Die ökologische Station Cuxland betreut die Umsetzung von Wiedervernässungen in Moorgebieten. So wie hier im Ahlenmoor werden dazu Wälle angelegt, um das Wasser auf den Flächen zu halten und langfristig offene, heile Moorlandschaften entstehen zu lassen. Foto: Rohde
Die ökologische Station Cuxland betreut die Umsetzung von Wiedervernässungen in Moorgebieten. So wie hier im Ahlenmoor werden dazu Wälle angelegt, um das Wasser auf den Flächen zu halten und langfristig offene, heile Moorlandschaften entstehen zu lassen. Foto: Rohde
Naturschutzstiftung

Moor-Renaturierung: Wie die Ökologische Station Cuxland Moore schützt

von Ulrich Rohde | 17.02.2025

Wie funktioniert die Moor-Renaturierung? Das ist eine Frage, mit der sich die ökologische Station Cuxland im Landkreis Cuxhaven beschäftigt. Die Station ist zuständig für das nördliche und mittlere Kreisgebiet und kümmert sich um Naturflächen.

Während der nordöstliche Teil des Landkreises von der Naturschutzstation in Freiburg (Elbe) und das südliche Kreisgebiet von der Biologischen Station Osterholz betreut wird, stehen die Natura-2000-Gebiete - die Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Gebiete und die EU-Vogelschutzgebiete, sowie die Naturschutzgebiete - im Ahlenmoor, Balksee mit Randmooren, in den Niederungen von Geeste und Grove, in den Westerbergen bei Rahden, im Langen Moor und weiteren Gebieten mit ihrer spezifisch geschützten Flora und Fauna im Fokus der ökologischen Station Cuxland.

Die Naturschutzstiftung des Landkreises mit Sitz im Ahlenmoor wird seit 2023 durch das Land Niedersachsen als "Ökologische Station" gefördert. Die Ökologische Station Cuxland ist damit eine von 15 zusätzlichen Ökologischen Stationen in Niedersachsen und Teil des "Niedersächsischen Weges" zur Intensivierung der Vor-Ort Betreuung in Natura-2000-Gebieten.

Planung, Umsetzung und Monitoring

Die Ökologische Station unterstützt die untere Naturschutzbehörde des Landkreises bei Planung, Umsetzung und Monitoring von Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen in den Schutzgebieten und kooperiert mit allen Akteuren, um die Pflege und Entwicklung voranzutreiben. Wesentliche Aufgabe ist es, den Schutz bedrohter Arten und Biotope in die Fläche zu tragen, und einen positiven Effekt auf Flora und Fauna zu erzielen.

Station ist auf 100-prozentige Förderung durch das Land angewiesen

Außerdem wird die Ökologische Station bei der Umsetzung der Managementpläne der FFH-Gebiete eingebunden, die flächenbezogene Maßnahmen für Lebensraumtypen und FFH-Anhang-Arten enthalten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Monitoring wertgebender Arten und der Vegetationsbestände der Schutzgebiete.
Dabei geht es insgesamt nicht nur um Maßnahmen in Schutzgebieten, sondern auch auf Flächen außerhalb. Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen finden nicht nur auf öffentlichen, sondern auch auf privaten Flächen statt. Allerdings sind dem Umfang der Vorhaben Grenzen gesetzt, denn die Station ist auf 100-prozentige Förderung durch das Land angewiesen, weil sie nicht gegenfinanzieren darf, erläuterte Dr. Angela Panneck, Leiterin der Ökologischen Station, kürzlich im Ausschuss für Umwelt-, Klima- und Verbraucherschutz und Landwirtschaft des Kreistages.

Seltene Sumpfohreule 
brütet am Balksee

Zu den Aufgaben der Station zählt auch das Monitoring und die Erfassung von schützenswerten Arten und Lebensräumen. Das gilt beispielsweise für Brutvögel am Balksee, wo kürzlich per Drohne eine sehr seltene brütende Sumpfohreule gesichtet worden ist. Zu den seltenen Pflanzen, die die Station beobachtet, gehören auch das Torfmoos Knabenkraut oder auch Moororchidee sowie der Lungenenzian, der nur an drei Standorten im Landkreis vorkommt. Vom Überleben dieser Pflanze hängt auch der Bestand des  Lungenenzian-Ameisenbläulings, eines Schmetterlings, ab, dessen Raupen auf den Lungenenzian angewiesen sind. Um die Population der Pflanze zu stärken, wird über das Auspflanzen von Samen nachgedacht.

Ziel ist es, das Wasser in den Mooren zu halten

Die Wiedervernässung von Mooren ist ein weiterer Schwerpunkt der Station. Besonders in alten Torfabbaugebieten sei der Handlungsbedarf groß, so Dr. Pannek. Dazu müssen Gehölze wie zum Beispiel Birken weichen, Verwallungen angelegt oder ertüchtigt werden, eine kostspielige und aufwendige Arbeit. Ziel ist es, das Wasser in den Mooren zu halten und die Vegetation moortypisch zu verbessern. Sowohl im Dorumer Moor - hier werden rund 50 Hektar vernässt - als auch im Ahlenmoor ist die Station tätig. 200 Messpegel zur Kontrolle der Wasserstände wurden in den Mooren des Landkreises verteilt.

Immer wieder kommt es auch zu Dammbrüchen oder absackenden Verwallungen, wodurch Wasser in die Vorfluter abfließen kann. Hier müsse nachgesteuert werden. Gelinge es, die Wasserstände zu halten, sei das Potenzial groß, Arten zu fördern und heile, offene Moorlandschaften zu schaffen, so Dr. Pannek. 

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Ulrich Rohde

Redaktionsleiter
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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