Klare Vorschriften der Straßenverkehrsordnung sind entscheidend für die Sicherheit an unbeschrankten Übergängen. Foto: Thissen/dpa
Klare Vorschriften der Straßenverkehrsordnung sind entscheidend für die Sicherheit an unbeschrankten Übergängen. Foto: Thissen/dpa
Verhalten am Andreaskreuz

Nach tödlichem Unfall im Kreis Cuxhaven: Die Regeln am unbeschrankten Bahnübergang

von Tamina Francke | 29.10.2024

Nach einem Unfall an einem unbeschrankten Bahnübergang im Kreis Cuxhaven stellt sich die dringende Frage: Wie verhält man sich korrekt? Experten geben wertvolle Tipps und erläutern die geltenden Vorschriften für die Sicherheit.

Es passiert immer wieder - auch im Kreis Cuxhaven: Unfälle am unbeschrankten Bahnübergang. Nachdem ein Unfall bei Schiffdorf, bei dem ein Personenzug ein Auto an einem unbeschrankten Bahnübergang erfasste, noch glimpflich ausgegangen war, waren die Folgen beim tödlichen Unfall in Mulsum am Freitag dramatischer. Die Kollisionen lenken die Aufmerksamkeit auf ein wichtiges Thema: das richtige Verhalten an Bahnübergängen ohne Schranken.

"Klar ist: Jeder Unfall ist einer zu viel. Die Bedeutung des Andreaskreuzes und der Sicherungsanlagen sind vielen Verkehrsteilnehmern nicht oder nicht richtig bekannt", mahnt eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Zudem würden Leichtsinn und Ungeduld manch Einen zu riskanten Aktionen verleiten - was schlicht lebensgefährlich ist.

Unbeschrankte Übergänge auf den gängigen Fahrbahnen

Während auf der Strecke zwischen Cuxhaven und Hamburg laut der Regionalverkehre Start Deutschland GmbH alle Übergänge technisch gesichert sind, gibt es auf der Strecke zwischen Cuxhaven und Bremerhaven noch mehrere unbeschrankte Bahnübergänge, die lediglich mit einem Andreaskreuz ausgestattet sind. Die Bahnsprecherin ergänzt, dass auf der 37 Kilometer langen Strecke zwischen Cuxhaven und Bremerhaven insgesamt 15 technisch gesicherte und 22 nicht technisch gesicherte Bahnübergänge die Straße und die Schiene kreuzen.

Wie sollte man sich verhalten, wenn man sich einem unbeschrankten Bahnübergang nähert?

Andrea Stein, Pressesprecherin der Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (evb), betont die zentrale Rolle des Andreaskreuzes an unbeschrankten Übergängen: "Es dient als Warnsignal und zeigt an, dass Schienenfahrzeuge immer Vorfahrt haben." Autofahrer sollten ihre Geschwindigkeit verringern und sich dem Bahnübergang besonders vorsichtig nähern. Beim Hören eines Signals - etwa dem Pfeifen eines Zuges - müssen sie unbedingt anhalten. Stein ergänzt: "Unsere Züge geben beim Annähern an unbeschrankte Übergänge stets zwei lange Pfeiftöne ab. Diese Signale sind vorgeschrieben, werden überwacht und aufgezeichnet."

Warum ist besondere Vorsicht erforderlich?

Auch Stephan Hertz, Pressesprecher der Polizei Cuxhaven, unterstreicht, dass beim Nähern an unbeschrankte Bahnübergänge größte Vorsicht geboten ist. "Man sollte sich solchen Übergängen immer langsam nähern, im Zweifelsfall sogar im Schritttempo", erklärt Hertz. Vor dem Überqueren muss sichergestellt werden, dass die Strecke in beide Richtungen gut einsehbar ist. Bei eingeschränkter Sicht durch Hindernisse, Dunkelheit oder Nebel ist besondere Achtsamkeit geboten. Sobald die Sicht frei ist, sollte der Übergang zügig, aber kontrolliert überquert werden.

Welche Vorschriften gelten an unbeschrankten Übergängen?

Neben dem Vorrang für Schienenfahrzeuge, den das Andreaskreuz anzeigt, legt die Straßenverkehrsordnung weitere Vorschriften fest. So gilt ein Halteverbot bis zu 10 Meter vor dem Andreaskreuz. Auch Parkverbote sind zu beachten: Innerorts ist das Parken fünf Meter vor und hinter dem Kreuz untersagt, außerorts beträgt der Abstand 50 Meter. Darüber hinaus besteht im Bereich des Übergangs ein Überholverbot.

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Tamina Francke

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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