Jette Schmitz, Fayola Pintoribeio und Rieke Schedla (v.r.) arbeiten engagiert an ihren nachhaltigen Projektideen unter Aufsicht von Elke Freimuth (l.). Foto: Grell
Jette Schmitz, Fayola Pintoribeio und Rieke Schedla (v.r.) arbeiten engagiert an ihren nachhaltigen Projektideen unter Aufsicht von Elke Freimuth (l.). Foto: Grell
Nachhaltige Konzepte 

Green Start-up: Jugendliche aus dem Kreis Cuxhaven nutzen ihre Herbstferien sinnvoll

11.10.2024

Jungen Menschen Türen in die Unternehmerwelt öffnen und sie zum gegenseitigen Austausch anregen, das waren die Ziele des Green Startup-Camps. Die Jugendlichen ließen ihrer Kreativität im Camp freien lauf und entwickelten beeindruckende Projekte. 

Ins Leben gerufen wurde das Green Startup-Camp von Elke Freimuth, Naturschutzorganisation "wilde-natur.org", und der Naturerlebnispädagogin Jana Heck. Die Idee dazu entsprang aus der "StartUp AG", die Freimuth am Otterndorfer Gymnasium leitet. In dieser kommen Schüler aus ganz Deutschland zusammen, um Ideen für nachhaltige Unternehmen zu entwickeln.

Acht Jugendliche nutzen das Angebot und arbeiteten engagiert an ihren Ideen. Durch pädagogische Spiele lernten sie sich besser kennen und "wuchsen zu einer Einheit", wie Freimuth es beschreibt. Gefördert wurde das Camp von der Postcode-Lotterie. 

Das Ziel des Green Startup-Camps in Otterndorf 

An den Schulen werde den Kindern und Jugendlichen laut Freimuth nichts über Unternehmensgründung beigebracht. Das sei aber wichtig. "Ein Unternehmen zu gründen ist gar nicht schwer, aber den neuen Generationen wird es einfach nicht beigebracht. Wir legen hier im Camp Wert auf den Austausch mit anderen Firmengründern. Denn woanders haben die Schüler kaum eine Möglichkeit dazu", erklärt die "wilde-natur.org"-Gründerin. Sie wolle die Jugendlichen auf die Spur des "grünen Gründers" bringen. Dafür entwickelte sie gemeinsam mit Jana Heck einen Plan für drei Tage.

Die Teilnehmer mit den Initiatoren des Green Startup Camps: Jette Schmitz, Till Behnemann, Fayola Pintoribeio, Tom Pleines, Rieke Schedla, Jiline Schwenker, Sofie Folz, Jana Heck und Elke Freimuth (v.l.). Foto: Grell

An diesen drei Tagen kamen verschiedene Referenten ins Camp, das im Otterndorfer Baumhaushotel stattfand, und tauschten sich mit den Teilnehmern aus. Für die Veranstalter war es wichtig, dass bei den Projekten der jungen Erwachsenen der Nachhaltigkeitsaspekt im Mittelpunkt steht. "Unternehmen, die zukunftsfähig sein sollen, müssen nachhaltig sein, damit sie Bestand haben", ist sich Elke Freimuth sicher. Und genau das berücksichtigten die Jungunternehmer in ihrer Planung. 

Besondere Unternehmensideen der Jugendlichen 

Die acht Jugendlichen teilten sich in zwei Gruppen. Jiline Schwenker, Sofie Folz, Till Behnemann, Tom Pleines und einem weiteren Mitglied, das nicht namentlich genannt werden wollte, entwickelten eine Bienenschutz-App. "Wir wollen damit dem Bienensterben entgegenwirken und für Aufklärung sorgen", erklärt Sofie Folz. In der App soll Naturschutz mit Spaß vereint werden.

"Es soll einen Übergriff von der App in die Realität geben. Wir wollen Spenden für den Kauf von Blühwiesenpatenschaften sammeln", erzählt Jiline Schwenker. Das Ziel der App sei spielerisches Lernen und das Entwickeln logischer Denkfähigkeiten durch Rätsel. Till Behnemann führt aus: "Wir bedienen mit unserer innovativen Idee eine Marktlücke." Durch Recherche sammeln die Jugendlichen die nötigen Informationen für ihre App. Doch sie müssen sich auch einigen Hürden stellen. Denn aktuell sind sie noch auf der Suche nach einem technischen Team für die Entwicklung der App. Zudem benötigen sie Unterstützung, was die rechtlichen Fragen betrifft. Doch sie sind sich alle einig: "Wir möchten es durchziehen und Lebensraum für die Bienen schaffen. Sie sind so wichtig für die Natur." 

Sofie Folz, Jiline Schwenker, Jana Heck, Till Behnemann und Tom Pleines (v.l.) arbeiten an der Bienenschutz-App. Foto: Grell

Die zweite Gruppe beschäftigte sich mit einem Gemeinschaftsgarten für Otterndorf. Fayola Pintoribeio, Jette Schmitz und Rieke Schedla möchten mehrere Generationen zusammenbringen und zum Austausch bewegen. In ihrem Gemeinschaftsgarten soll zudem die Artenvielfalt gefördert werden. Sie planen Sitzmöglichkeiten, Infotafeln, eine nachhaltige Anbauweise und Beete zum Mieten. Die Pflanzen sollen sich gegenseitig in einer Permakultur ergänzen. In einer Permakultur werden Pflanzen so angebaut, dass sie sich gegenseitig unterstützen und wenig externe Ressourcen brauchen. 

Doch auch die drei Mädchen stehen noch vor einigen Hürden, für die sie aber schon Lösungsansätze entwickelt haben. "Wir benötigen noch eine Wiese für unser Projekt. Dafür wollen wir mit dem Stadtrat ins Gespräch gehen. Und auch die Finanzierung ist aktuell noch nicht geklärt. Wir möchten uns für Fördergelder bewerben", sagt Jette Schmitz. Um zu überprüfen, ob ein Gemeinschaftsgarten für Otterndorf überhaupt gewünscht ist, haben sie eine Umfrage entwickelt. Diese ist online zu finden. 

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