Nach Schilderung von Enak Ferlemann (CDU) habe SPD-Ratsmitglied Oliver Ebken am Stuhl des Fraktionsvorsitzenden Gunnar Wegener gesägt und das Ziel gehabt, nach dem Amt des Oberbürgermeisters zu greifen. Dies habe letztlich zur Demontage Ebkens in der SPD-Ratsfraktion geführt. Archiv-Foto: Rohde
Nach Schilderung von Enak Ferlemann (CDU) habe SPD-Ratsmitglied Oliver Ebken am Stuhl des Fraktionsvorsitzenden Gunnar Wegener gesägt und das Ziel gehabt, nach dem Amt des Oberbürgermeisters zu greifen. Dies habe letztlich zur Demontage Ebkens in der SPD-Ratsfraktion geführt. Archiv-Foto: Rohde
Meinung

Der Bruch in der Cuxhavener SPD-Stadtratsfraktion

von Ulrich Rohde | 14.11.2024

Wie gehen die 
Beteiligten damit um? Das ist die Frage, die in den kommenden Tagen und Wochen zu beantworten ist, wenn klar wird, wie Oliver Ebken auf den Verlust seiner Ämter nach dem Zerwürfnis mit der SPD-Ratsfraktion reagiert. Ein Kommentar.

Nun mag man es für indiskret halten, dass der Bundestagsabgeordnete Enak Ferlemann so offen bei einer CDU-Veranstaltung Auskunft über die skandalösen Ereignisse in der SPD-Ratsfraktion gesprochen hat. Andererseits kursierten bereits die wildesten Gerüchte und Spekulationen seit der Stadtratssitzung, bei der Oliver Ebken seine Ämter verloren hat. Es wäre eigentlich Sache der SPD-Ratsfraktion gewesen, aufzuklären und den Bürgerinnen und Bürgern reinen Wein einzuschenken.

Dass sich die Fraktion offenbar an ein Stillschweigeabkommen zu halten verpflichtet sah, ist nicht ehrenrührig. Das macht man eben so, wenn nicht noch mehr Porzellan zertrümmert werden soll. Aber es hilft auch niemandem weiter. Wie hoch muss das Gras wachsen, um ein solches in der hiesigen Lokalpolitik bislang nie da gewesenes Vorkommnis zu überwuchern?

Ich habe die Kritik daran, wie unser Medienhaus mit diesem heiklen Thema bisher umgegangen ist, zur Kenntnis genommen. Warum schreibt Ihr nicht darüber?, hieß es in den vergangenen Tagen oft genug. Es wurde auch gemunkelt, dass die Tageszeitung Teil eines Schweigekartells gewesen sei (Transparenzhinweis: Die Cuxhaven-Niederelbe Verlagsgesellschaft befindet sich zu einem Drittel im Besitz der Medienholding der SPD, der DDVG). Hat die Eigentümerstruktur des Verlagshauses für die redaktionelle Berichterstattung je eine Rolle gespielt? Nein! Gab es jemals Versuche, seitens unserer Gesellschafter Einfluss auf die redaktionelle Berichterstattung zu nehmen? Ebenfalls Nein! Sind wir aber einer faktenbasierten Berichterstattung verpflichtet? Ja, das sind wir. Und deshalb haben wir in der Angelegenheit Ebken/SPD-Fraktion diejenigen befragt, die es angeht: eben Oliver Ebken selbst und Fraktionschef Gunnar Wegener. Beide Seiten haben sich dazu entschlossen, sich nicht zur Sache zu äußern. Das akzeptieren und respektieren wir.

Wenn nun aber ein Politiker mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Lokal- und Bundespolitik und Einblick in die internen Abläufe seine Stimme erhebt, wie es Enak Ferlemann am Dienstag getan hat, können und werden wir dazu nicht schweigen. Sie können sicher sein, dass wir über den weiteren Fortgang der Entwicklungen berichten werden, gewissenhaft und glaubwürdig.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Ulrich Rohde
Ulrich Rohde

Redaktionsleiter
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

rohde@no-spamcnv-medien.de

Lesen Sie auch...
Hintergrund

Café Brüning: Wenn manchem die Presse in Otterndorf zu kritisch wird, folgen Lügen

von Frank Lütt

Wegen möglicher Steuerverschwendung von 300.000 Euro in Otterndorf schaltete sich der Bund der Steuerzahler ein. Und nun werden Lügen über ein Mitglied der CNV-Medien-Redaktion verbreitet. Dieser Beitrag widerlegt die Anschuldigungen.

Kommentar nach der Gewalttat

Nach den tödlichen Schüssen in Stade: Der Preis der Sicherheit (Kommentar)

von Bengta Brettschneider

Sechs Fachkräfte wurden in Stade getötet. Nun wird über Schutz und Sicherheit diskutiert. Doch Soziale Arbeit braucht Nähe, Vertrauen und offene Türen. Ein Kommentar darüber, was mehr Sicherheit leisten kann - und welchen Preis sie haben könnte.

"Heimatliebe" und "Patriot"

Sie lieben ihre Heimat nicht: Kommentar zu Straßen-Schmierereien in Ihlienworth

von Egbert Schröder

In einem Schriftzug prangt auf einer Straße in Ihlienworth "Deutschland - Heimatliebe ist kein Verbrechen". NEZ/CN-Redakteur Egbert Schröder hat dazu eine sehr deutliche Meinung in unserer Kommentar-Rubrik.

Pro und Contra

Fortschritt oder unnötige Hürde? Pro & Contra zum neuen Bezahlsystem beim Deichbrand

Das Deichbrand führt erstmals ein vollständig bargeldloses Bezahlsystem ein. Für die einen ist das ein Gewinn an Komfort und Sicherheit, für die anderen eine unnötige Hürde. Zwei Kommentare beleuchten die Vor- und Nachteile des neuen Systems.