Elberadweg-Sperrung und Deicherhöhung: Wichtiges Küstenschutzprojekt wird umgesetzt
Der Elberadweg zwischen Otterndorf und Cuxhaven wird gesperrt: Grund ist die Deicherhöhung. Tausende Kubikmeter Klei von der Hafenbaustelle (Liegeplätze 5 bis 7) werden dafür genutzt - ein wichtiges Projekt für den Küstenschutz an der Elbe.
Mit dem Ausbau der Liegeplätze 5 bis 7 im Hafen nimmt eines der derzeit größten Infrastrukturprojekte an der Elbe weiter Gestalt an. Rund 1,3 Kilometer Spundwand sind bereits errichtet. Aktuell sind Hopperbagger im Einsatz, um die Flächen mit großen Mengen Sand aufzuspülen - insgesamt werden etwa drei Millionen Kubikmeter benötigt.
Parallel dazu wird der in diesem Abschnitt vorhandene Gründeich zurückgebaut. Die neuen Liegeplätze entstehen auf einem deutlich höheren Niveau, sodass künftig keine klassische Deichkrone mehr erforderlich ist. Der dabei gewonnene Boden wird jedoch nicht entsorgt, sondern weiterverwendet.
Elberadweg wird bis Ende Juni gesperrt
Im Vorland beim Bojenbad in der Grimmershörnbucht wurde bereits die Grasnarbe abgetragen. Der Untergrund erwies sich als zu feucht, zudem hatten sich Senken gebildet. Zur Wiederherstellung des Geländes wird neuer Kleiboden aufgebracht und die Fläche neu profiliert. Das Material stammt aus dem zurückgebauten Gründeich hinter den neuen Liegeplätzen.
Insgesamt handelt es sich um zehntausende Kubikmeter hochwertigen Kleibodens. Ein Teil wurde bereits per Lkw nach Altenwalde transportiert und im Kleilager des Cuxhavener Deichverbands eingelagert. Er soll für den Deichbau in Sahlenburg genutzt werden.
Der Großteil ist jedoch für die Wasser- und Bodenverbände Otterndorf vorgesehen. In Altenbruch steht in diesem Jahr ein weiteres wichtiges Projekt an: Die verbleibenden, noch nicht erhöhten 700 Meter Elbdeich sollen ertüchtigt werden, wie Geschäftsführer Florian Heitsch erklärt. Betroffen ist der Abschnitt zwischen der Schäferei in Wehldorf und dem Strandhaus in Altenbruch.
Die Firma Bodo Freimuth aus Bülkau trägt den Boden ab und transportiert ihn zur Deichbaustelle, das Unternehmen Schlichtmann aus Belum übernimmt den Einbau. Der Transport erfolgt über den Deichverteidigungsweg. Die Arbeiten beginnen am Montag, 13. April, und bringen insbesondere für Radfahrer Einschränkungen mit sich. Der Elberadweg wird bis zum Beginn der Sommerferien gesperrt; derzeit ist geplant, den beliebten Radweg am 26. Juni wieder freizugeben.
Eine Herausforderung für den Deichschäfer
Für Radfahrer ist eine Umleitung ausgeschildert: Sie führt über die Straßen Am Deich, durch Wehldorf, weiter über die Wehldorfer Straße und die Alte Marsch. An der Altenbrucher Schleuse kann wieder auf den Elberadweg gewechselt werden. An Wochenenden und Feiertagen soll die Sperrung möglichst aufgehoben werden - sofern keine Arbeiten stattfinden.
Insgesamt werden rund 20.000 Kubikmeter Boden per Lkw vom Hafen nach Altenbruch transportiert. Sechs Fahrzeuge sind täglich im Einsatz. "Für uns ist es eine gute Lösung - auch vom Zeitpunkt her. So haben wir schon im Herbst wieder eine grüne Wiese", sagt Florian Heitsch. Überschüssiges Material wird zwischengelagert, bis es an anderer Stelle benötigt wird. Die Transportkosten trägt NPorts im Rahmen des Hafenprojekts.
Eine besondere Herausforderung stellt das Vorhaben für den Deichschäfer dar. Während die Lkw den Deichverteidigungsweg nutzen, weiden die Schafe weiterhin auf dem Deich. Gleichzeitig muss auch das Vorland regelmäßig abgegrast werden, um den Küstenschutz zu sichern. Das Projekt erfordert daher eine enge Abstimmung.
Für die kommenden Jahrzehnte gerüstet
Der Elbdeich wird im Zuge der Maßnahme auf bis zu 9,30 Meter erhöht. Dafür wird zunächst der Oberboden abgetragen, anschließend Klei eingebaut und danach wieder mit Oberboden abgedeckt und eingesät. Nach Abschluss der Arbeiten gilt der Deich als gut für die kommenden Jahrzehnte gerüstet.



