In der Nacht zu Dienstag wurden die Einsatzkräfte der Feuerwehr Otterndorf zur Unterstützung bei einer Hubschrauberlandung alarmiert. Foto: Lange
In der Nacht zu Dienstag wurden die Einsatzkräfte der Feuerwehr Otterndorf zur Unterstützung bei einer Hubschrauberlandung alarmiert. Foto: Lange
Wenn jede Minute zählt

Feuerwehr Otterndorf & Klinik im Takt: So gelingt eine nächtliche Hubschrauberlandung

15.08.2025

Eine Hubschrauberlandung in der Nacht, mehrere Fehlalarme und ein Treckerbrand - die Feuerwehr Otterndorf hatte in dieser Woche alle Hände voll zu tun. Welche Herausforderungen die Einsatzkräfte in dieser Woche meisterten, lesen Sie hier.

Es war mitten in der Nacht, als sich der Sportplatz in Otterndorf in einen hell erleuchteten Landeplatz verwandelte: Die Feuerwehr Otterndorf begleitete am frühen Dienstagmorgen (12. August 2025) die Landung des Rettungshubschraubers "Christoph Niedersachsen" aus Hannover. Das Ziel: die schnelle und schonende Verlegung eines jugendlichen Patienten in eine Spezialklinik.

Keine Routineeinsätze für das Krankenhaus

"Tatsächlich hatten wir in kurzer Vergangenheit zwei Hubschrauberlandungen zur Verlegung in andere Krankenhäuser", erklärt Jennifer Schroth, Geschäftsführerin des Krankenhauses Land Hadeln, auf Nachfrage der CN/NEZ-Redaktion. "Regelhaft, wöchentlich oder ähnlich häufig kommt das bei uns aber nicht vor."

Die Gründe liegen immer in einer konkreten medizinischen Notfallsituation. "Als Grund- und Regelversorger versorgen wir die Akutsituation, soweit dies in unseren Möglichkeiten liegt. Eine Weiterverlegung in eine spezielle Einrichtung wird durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von unterschiedlichen Fachrichtungen entschieden", heißt es.

Entschieden werde ebenfalls, auf welchem Rettungsweg die Verlegung geschehen soll. "In diesen Fällen war der Luftrettungsweg das Mittel der Wahl, um eine schnelle medizinische Weiterversorgung gewährleisten zu können. Dies wird aus der Klinik heraus koordiniert. Im Vorfeld werden mögliche Kliniken telefonisch kontaktiert. Die Aufnahmekapazität muss in der jeweiligen aufnehmenden Klinik, häufig dann in einem Maximalversorger, ja auch gegeben sein."

Neben der Absicherung wurde der Landeplatz vorbereitet und für die Ankunft des Hubschraubers hell ausgeleuchtet. Foto: Lange

Feuerwehr: "Wir müssen Sicherheit vor Ort gewährleisten"

Auch für die Feuerwehr ist der Ablauf für jene Situation klar strukturiert. "Wir bekommen eine reguläre Alarmierung als Hilfeleistung zur Unterstützung des Rettungsdienstes", erklärt Gemeindebrandmeister Tim Fritsche im Gespräch. "Unsere Haupttätigkeit ist, den Landeplatz - hier den Otterndorfer Sportplatz - großflächig auszuleuchten und die Sicherheit vor Ort zu gewährleisten."

Die Vorlaufzeit sei für die Feuerwehr meist ausreichend, da der Hubschrauber zunächst aus einiger Entfernung anfliegt. So bliebe genug Zeit, um den Landeplatz vorzubereiten. Kurz vor der Landung - in der Regel fünf bis zehn Minuten vorher - gibt es dann noch einmal eine Rückmeldung mit der genauen Ankunftszeit, erklärt Fritsche. "Das Ausleuchten geht relativ zügig, wir haben viele Fahrzeuge mit entsprechender Beleuchtung. Der Patient wird dann vom Rettungswagen des Krankenhauses zum Sportplatz gebracht."

Herausfordernde Woche für die Einsatzkräfte

Der Einsatz selbst dauerte rund eine halbe Stunde - und war damit einer der Einsätze, bei denen die Feuerwehr nach kurzer Zeit wieder einsatzbereit ist. In dieser Woche jedoch mussten die Otterndorfer Kräfte immer wieder ausrücken: vom Fehlalarm durch Rauchmelder bis hin zu kräftezehrenden Bränden. "Nicht jeder Einsatz fordert uns in gleichem Maß", sagt Fritsche. "Einen Hubschraubereinsatz kann man oft nach einer halben Stunde abhaken, während ein Treckerbrand mehrere Stunden dauern und viel Material binden kann."

Mitten auf dem Feld stand die Strohpresse beim Eintreffen der ersten Kräfte der Feuerwehr Otterndorf in Vollbrand. Foto: Lange

Die Temperaturen, die zuletzt knapp an die 30-Grad-Marke reichten, machten die Arbeit nicht leichter. "Mit Schutzkleidung wird es da schon sehr warm. Da ist es umso schöner, dass Anwohner uns immer wieder mit kühlen Getränken oder Verpflegung versorgen - wie zuletzt eine Landwirtin, die uns auf ihren Hof gerufen hatte. Das ist im ländlichen Bereich keine Seltenheit und sehr wertvoll für uns", betont Fritsche.

Von Joscha Kuczorra und Tamina Francke

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Nachrichten-Newsletter

Hier können Sie sich für unseren CNV-Newsletter mit den aktuellen und wichtigsten Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven anmelden.

Die wichtigsten Meldungen aktuell


Lesen Sie auch...
Energiewende

Ein Wärmenetz für Otterndorf: So sehen die Pläne aus

von Christian Mangels

Noch ist es eine Vision: ein Wärmenetz aus 100 Prozent regenerativer Energie für die Stadt Otterndorf. Aber die Otterndorfer Politik scheint sie für realisierbar zu halten. Wer davon - neben der Umwelt - profitiert und was genau geplant ist.

Ehemalige Stadtschreiberin

"Das Paket am Süderwall": Verena Liebers fesselt Otterndorf mit szenischer Lesung

In der Stadtscheune Otterndorf erweckte Verena Liebers mit ihrer szenischen Lesung "Das Paket am Süderwall" die Fantasie zum Leben. Ein Abend voller Musik, Spannung und einer Prise Humor, der Publikum und Mitwirkende begeisterte.

"Hinter jedem Bild ein Kind"

Hunderte Kinderpornografie-Inhalte: Familienvater aus dem Kreis Cuxhaven verurteilt

von Christian Mangels

Insgesamt 343 Bilder und Dateien mit kinder- und jugendpornografischen Inhalten hat die Polizei auf den Geräten eines Familienvaters aus dem Landkreis Cuxhaven gefunden. Das hatte nun ein juristisches Nachspiel für ihn.

Prävention an Schulen

Projekt der Hauptschule Otterndorf: Zeichen gegen sexuellen Missbrauch

von Redaktion

An der Hauptschule Otterndorf setzen sich Siebtklässler mit sexualisierter Gewalt auseinander. Im Projekt "Kein Raum für Missbrauch" lernen Schülerinnen und Schüler, Worte zu finden, Fragen zu stellen und Hilfe anzunehmen.