Trotz Millionen vom Bund: Auch 2024 keine Fahrten mit der "Elbe 1" ab Cuxhaven
Instandsetzungsarbeiten, Ärger mit Gutachtern und Warten auf Fördermittel: Der Feuerschiff-Verein "Elbe 1" hat ein turbulentes Jahr hinter sich. Beim Jahresrückblick zeigte sich der Verein dennoch optimistisch, übte aber Kritik an der Politik.
Bei Kaffee, Punsch und Tee an Bord des alten Traditionsschiffes blickten die Mitglieder und Förderer des Feuerschiffvereins noch einmal auf das vergangene Jahr. "Es ist viel passiert, Positives und Negatives", sagte der Vereinsvorsitzende Bernd Petersen.
Im Sommer musste sich der Feuerschiffverein von Eva Gieseke verabschieden: Sie absolvierte ihren Bundesfreiwilligendienst auf der "Elbe 1" in Cuxhaven. "Sie hat sich in ihrem sozialen Jahr an Bord wirklich sehr engagiert. Wir wünschen ihr für die Zukunft alles Gute", betonte Kapitän Petersen. Seit September verstärken Kalle Nommensen und Christopher Pries die Mannschaft. "Wir wünschen den beiden eine gute und lehrreiche Zeit auf unserer Lady. An Arbeit wird es nicht mangeln", so Petersen.
Die Instandsetzung unseres Schiffes
Die Besatzung hat bereits enorme Arbeit geleistet und wird vor dem geplanten Werftaufenthalt noch weitere Vorarbeiten durchführen. Um Geld zu sparen, macht die Crew so viel wie möglich selbst, alles mit freiwilligen Helfern, zwei festen Besatzungsmitgliedern und zwei Bufdis. Bei einem Rundgang über das Schiff wurde deutlich, wie viel die Crew im vergangenen Jahr bereits geleistet hat.
Schulungen für die Mitglieder
Um die Besatzung nicht nur zu schulen, sondern auch bei der Stange zu halten, wurden über das Jahr verteilt Besichtigungen, Vorträge und Lehrgänge für die Mitglieder organisiert. Ein Besuch auf dem Seenotkreuzer, Brandbekämpfung mit der Berufsfeuerwehr, Spleißübungen und Knotenkunde standen auf dem Programm.

"Die letzte sehr unangenehme Überraschung bereitete uns eine Partei, die gerne das Zünglein an der Waage spielt. Kurz vor der Haushaltssperre des Bundes hat sie die Entscheidung, unseren Antrag zu genehmigen, nicht mitgetragen. Angeblich habe man nicht genug Zeit gehabt, sich zu informieren", sagte Petersen und fügte hinzu: "Oft informieren sich Politiker erst, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Auch Kommunalpolitiker sollten sich einmal rechtzeitig um ihre Schätze vor Ort kümmern." Weiter erzählt er: "Ich erinnere mich, dass wir alle am Boden zerstört waren, als uns die Absage der 50-prozentigen Gegenfinanzierung durch das Land Niedersachsen erreichte. Umso dankbarer waren wir, dass wir in einem Gespräch mit Andrea Pospich und dem damaligen Staatssekretär Enak Ferlemann eine schnelle Entscheidung über die Fördersumme bekamen. Wir errechneten einen Bedarf von 2.535.000 Millionen Euro, von denen der Bund 85 Prozent übernehmen sollte."
Weg für die Sanierung frei gemacht
Seit Monaten liegt das Feuerschiff "Elbe 1" schon im Neuen Fischereihafen in Cuxhaven und wartet auf seine Instandsetzung in einer Werft. Jetzt hat der Haushaltsausschuss des Bundestages den Weg für die Sanierung freigemacht und die Mittel in Aussicht gestellt. "Wir freuen uns natürlich über diese Nachricht. Der Förderbescheid kann aber erst nach Verabschiedung des Haushalts 2024 erteilt werden, daher rechne ich nicht vor April mit dem Beginn der Werftzeit", so Petersen.
Keine Fahrten mit der "Elbe 1"
Die Lage des Vereins bleibt also ernst, da nicht davon ausgegangen werden kann, dass 2024 Einnahmen generiert werden können. "Wir werden nächstes Jahr keine Fahrten durchführen können. Die finanzielle Situation ist nach wie vor sehr schwierig", so der Vereinsvorsitzende.
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