an Somalias Küste. Das elektro-optische Kamerasystem machte gestochen scharfe Bilder aus weiter Entfernung, deshalb der Beiname "fliegendes Auge".

Neuzugang in Nordholz: Die P-8A Poseidon wird in die Deutsche Marine aufgenommen. Foto: Bundeswehr/Julia Kelm

Wehmut und Stolz bei der Überführung

28.500 Flugstunden in fast zwei Jahrzehnten - das ist die Bilanz. In Kürze steht eine der acht Maschinen im Aeronauticum, neben 18 anderen Originalflugzeugen der Deutschen Marine. "Mit Wehmut, aber auch mit viel Stolz und Freude über den neuen Standort haben wir Marineflieger die Überführung geplant und schließlich mit vielfältiger Unterstützung umgesetzt", sagt Ottmüller. Er freut sich, dass viele Besucher das Exponat künftig bestaunen können.

Während eine Ära endet, beginnt in Nordholz ein neues Kapitel: Die Nachfolgerin P-8A "Poseidon" ist bereits vor Ort. Sie wird künftig in den Nordholzer Himmel starten, nur leiser und schneller.

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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