Umbau beginnt im April: Otterndorf macht seine Strandpromenade fit
Lange dauert es nicht mehr: In weniger als einem Monat rücken in Otterndorf die Bagger an, um die Strandpromenade neu zu gestalten. In den gut gefüllten Seelandhallen erklärten Stadt, Planer und Baufirma, wie die Arbeiten ablaufen sollen.
"Volle Hütte" in den Seelandhallen und viele Fragen im Publikum: Rund 200 Besucherinnen und Besucher wollten am Montag aus erster Hand erfahren, was mit der Strandpromenade geplant ist. Der Andrang verdeutlichte die enge Verbundenheit der Otterndorferinnen und Otterndorfer mit "ihrer" Flaniermeile am Wasser.
Gleich zu Beginn der Veranstaltung betonte Otterndorfs Bürgermeister Claus Johannßen, dass der Umbau der Promenade ein "anlassbezogenes" Projekt sei. Hintergrund ist die erforderliche Erhöhung des Deckwerks durch das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe-Nordsee. Für die Stadt Otterndorf ergibt sich daraus die Möglichkeit, notwendige Maßnahmen mit zusätzlichen Verbesserungen zu verknüpfen. Stadtdirektor Frank Thielebeule bezeichnete das Vorhaben als "zukunftsweisend".
Jens Wiesemann von dem mit der Planung beauftragten Ingenieurbüro Sweco stellte den Gästen die Baupläne, den zeitlichen Ablauf und die geplante Zuwegung für die Baufahrzeuge vor. Die Neugestaltung der Strandpromenade wird in zwei Bauabschnitten bis September 2027 umgesetzt. Offizieller Beginn für den ersten Bauabschnitt (unter anderem mit dem Strandbereich Kap Jakob) ist am 15. April. Erste Vorbereitungen dafür starten bereits am 30. März. Der zweite Bauabschnitt mit der Freibeuter-Strandbar der Familie Fredebohm soll am 15. April 2027 beginnen und etwa fünf Monate andauern.

Das Architektur- und Ingenieurbüro setzt auf eine Abgrenzung von Fußgänger- und Fahrradverkehr - auch farblich: Der Fußgängerweg wird sandfarben gestaltet, der (Elbe-)Radweg rot. Am Strand Kap Jakob, im Osten des Küstenabschnitts, soll ein kleiner Platz mit Toilettenanlage und der Möglichkeit einer gastronomischen Erweiterung entstehen. Außerdem wird es dort Fahrradstellplätze und eine Haltestelle für den Strandexpress geben. Eine Treppe und eine Rampe führen ins Watt. Spielgeräte sind am Kap Jakob bislang ebensowenig vorgesehen wie eine DLRG-Wachstation.
"Elbpanorama" ist Filetstück des zweiten Bauabschnitts
"Filetstück" des zweiten Bauabschnitts ist das sogenannte "Elbpanorama" - eine Erlebnistreppe, die zum Verweilen einladen soll und gleichzeitig den Zugang zum Wattenmeer ermöglicht. Dahinter wird auf einer Anhöhe, einer Art Warft, die Gastronomie angesiedelt. Toiletten und Fahrradstellplätze sind dort ebenfalls vorgesehen. Rechts davon soll nach den Plänen eine weitere Rampe, der sogenannte "Pottkieker", entstehen.
Die Zuwegung für die Baufahrzeuge wird im ersten Bauabschnitt über die Schillerstraße und Schleusenstraße erfolgen. Dies wird von einigen Anwohnern der Schleusenstraße kritisch gesehen, die bereits beim Ausbau des Neubaugebiets am Medembogen stark durch Bauverkehr belastet waren. Ein Vertreter der Baufirma J. D. Hahn versicherte, dass höchstens vier bis fünf Fuhren pro Tag erfolgen werden. Die Zuwegung für den zweiten Bauabschnitt steht noch nicht fest. "Hier sind wir aktuell noch in der Abstimmung", sagte Jens Wiesemann.
Zur Präsentation gab es von den Zuhörerinnen und Zuhörern viele Nachfragen: Gibt es genügend Toiletten? Was ist für Kinder geplant? Ist an der Promenade eine Beleuchtung vorgesehen? Wie sieht es mit der Lärmbelästigung aus?
Festzuhalten bleibt, dass die Bauarbeiten am Deich zwangsläufig mit Beeinträchtigungen verbunden sein werden. Wenn der erste Bauabschnitt umgesetzt wird, ist der entsprechende Strandabschnitt nicht nutzbar. Gleiches gilt für den zweiten Bauabschnitt. Für die Besucher, Strandkabinennutzer und Mitarbeiter der Gastronomie heißt das: zusammenrücken. So wird das Team der Freibeuter-Strandbar während der Arbeiten im zweiten Bauabschnitt übergangsweise ans Kap Jakob umziehen.