Arbeiten in schwindeleregender Höhe: Die Vorbereitungen für den Abbau sind abgeschlossen. Foto: Fischer
Arbeiten in schwindeleregender Höhe: Die Vorbereitungen für den Abbau sind abgeschlossen. Foto: Fischer
Vorbereitungen abgeschlossen

Am Donnerstag verschwindet der Kampnagel-Kran auf dem Steubenhöft in Cuxhaven

von Tim Larschow | 08.03.2023

Ursprünglich prägten drei Kräne das Erscheinungsbild auf dem Steubenhöft in Cuxhaven, von denen heute nur noch einer steht. Jetzt hat Hafenbetreiber N-Ports mit den vorbereitenden Arbeiten für den Abbau des letzten Kampnagel-Krans begonnen.

Niedersachsenports hatte den Kran zuletzt in regelmäßigen Abständen technisch überprüfen lassen. Ein Gutachten des TÜV Nord bestätigte dabei, dass der Kran nicht mehr die notwendige Standsicherheit hätte. Es gab Zeiten, da wurde kein Erinnerungsfoto vor einem spektakulären Schiff am Steubenhöft ohne einen Kran am Bildrand geschossen. Der Sonntagsspaziergang führte damals noch unter den großen Beinen hindurch. Entsprechend groß war der Gegenwind, der N-Ports entgegenschlug, als mehr oder weniger beiläufig verkündet wurde, dass der einzige verbleibende Kampnagel-Kran nun demontiert werde. Nach Gesprächen mit der Stadt wurde allerdings beschlossen, dass das Industriedenkmal nicht einfach so verschrottet werden dürfe, sondern eingelagert werden muss.

In die Einzelteile zerlegt

Hafenbetreiber Niedersachsenports (N-Ports) teilt mit, dass der Abbau bereits mehrfach witterungsbedingt verschoben werden musste nun aber am Donnerstag, 9. März, beginnen soll. "Am Mittwoch wurden bereits kleine Vorarbeiten erledigt", berichtet Dörte Schmitz, Leiterin Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit bei N-Ports. Nach dem Rückbaukonzept, welches durch einen Sachverständigen ausgearbeitet wurde, wird der Kran in die einzelne Segmente zerlegt. Zuerst soll der Ausleger entfernt werden, dann folgen Maschinenhaus, Hubwerk und das Untergestell. "Die einzelnen Teile werden Stück für Stück mit einem Mobilkran abgenommen und mittels Tieflader abtransportiert", erklärt Schmitz. Laut Hafenbetreiber würden die Teile dann zu einer Lagerfläche im Hafen gebracht und eingelagert. "Es ist geplant die Arbeiten innerhalb einer Woche abzuschließen", berichtet N-Ports.

Fast 70 Jahre auf dem Steubenhöft

In zeitgenössischen Zeitungsartikeln wurde die Entwicklung am Steubenhöft, das im April 1954 wieder voll in den Liniendienst nach Übersee eingegliedert werden sollte, gebührend begleitet: "Eine der schwierigsten Arbeiten, die ein Höchstmaß an besonderer Geschicklichkeit, überlegenem Können und äußerster Ruhe erfordert, vollbringen gegenwärtig ein Richtmeister und acht Monteure mit der Einrichtung von zwei riesengroßen Säulenlenker-Wippkränen modernster Bauart auf dem Steubenhöft-Pier. Diese Art Kräne der Firma Kampnagel AG, Hamburg, sind die ersten, die überhaupt in Deutschland montiert werden", war am 26. Januar 1954 in der "Cuxhavener Zeitung" zu lesen. Die auf Schienen gleitenden Kräne hätten eine Tragfähigkeit von je drei Tonnen und seien nur für die Stückgut-Be- und Entladung der Passagierschiffe bestimmt. Mit dem letzten Kran verschwindet nun ein bewegtes Stück Cuxhavener Hafengeschichte.

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Tim Larschow

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