Wie geht es mit dem traditionsreichen Café Brüning in Otterndorf weiter? Am 22. Februar wurde gegen die Café Brüning Cuxhaven GmbH ein vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet. Foto: Grell
Wie geht es mit dem traditionsreichen Café Brüning in Otterndorf weiter? Am 22. Februar wurde gegen die Café Brüning Cuxhaven GmbH ein vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet. Foto: Grell
Traditionshaus

Insolvenz: Café Brüning in Otterndorf ist in wirtschaftliche Schieflage geraten

von Christian Mangels | 06.03.2024

Gerüchte gab es schon länger, nun ist es amtlich: Für das Traditionscafé Brüning in Otterndorf wurde ein vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet. Wie es jetzt weitergeht.

Das Café Brüning, mitten am Kirchplatz in Otterndorf, ist seit vielen Jahren beliebter Anlaufpunkt für Einheimische und Urlauber gleichermaßen. Doch jetzt steckt das Traditionshaus in der Krise. Das Amtsgericht Cuxhaven hat am 22. Februar ein vorläufiges Insolvenzverfahren über das Vermögen der Café Brüning Cuxhaven GmbH eröffnet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Cuxhavener Fachanwalt Jan M. Antholz bestellt. Eine Krankenkasse habe beim Amtsgericht den Antrag auf Insolvenz gestellt, so Antholz. Betroffen sind nach Angaben des Insolvenzverwalters 15 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, darunter auch geringfügig Beschäftigte.

Der Cuxhavener Unternehmer Andreas Vogel hatte den Cafébetrieb im Juni 2023 übernommen. Auf einer Betriebsversammlung im Februar habe er nach eigenen Angaben das Personal über die drohende Insolvenz informiert. In einer Pressemitteilung nennt der Geschäftsführer die Gründe für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten: "Der sehr späte Eröffnungstermin im Sommer letzten Jahres nach dem erfolgreichen Umbau, stark angestiegene Kosten für Lebensmittel und Energie, eine schwache Konjunktur und hausgemachte Fehler haben für die jetzige Schieflage gesorgt", räumt Vogel selbstkritisch ein. Diese Themen seien analysiert und abgeändert worden. Der gebürtige Berliner versichert: "Der Geschäftsbetrieb läuft ohne Einschränkungen für die Gäste weiter."

Unternehmer Andreas Vogel gewährte im Juni 2023 Einblicke in die Backstube. Foto: Mangels

Café Brüning in Otterndorf: Stimmung bei Mitarbeitern angespannt

Für den Insolvenzverwalter Jan M. Antholz ist es vor allem wichtig, Ruhe in den Geschäftsbetrieb und die Belegschaft zu bringen. Er hat bereits viele Gespräche geführt und organisiert eine sogenannte Insolvenzgeld-Vorfinanzierung, um Löhne und Wareneinkäufe sicherzustellen. "Die Stimmung bei den Mitarbeitern ist natürlich angespannt, einige haben gekündigt", erklärt Antholz im Gespräch mit unserem Medienhaus. Aber erste Stabilisierungsmaßnahmen seien bereits gelungen. Geschäftsführer Andreas Vogel sei zwar bestrebt, die Krise aus eigener Kraft zu bewältigen. "Aber ich schaue mich rechts und links durchaus nach Interessenten um, die mitmachen wollen", sagt Antholz.

Eine dreistellige Zahl an Sitzgelegenheiten steht im Café Brüning (Archivfoto aus Juni 2023) zur Verfügung. Archivfoto: Mangels

Wichtig sei es, in den nächsten zwei, drei Wochen langfristige Perspektiven zu erarbeiten. Die Hauptsaison rückt näher, deshalb ist der Zeitdruck groß: "Spätestens zum 1. Mai soll das Café auf ein neues Fundament gestellt werden", erklärt Jan M. Antholz.

Trotz aller Probleme ist das Führungsteam um Andreas Vogel optimistisch, das Unternehmen in dem Insolvenzverfahren neu aufstellen zu können. "Wir haben viel zu bieten und schafften es im vergangenen Jahr, das Café neu aufleben zu lassen", so Vogel. Für ihn ist Brüning eine Art Lebenstraum, "ein hervorragendes Café in einer wundervollen, kleinen Stadt". Ziel sei es, gemeinsam mit dem Ehepaar Brüning, den Kunden und Lieferanten das Café Brüning "strategisch und wirtschaftlich langfristig auf stabile Füße zu stellen und auch in Zukunft in Otterndorf präsent zu sein".

Im Juni 2023 freuten sich Pächter Andreas Vogel und Betriebsleiterin Jana Martens auf die Wiedereröffnung des Café Brüning. Archivfoto: Mangels

Auch Insolvenzverwalter Jan M. Antholz glaubt, dass das Café Brüning eine gute Zukunft hat. Er bezeichnet den Otterndorfer Betrieb als "sanierungswürdig und sanierungsfähig". Eine wichtige Aufgabe für das Kaffeehaus bestehe darin, über den Sommer hinweg "Speck anzufressen", um gut über den Winter zu kommen.

Der Unternehmer Andreas Vogel betreibt neben dem Café Brüning mit einer dreistelligen Zahl an Sitzgelegenheiten mehrere Restaurants in Cuxhaven und Bremerhaven, unter anderem das "Hus op'n Diek" und das "Oberdeck", und ist Chef eines Malereibetriebs. Ob außer Brüning weitere Betriebe von den wirtschaftlichen Schwierigkeiten betroffen sind, war bislang nicht zu erfahren. Insolvenzverwalter Jan M. Antholz betont, dass er nur für die Café Brüning Cuxhaven GmbH zuständig sei.

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Christian Mangels

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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