Der Letzte macht das Licht aus: Die langjährigen NEZ-Mediaberater Meik Kremer (links) und Jens Riedel verabschieden sich von der Alten Feuerwache in Otterndorf. Sie wechseln – genau wie NEZ-Redakteur Egbert Schröder – ins Homeoffice. Foto: Mangels
Der Letzte macht das Licht aus: Die langjährigen NEZ-Mediaberater Meik Kremer (links) und Jens Riedel verabschieden sich von der Alten Feuerwache in Otterndorf. Sie wechseln – genau wie NEZ-Redakteur Egbert Schröder – ins Homeoffice. Foto: Mangels
Die Standorte des Verlags

Die Niederelbe-Zeitung verlässt Otterndorf - Rückblick auf 177 Jahre Pressegeschichte

von Christian Mangels | 29.10.2025

Für die Möbelpacker sind es nur Kisten, für die Niederelbe-Zeitung ist es das Ende einer Ära: Die NEZ zieht um - von dem traditionellen Verlagsstandort Otterndorf an die Abschnede in Cuxhaven. Ein Rückblick auf 177 Jahre Zeitungsgeschichte.

Immer da, wo etwas los ist. Das ist die Maxime einer Lokalzeitung. Und bei der Cuxhaven-Niederelbe Verlagsgesellschaft (CNV) ist in diesen Tagen einiges los. Das Medienhaus zieht in das ehemalige Verwaltungsgebäude der Firma Bening an der Abschnede in Cuxhaven. Damit endet auch in Otterndorf ein Kapitel Stadt- und Zeitungsgeschichte. Schleusenstraße, Gutenbergstraße (heute Herbert-Huster-Straße) und seit 2017 die Alte Feuerwache an der Wallstraße - das waren die Standorte der Niederelbe-Zeitung in Otterndorf.

Ralf Drossner, Geschäftsführer der CNV, blickt zurück und nennt Gründe für den Umzug nach Cuxhaven: "Mit großem Enthusiasmus sind wir damals aus der Herbert-Huster-Straße in die Alte Feuerwache an der Wallstraße 12 gezogen, in der Hoffnung auf mehr Kundenfrequenz. Leider hat sich diese Erwartung nicht erfüllt - im Gegenteil: Der Trend rückläufiger Besucherzahlen, den viele Servicecenter in Deutschland erleben, hat sich auch bei uns gezeigt."

Nach dem altersbedingten Ausscheiden des Kundencenter-Teams wurde das Servicebüro in Otterndorf zum 31. Dezember 2024 geschlossen. "Verblieben sind ein Redakteur und zwei Mediaberater, die künftig aus ihren lokalen Homeoffices arbeiten", sagt Drossner.

Der Schriftzug am Gebäude bleibt bestehen

Die Schritte zum Umzug seien in enger und vertrauensvoller Abstimmung mit Samtgemeindebürgermeister Frank Thielebeule getroffen worden. "Auch wenn keine Mitarbeitenden mehr vor Ort tätig sind, bleibt der bekannte Schriftzug der Niederelbe-Zeitung am Gebäude bestehen", erklärt der CNV-Geschäftsführer. Zudem prüfe der Verlag, ausgewählte Services künftig über die Tourist-Info der Stadt Otterndorf anzubieten.

Otterndorf und die Zeitung - das war 177 Jahre lang eine enge Verbindung. Los ging es am 4. August 1848. Damals erschien mit der "Otterndorfer Zeitung" das erste Presseprodukt in der Medemstadt. Dahinter steckte der Buchhändler und Journalist Melchior Helmcke. Die Losung der Erstausgabe lautete: "Für Wahrheit, Licht und Recht."

1855 übernahm der Schriftsetzer Wilhelm Lohmann das Blatt. In der Folge wechselten die Verleger mehrfach, bis 1894 Johann und Robert Hottendorff die Zeitung kauften und in Nordhannoversche Landeszeitung umbenannten. 1920 wurde die Nordhannoversche Landeszeitung zur regulären Tageszeitung mit sechs Ausgaben pro Woche. Am 1. Mai 1941 wurde die Nordhannoversche Landeszeitung aus "kriegsnotwendigen Gründen" eingestellt.

Mitten im Otterndorfer Stadtkern wurde die Niederelbe-Zeitung nach dem Zweiten Weltkrieg und der Erteilung einer Lizenz für die Herausgabe von Lokalzeitungen produziert. Foto: CN/NEZ-Archiv

Im Jahr 1949 erschien erstmals wieder eine Zeitung in Otterndorf. Der Verlag erhielt von der Besatzungsmacht die Lizenz zur Herausgabe der Niederdeutschen Zeitung, die 1954 nach der Fusion mit dem Nachbarverlag der Hadler Zeitung in Neuhaus (Oste) in Niederelbe-Zeitung - den bis heute gültigen Titel - umbenannt wurde.

Sitz der neuen Zeitung war zunächst die Schleusenstraße. 1969 zog der Verlag in die Gutenbergstraße, die 2013 in Herbert-Huster-Straße umbenannt wurde - benannt nach dem legendären Verleger der Niederelbe-Zeitung, der sich in seiner mehr als 50-jährigen Laufbahn maßgeblich an der Entwicklung der Zeitungslandschaft im Norden Niedersachsens beteiligt hatte. Bereits 2005 fusionierten die Niederelbe-Zeitung und die Cuxhavener Nachrichten zur Cuxhaven-Niederelbe Verlagsgesellschaft.

Acht Jahre in der Alten Feuerwache

Im Jahr 2017 erfolgte der Wechsel in die Alte Feuerwache an der Wallstraße, wo die Niederelbe-Zeitung acht Jahre lang in guter Nachbarschaft mit der Stadtbibliothek und der Tourist-Info verbracht hat. Und nun werden erneut die Umzugskisten gepackt.

Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere. Selten war diese Volksweisheit so zutreffend wie beim Umzug der Niederelbe-Zeitung und der Cuxhavener Nachrichten an die Abschnede. Dass eine komplette Redaktion und diverse andere Abteilungen ihren Einsatzort verlegen und trotzdem nahtlos weiterarbeiten, gleicht einem logistischen Meisterwerk. Für unsere Leserinnen und Leser sowie die Online-Nutzer ändert sich durch den Umzug nichts. Unsere Redaktion wird natürlich auch nach dem Umzug weiterhin zuverlässig, aktuell, seriös und mit viel Leidenschaft über die wichtigsten Nachrichten und Ereignisse in Hadeln, Cuxhaven und der Region berichten.

Der langjährige Verlagsmitarbeiter Emil Horwege auf der Rotationsdruckmaschine der Niederelbe-Zeitung. Foto: CN/NEZ-Archiv

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Christian Mangels

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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