Weihnachtsaktion

CN-/NEZ-Spendenaktion: Schwimmen lernen bei der DLRG im Cuxland

von Thomas Sassen | 11.12.2019

OTTERNDORF. In den Gängen und Umkleideräumen wimmelt es nur so von Kindern und junge Leuten. Das Treiben erinnert an einen Bienenstock zur Blütezeit. Es ist Übungsabend der DLRG Ortsgruppe Otterndorf.

Rund 50 Trainer werden an diesem Abend über 200 Kinder und Jugendliche unter ihre Fittiche nehmen, ihnen das Schwimmen beibringen oder sie weiter ausbilden, damit sie vielleicht selber einmal zu Rettungsschwimmern werden. Nicht alle auf einmal, sondern in vier Altersstufen gestaffelt, innerhalb von vier Stunden, in denen die Bahnen und das kleinere Schwimmbecken der Soletherme allein den Lebensrettern gehört. Der Platz wird auch dringend gebraucht. Alle Bahnen sind belegt.

Der DLRG treu geblieben

Jeden Mittwoch haben die Lebensretter hier das Kommando. Einer von ihnen ist Dominik Wichmann. Vor fast 20 Jahren hat der 24-jährige Otterndorfer bei der DLRG das Schwimmen gelernt. Er ist dabei geblieben, hat sich engagiert und fortgebildet, arbeitet inzwischen beruflich als Rettungssanitäter beim DRK Schiffdorf. "Er hat das Helfer-Gen", sagt Norbert von Thaden, der Vorsitzende der DLRG-Ortsgruppe, anerkennend. Wichmann trägt das rote T-Shirt, an dem die Ausbildungsleiter zu erkennen sind. Sie tragen besondere Verantwortung.

Im blauen T-Shirt verfolgt Layla Johannsen das Geschehen vom Beckenrand aus. Sie und ihre Kameradinnen übernehmen den Schwimmunterricht für die ganz Kleinen im Alter von sechs bis acht. Die meisten sind schon ein paar Wochen dabei und können bereits einigermaßen schwimmen. Jedenfalls schaffen sie es, den Kopf über Wasser zu halten, während sie in Begleitung einer Jugendlichen eine Bahn im kleinen Becken zurückzulegen, das für die Nichtschwimmer reserviert ist. Die Anspannung ist in ihren Gesichtern zu lesen: Schwimmen lernen unter vielen Gleichaltrigen und ohne die Eltern - das ist eine er ersten großen Herausforderungen in ihrem Leben.

Von Thaden weiß um die besondere Verantwortung für die Küken, aber auch für die Heranwachsenden. Alle sollen mit Spaß an das Element Wasser herangeführt werden mit dem Ziel, sich einmal sicher am und im Wasser bewegen zu können, als Schwimmer oder im Idealfall sogar als Rettungsschwimmer.

Motto lautet: dran bleiben

Auslese wird zwar nicht betrieben, aber die Aktiven freuen sich doch, wenn die Jugendlichen nach dem Lehrgang dabei bleiben, ihre Leistungen steigern und die Prüfungen zum Rettungsschwimmer in Bronze, Silber und Gold absolvieren. Erst wenn sie achtzehn sind und die Anforderungen für das goldene Rettungsschwimmerabzeichen erfüllt haben, dürfen sie den Wachdienst an den Stränden und Bädern übernehmen und dort für die Sicherheit der Badegäste sorgen.

Mit diesem Ziel treten die DLRG-Ortsgruppen landauf, landab an. Das ist das Kernanliegen der gemeinnützigen Organisation DLRG. Deren Gründung geht auf einen schweren Unfall an der Badebrücke von Binz auf Rügen zurück. 16 Menschen ertranken 1912 nach der Kollision eines Ausflugsdampfers mit der Bäderbrücke, weil sie nicht schwimmen konnten. "Eine Schwimmausbildung gab es damals nur bei der Marine", weiß von Thaden.

