Appell an Cuxhavener Senioren: "Weihnachten nicht ausfallen lassen"
KREIS CUXHAVEN. Das Diakonische Werk macht sich Sorgen um die Cuxhavener Senioren, für die das Weihnachtsfest dieses Jahr ganz anders als sonst ablaufen könnte.
Weihnachten, das Fest der Liebe, das niemand allein verbringen sollte. Doch zu Zeiten der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Kontaktbeschränkungen ist das eine Vorstellung, die nicht überall zur Realität wird. Besonders alleinstehenden Senioren machen die Feiertage stark zu schaffen.
Inge Bühner vom Diakonischen Werk in Cuxhaven macht sich Sorgen und fordert die älteren Menschen deshalb auf, Weihnachten nicht ausfallen zu lassen.
Alleine an Heiligabend
Strahlende Kinderaugen, wenn sie ihre Geschenke auspacken, duftendes Festtagsessen auf dem Tisch, an dem die ganze Familie sitzt, gemeinsame Weihnachtslieder singen - so oder so ähnlich stellen sich sicher viele Senioren ihren Heiligabend vor.
Doch im Jahr 2020 wird es nicht überall so aussehen. Was die vergangenen Jahre möglich war, könnte in Zeiten von Corona ausfallen. Macht das Virus die gemeinsamen Weihnachtstage zunichte, bleiben viele ältere Menschen allein zuhause zurück.
Denn große Adventsfeiern, bei denen alleinstehende Senioren zusammenkommen, oder Veranstaltungen wie "Heiligabend nicht alleine" - ausgerichtet von der Diakonie und Hanel Senioren-Stiftung - fallen aus.
"Es ist schon hart"
"Wir haben uns am Heiligen Abend immer gegen 15 Uhr zum gemeinsamen Kaffeetrinken getroffen und einen sehr schönen Nachmittag verbracht. Etwa 90 bis 100 Senioren kamen immer dort hin. Leider kann das dieses Jahr nicht stattfinden. Dabei hätten wir sogar die Hapag-Hallen dafür nutzen können. Gerade für Bedürftige und Alleinstehende war das immer eine sehr schöne Veranstaltung. Es ist schon hart, dass sie ausfällt", bedauert Inge Bühner vom Diakonischen Werk.
Telefonkontakt mit Senioren
Auch wenn dieses Jahr keine gemeinsamen Feiern stattfinden dürfen, lässt sie die Senioren nicht allein: "Ich stehe mit meinen 180 Senioren im Kontakt. Einige von ihnen werden ganz gut durch die Familie versorgt, mit manchen telefoniere ich öfter. Man merkt, dass es ihnen guttut."
In den Gesprächen merkt Inge Bühner deutlich, dass die Kontaktbeschränkungen die Senioren belasten.
Angst vor dem Alleinsein
"Gerade die, die allein sind, fürchten sich in Hinsicht auf die Feiertage noch mehr vor dem Alleinsein. In den vergangenen Jahren hatten sie immer noch den Hoffnungsschimmer, dass sie sich in einer großer Gruppe treffen werden und nicht alleine sein werden. Dieses Jahr fällt das alles aus", so Inge Bühner.
Ihr Tipp ist deshalb: "Unbedingt die Wohnung festlich schmücken und einen Weihnachtsbaum aufstellen. Ein Weihnachten ohne Tannenbaum geht nicht. Es ist doch schön, wenn dadurch Erinnerungen geweckt werden, die man damit verbindet."
Hoffen aufs Jahr 2021
Dass Weihnachten für alleinstehende Senioren nicht ausfallen sollte, bestätigt auch Imke Jark, Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Neuenkirchen. Der Verein wird für alle Mitglieder und auch für Personen, die im vergangenen Jahr an der DRK-Adventsfeier teilgenommen haben und keine Mitglieder sind, kleine Geschenktüten unter dem Motto "10 Minuten Advent" füllen und verteilen.
Darin werden eine kleine Weihnachtsgeschichte, ein Teelicht, ein Beutel weihnachtlicher Tee, ein paar Kekse, ein Brief des Vorstandes, der Veranstaltungskalender 2021 und eine Gebrauchsanweisung enthalten sein. Sie rät: "Tee aufbrühen, Kerze anzünden, Kekse genießen, Füße hochlegen, Weihnachtsgeschichte lesen und entspannen."
Keine Adventsfeiern
Denn auch die DRK-Ortsvereine verzichten coronabedingt in diesem Jahr auf ihre Adventsfeiern. "Aber um sie, uns und andere zu schützen, müssen wir die vorgeschriebenen Regeln konsequent befolgen, damit hoffentlich 2021 wieder Weihnachtsmärkte und Weihnachtsfeiern stattfinden können", heißt es vom Oberndorfer DRK-Vorstand.
Nicht zurückziehen
Die Corona-Kontaktbeschränkungen verhindern in diesem Jahr zwar den direkten Kontakt zu anderen Menschen, Inge Bühner lässt sich aber nicht davon abhalten, "ihren" Senioren trotzdem nahe zu kommen - wenn auch nicht persönlich: "Wir werden trotzdem unsere Weihnachtstüten packen und den Senioren zukommen lassen. Und wenn es nötig ist, werden wir sie auch mit unseren Fahrdiensten besuchen. Außerdem habe ich mir überlegt, Briefe zu verschicken. Vielleicht haben die Senioren ja Lust, mir zu antworten und mir etwas über ihr schönstes Weihnachtserlebnis oder eine andere Wintergeschichte zu schreiben. Ich hoffe, dass sie sich freuen und durch meine Briefe ein bisschen Mut finden." Wichtig sei es, sich nicht an den Feiertagen zurückzuziehen.
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