Kommentar

Vom ersten Tag an Gas für die Börde geben

von Ulrich Rohde | 09.06.2024

Es konnte nur einer werden: Frank Springer (37) ist Samtgemeindebürgermeister der Börde Lamstedt. Das ist insoweit nicht überraschend, als er der einzige Kandidat für das Amt war.

Überraschender war für manche im Vorfeld, dass er sich überhaupt zur Wahl stellte, nachdem er erst vor anderthalb Jahren in die größere Nachbarkommune Hemmoor gewechselt war, um dort Erster Samtgemeinderat, also stellvertretender Verwaltungschef, zu werden. Aber die Anziehungskraft der Heimatgemeinde war für den bodenständigen Lamstedter wohl stärker als der attraktive Job im Hemmoorer Rathaus.

Dabei hat sich Springer aber auch einen ganzen Berg an Aufgaben eingehandelt, die er in den kommenden Jahren bewältigen muss, um die Existenz der Samtgemeinde zu sichern. Die Erwartungen an ihn sind hoch. An Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten mangelt es ihm nicht. Aber es geht um nichts weniger, als darum vom "Verwalten ins Gestalten" zu kommen, wie es Andreas Wehber von "Wir für die Börde" bei der Vorstellung Springers als gemeinsamen Kandidaten aller Fraktionen im Samtgemeinderat formuliert hatte.

Der Stallgeruch nach gut 20 Jahren in der Börde-Verwaltung, die Kompetenz als Profi und sein Gestaltungswille, vom ersten Tag an Dinge anschieben zu wollen, werden Frank Springer dabei helfen, die schwierigen Aufgaben, die vor ihm liegen, zu meistern. Ob Finanzen, Wind- und Solarenergie, Kläranlage, Schwimmbad "Lambada", Breitbandversorgung oder Ganztagsschule - der neue Samtgemeindebürgermeister wird in relativ kurzer Zeit einige dicke Brocken bewegen müssen. Man ist fast versucht, ihn wegen der schwierigen Herausforderungen zu bedauern. Muss man aber nicht. Er hat sich diesen Weg selbst ausgesucht und er ist jetzt genau da, wo er immer sein wollte. Glückwunsch zur Wahl!

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