Das Kaufhaus Stolz ist mit mehr als 30 Kaufhäusern in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen vertreten. 2017 wurde die Stolz-Filiale in der ehemaligen Störtebeker-Passage in Cuxhaven eröffnet. In Otterndorf wird noch ein geeigneter Standort gesucht. Foto: Adelmann
Das Kaufhaus Stolz ist mit mehr als 30 Kaufhäusern in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen vertreten. 2017 wurde die Stolz-Filiale in der ehemaligen Störtebeker-Passage in Cuxhaven eröffnet. In Otterndorf wird noch ein geeigneter Standort gesucht. Foto: Adelmann
Einzelhandelskonzept

Kaufhaus Stolz: Nur ein Standort in Otterndorf kommt für Ansiedlung infrage

von Christian Mangels | 28.03.2025

Jetzt ist es amtlich: Für eine Ansiedlung des Kaufhauses Stolz in Otterndorf ist die Fläche hinter dem Rossmann vorerst aus dem Rennen. Das geht aus dem neuen Einzelhandelskonzept hervor. Größeres Potenzial sehen die Planer an einem anderen Standort.

Nach fünf Jahren bekommt die Stadt Otterndorf ein neues Einzelhandelskonzept. Das 34-seitige Papier der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) soll helfen, Otterndorf als Einkaufsstandort auch in Zukunft attraktiv zu halten. Projektleiter Florian Komossa stellte die Datensammlung am Donnerstag im Ausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Personal vor.

Insgesamt 63 Betriebe mit einer Verkaufsfläche von 24.920 Quadratmetern haben Komossa und seine Kollegin Katharina Staiger in der Medemstadt gezählt. Das jährliche einzelhandelsrelevante Kaufkraftvolumen beziffert die GMA für die Stadt Otterndorf auf rund 60 Millionen Euro. Eingerechnet sind die rund 474.000 Übernachtungsgäste, die der Stadt ein Kaufkraftvolumen von 8,9 Millionen Euro einbringen.

Mit Lebensmittelmärkten ist die Medemstadt bestens versorgt, finden die Planer. Das Einzelhandelskonzept spricht von einer "überdurchschnittlichen Ausstattung" in Otterndorf mit einer Verkaufsflächenausstattung von rund 550 Quadratmetern je 1000 Einwohner (Bundesdurchschnitt: 434 Quadratmeter). Gleichwohl sieht die GMA Vergrößerungspotenzial beim Getränkemarkt am Sophienweg und beim Lidl am Liebesweg. Letzterer hat bereits Erweiterungspläne verlautbaren lassen.

Otterndorf könnte einen Einrichtungsmarkt gut vertragen

Weitere Erkenntnis aus dem Einzelhandelskonzept: Der Otterndorfer Einzelhandel könnte einen Einrichtungsmarkt wie Jysk (ehemals Dänisches Bettenlager) gut vertragen. Auch Non-Food-Discounter wie Tedi oder Action fehlen bislang in Otterndorf.

Mit Spannung erwartet wurde die Beurteilung einer möglichen Ansiedlung des Kaufhauses Stolz in Otterndorf. Die Kaufhaus-Kette aus Schleswig-Holstein hat bekanntlich großes Interesse, sich in der Medemstadt mit einem mindestens 800 Quadratmeter großen Geschäft anzusiedeln. Von vielen Einzelhändlern in der Innenstadt wird die mögliche Etablierung eines Kaufhauses am Rande der Stadt kritisch gesehen.

Die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung hat in städtischem Auftrag die örtliche Einzelhandelssituation unter die Lupe genommen. Ergebnisse, die die Fortschreibung des aus dem Jahr 2020 stammenden Einzelhandelskonzepts bilden, liegen jetzt vor und wurden im Wirtschaftsausschuss erstmals öffentlich vorgestellt. Foto: Mangels

Als favorisierter Standort für Stolz galt lange Zeit die Fläche hinter dem Rossmann an der Straße An der Bahn. Doch dieser Bereich ist laut Einzelhandelskonzept - zumindest vorerst - vom Tisch. Grund sind die Vorgaben der Landes-Raumordnung, die eine großflächige Einheit mit einem zentrenrelevanten Kernsortiment nur im zentralen Versorgungsbereich, also in der Innenstadt, und nicht am westlichen Rand der Stadt erlauben. Die Landesplanungsbehörde lehne einen zweiten zentralen Versorgungsbereich an dieser Stelle ab, so die Planer.

Die GMA hat weitere mögliche Standorte für das Kaufhaus Stolz geprüft. Das ehemalige Möbelhaus Krooß am Himmelreich? Zu klein. Die alten Gewächshäuser an der Goethestraße? Keine gesicherte Erschließung. Bleibt der zentrale Versorgungsbereich im Bereich Liebesweg, Marktstraße und Stader Straße. "Die Flächen um das E-Center, Lidl und Kik stellen die einzigen Potenzialflächen für großflächigen zentrenrelevanten Einzelhandel in Otterndorf dar", sagt Florian Komossa.

Allerdings müsste das gesamte Areal um den Edeka städtebaulich komplett neu geordnet werden, um die bestehenden Märkte zu erweitern und zusätzliche Fachmärkte aufnehmen zu können. Denkbar wäre etwa, den lang gezogenen Edeka zu drehen, um so mehr Platz für einen zusätzlichen Anbieter zu schaffen. "Ein Masterplan unter Einbeziehung aller Grundeigentümer ist erforderlich", so Komossa.

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Christian Mangels

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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