Erster Rammschlag: Mit dem Bau von Liegeplätzen hat man in Cuxhaven schon Erfahrung
Im Februar beginnt der Bau der Liegeplätze 5 bis 7. Was auf der Großbaustelle passieren wird und wie das Ganze von oben aussehen könnte, zeigen Bilder aus 2017 vom Bau des Liegeplatzes 4. Das anstehende Bauprojekt wird jedoch deutlich größer.
Die notwendigen Vorbereitungen sind abgeschlossen - dem Baubeginn der Liegeplätze 5-7 im Februar 2025 steht nichts mehr im Wege. Im Deutschen Offshore-Industrie-Zentrum in Cuxhaven entstehen auf einer Länge von 1.250 Metern drei neue Liegeplätze mit den dazugehörigen Terminalflächen. Der erste Rammschlag soll am 6. Februar erfolgen. Der Hafenbetreiber Niedersachsen Ports (NPorts) hat bereits Erfahrung mit dem Bau von Liegeplätzen in Cuxhaven. Die Bilder vom Bau des Liegeplatzes 4 (LP4), der 2016 begonnen wurde, deuten an, was in den kommenden Monaten im Hafen passieren wird.

Nur rund 17 Monate nach Baubeginn, am 12. April 2016, stand die Infrastruktur für den neuen Liegeplatz in Cuxhaven. Entstanden sind ein 240 Meter langer Liegeplatz sowie nachgelagerte Kaiflächen für Verkehr und Umschlag mit einer Gesamtfläche von 8,5 Hektar. Wo vor drei Jahren noch die Elbe floss, wurden in 891 Tagen Bauzeit eine Million Kubikmeter Elbsand aufgespült, 6000 Tonnen Spundwandprofile und 278 Betonpfähle verbaut, zehn Hektar Asphalt und 2700 Tonnen Deckwerksteine für die Böschung verlegt. Insgesamt wurden hierfür 36 Millionen Euro investiert.
Der Hafen ist seit 1997 kontinuierlich gewachsen
Der LP4 war ein wichtiger Meilenstein für den Hafen und das Deutsche Offshore-Industrie-Zentrum. Bereits in den Jahren davor wurde der Hafen stetig weiterentwickelt. In den Jahren 2010 bis 2012 wurde die Kaianlage des Liegeplatzes 9 errichtet und im Jahr 2017 wurden die bestehenden Anlagen an die aktuellen Gegebenheiten und Bedürfnisse der Offshore-Schiffe angepasst. Am Liegeplatz 9.2 war eine neue Oberflächenbefestigung erforderlich. Bis zum 30. September 2017 wurden 40.000 Quadratmeter, das entspricht etwa sechs Fußballfeldern, mit Schotter neu befestigt. 10.000 Tonnen neues Material und 30.000 Tonnen recycelter Schotter wurden hier verbaut. Der Kostenrahmen von 600.000 Euro konnte dabei von Niedersachsen Ports eingehalten werden.

Cuxhaven verfügt bereits seit 1997 über eine Mehrzweckumschlaganlage, die von Cuxport betrieben wird. Diese verfügt über eine Kailänge von 840 Metern und bietet zwei Mehrzweck-Liegeplätze mit einer Wassertiefe von 13,50 Metern und automatischen RoRo-Rampen. Die 245.000 Quadratmeter große Betriebsfläche für den Umschlag und die Lagerung von Fahrzeugen, Containern, Schwergut- und Projektladung sowie diversen Stahl- und Forstprodukten war in der Vergangenheit bereits ausgelastet. Daher wurde der LP4 in Verlängerung der bestehenden Hafenanlagen realisiert. Und nun steht der Bau der Liegeplätze 5-7 an, da auch der durch den LP4 gewonnene Platz knapp geworden ist. Das anstehende Bauvorhaben wird alle bisherigen Projekte im Cuxhavener Hafen in den Schatten stellen.

Projekt mit nationaler und europäischer Bedeutung
Mit den zusätzlichen Liegeplätzen wird eine durchgehende Kaje zwischen dem Europakai und den bestehenden Offshore-Liegeplätzen 8 und 9 gebaut. Die neuen Liegeplätze sind insbesondere für den Umschlag von Windkraftanlagen ausgerichtet und tragen dazu bei, den erhöhten Bedarf an Umschlag- und Lagerflächen für On- und Offshore-Windenergieanlagen zu decken.

Gebaut werden drei Liegeplätze mit Kailängen von 399 Metern. Zusätzlich entstehen 28 Hektar neue Terminalfläche sowie zehn Hektar landseitige Fläche mit einer Belastung von 15 Tonnen pro Quadratmeter. 2029 sollen an den Liegeplätzen 5 bis 7 Schiffe aller Art bis zu einer Länge von 300 Metern anlegen können.
Niedersachsen Ports geht von Baukosten für die Errichtung der Liegeplätze 5-7 in Höhe von rund 300 Millionen Euro aus. Aufgrund der Bedeutung des Ausbauvorhabens für die Erreichung der nationalen und europäischen Ausbauziele für die On- und Offshore Windenergie soll das Vorhaben mit einem Investitionskostenzuschuss von Bund und Land in Höhe von bis zu 200 Millionen Euro aus Mitteln der "Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) gefördert werden. Die Hafenwirtschaft in Form von den Konzessionären Blue Water Breb und Cuxport übernehmen die restlichen bis zu 100 Millionen Euro durch eine Vorfinanzierung.