Von Thaden freut sich über den großen Kreis von Aktiven, der zur DLRG-Familie in Otterndorf gehört. Aus jahrelanger Erfahrung weiß er aber auch, die Jugendlichen bei der Stange zu halten. Ganz schwierig wird es vor allem nach der Schule, wenn viele für Studium und Ausbildung Otterndorf verlassen. Die Verlängerung der gymnasialen Oberstufe um ein Jahr habe sich für die DLRG positiv ausgewirkt. Die Schüler hätten jetzt wieder mehr freie Zeit an den Nachmittagen.

Kostenaufwand für Kurse

Und sie brauchen die Zeit, nicht nur für das Schwimmtraining, um bei den DLRG-internen Wettkämpfen gute Leistungen zu erbringen. Wer sich als Wachführer auf einer DLRG-Station zum Beispiel am Otterndorfer Badesee qualifizieren will, muss an etlichen Schulungen und Kursen teilnehmen. Etliche Hundert Euro bringt der Verein jährlich auf, um den Jugendlichen die anfallenden Kurs- und Fahrkosten zu erstatten. Denn die meisten Qualifizierungsseminare finden auf Bezirksebene statt, also nicht in Otterndorf.

So braucht ein angehender Wachleiter neben der Fachausbildung im Bereich der Wasserrettung zum Beispiel auch eine Sprechfunkausbildung für den Bootsbetrieb und einen erweiterten Erste-Hilfe-Kurs. Doch damit nicht genug. Die Lizenzen müssen spätestens alle vier Jahre wieder aufgefrischt werden. Ein großer organisatorischer und finanzieller Aufwand.

Die Erlöse aus der Spendenaktion sollen helfen, einen Teil dieser Kosten zu decken. Deshalb an dieser Stelle schon einen herzlichen Dank für Ihre Unterstützung.

Spendendenkonto

Bereits im fünften Jahr starten die Cuxhavener Nachrichten und die Niederelbe-Zeitung in der Adventszeit die Aktion "CN-/NEZ-Leser helfen".

In diesem Jahr sammeln wir Spenden für die drei DLRG-Ortsgruppen in Lamstedt, Cuxhaven und Otterndorf. Über die Adventszeit begleiten CN und NEZ die Arbeit der DLRG und berichten über deren vielseitiges ehrenamtliches Engagement. Und darüber, wo es finanziell hapert.

Vom 30. November bis zum 31. Dezember können Sie Spenden auf das Konto mit der IBAN DE52 2415 0001 0027 1111 11 bei der Stadtsparkasse Cuxhaven BIC BRLADE21CUX einzahlen. Vermerken Sie bitte als Stichwort "CN-NEZ-Leser helfen".

Wichtig: Alle Spenden wandern in einen Topf und werden am Ende der Aktion zu gleichen Teilen zwischen den Ortsgruppen aufgeteilt.

Spendenbescheinigungen stellen die DLRG-Ortsgruppen Lamstedt, Cuxhaven und Otterndorf am Ende der Aktion aus. Wenn Sie eine Bescheinigung wünschen, geben Sie bitte Namen und Adresse auf dem Überweisungsträger an. Unser Redaktionssekretariat leitet die Information an die DLRG-Ortsgruppen weiter.

Die Namen der Spenderinnen und Spender werden in unseren Zeitungen veröffentlicht. Wer das nicht wünscht, vermerkt dies bitte ebenfalls auf der Überweisung.

Alle drei Ortsgruppen bedanken sich schon jetzt bei den Spenderinnen und Spendern. Denn für ihre Arbeit sind sie dringend auf Spenden angewiesen. Nur so können sie funktionieren.

Bis jetzt sind 1413 Euro auf dem Spendenkonto eingegangen. Wir bedanken uns im Namen der DLRG-Ortsgruppen dafür bei Helga Prange, Traute Neuber, Roswitha Tiedemann, Dagmar und Norbert Matthies, Hannelore Stoever, Ute Becker, Annette Langhoff, Thorsten Schulz, Silke Becker, Klaus Teich, Andre Grewe, Ingrid Riggers, Jörg und Martina Birner, Anke Schüür, Brigitte Lammers, Klaus und Anke Rösner und Edith Eckert.

CNV News-Podcast - Hören statt lesen!

Thomas Sassen

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

tsassen@no-spamcuxonline.de

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