In Flögeln im Landkreis Cuxhaven wurden am Wochenende sieben Schafe gerissen. Foto: Armin Weigel/dpa
In Flögeln im Landkreis Cuxhaven wurden am Wochenende sieben Schafe gerissen. Foto: Armin Weigel/dpa
Trotz Herdenschutzhunden

Sieben tote Schafe nach Wolfsangriff im Kreis Cuxhaven - Verdacht auf ganzes Rudel

06.01.2026

Wieder Wolfsrisse im Kreis Cuxhaven: In Flögeln wurden am Wochenende sieben Schafe trotz Herdenschutzhunden getötet. Hinweise sprechen für ein ganzes Rudel - nun sollen DNA-Spuren klären, wie viele Wölfe beteiligt waren.

In Flögeln im Landkreis Cuxhaven ist es am Wochenende zu einem Wolfsriss gekommen. Nach Angaben von Schäfern wurden dabei sieben Schafe getötet. Die Tiere befanden sich auf einer Weide, die mit zwei Herdenschutzhunden gesichert war. Diese konnten den Angriff offenbar nicht verhindern.

Nach Informationen der Nordsee-Zeitung gehen Schäfer und Landwirte davon aus, dass mehrere Wölfe an dem Riss beteiligt waren. Darauf deuten unter anderem die Tracking-Daten der Herdenschutzhunde hin. Demnach bewegten sich die Hunde in der Nacht von Samstag auf Sonntag auffällig häufig und über weite Strecken über die Weide. Nun sollen laut Medienberichten DNA-Spuren ausgewertet werden, um genauere Erkenntnisse zu gewinnen.

Angriffe von Wölfen: Landkreis Cuxhaven besonders betroffen

Der Landkreis Cuxhaven gilt in Niedersachsen als die Region mit den meisten Wolfsangriffen. Im vergangenen Jahr wurden hier 52 Angriffe registriert, bei denen insgesamt 147 Tiere getötet wurden. Es folgen die Landkreise Uelzen (27 Angriffe, 63 getötete Tiere), Harburg (18 Angriffe, 51 Tiere), Emsland (16 Angriffe, 38 Tiere), Verden (15 Angriffe, 49 Tiere) sowie der Heidekreis mit 13 Angriffen und 27 getöteten Tieren. Landesweit fielen im vergangenen Jahr rund 700 Nutztiere Wolfsangriffen zum Opfer.

Bund plant Erleichterungen beim Abschuss von Wölfen

Die Bundesregierung will die rechtlichen Hürden für den Abschuss von Wölfen senken. Das Bundeskabinett hat dazu die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht gebilligt. Ziel ist es, sogenannte Problemwölfe künftig schneller entnehmen zu können. Zuvor hatten die EU-Staaten den Schutzstatus des Wolfes von "streng geschützt" auf "geschützt" herabgestuft und damit den Weg für entsprechende Gesetzesänderungen geebnet. In Niedersachsen wurden seit 2016 insgesamt acht Wölfe auf Grundlage von Ausnahmegenehmigungen getötet.

Von Dirk Bliedtner (mit dpa)

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