Apothekerin Iris-Miriam Kern mahnt die Einschaltung von Behörden an, um weitere Engpässe in der Medikamentenversorgung zu verhindern. Problem sei auch, dass zunehmend Arztpraxen geschlossen seien. Archivfoto: Reese-Winne
Apothekerin Iris-Miriam Kern mahnt die Einschaltung von Behörden an, um weitere Engpässe in der Medikamentenversorgung zu verhindern. Problem sei auch, dass zunehmend Arztpraxen geschlossen seien. Archivfoto: Reese-Winne
Unternehmen treffen Maßnahmen

Coronavirus: Cuxland-Apothekerin sorgt sich wegen Schließung von Arztpraxen

von Wiebke Kramp | 18.03.2020

KREIS CUXHAVEN. Apotheken sind systemrelevant und bleiben geöffnet. Apothekerin Iris-Miriam Kern bittet jedoch darum, dass alle, die zur Risikogruppe zählen, auf das persönliche Aufsuchen verzichten.

Sie empfiehlt, erst telefonisch oder per Mail Kontakt aufnehmen zum Apotheker des Vertrauens, damit individuelle Lösungen gefunden werden.

Insgesamt mahnt Apothekerin Kern die Einschaltung von Behörden an, um Engpässe, wie sie sich jetzt schon bei Antibiotika abzeichnen, zu vermeiden: "Wir brauchen eine vernünftige Lösung auf kleinem Dienstweg für die Versorgung chronischer Patienten." Die Betreiberin der Cuxland-Apotheke im Real in Cuxhaven und der Sietland-Aptotheke in Wanna sieht das Gesundheitswesen bemerkt in diesen Tagen mit Besorgnis eine zunehmende Schließung von Arztpraxen - aufgrund von Corona-Verdachtsfällen oder aus Vorsicht. "Wenn Praxen schließen, werden keine Rezepte ausgestellt, dass kann bei Patienten zu einer Lücke führen." So habe am Dienstagmorgen ein Mann bei ihr in der Apotheke gestanden der unter Krätze leidet, aber keine offene Arztpraxis gefunden hatte und dringend Medikamente benötigte. Sie durfte sie , ihm nicht herausgeben konnte, weil sie streng verschreibungspflichtig sind. "Ich habe ihn ins Krankenhaus geshickt - und hoffe, dass sie ihm dort helfen konnten..."

Zu den geöffneten Geschäften zählen Sanitätshäuser wie Elbe-Orthopädie in Cuxhaven und Hemmoor. Dort werden die Öffnungszeiten beibehalten. Man gehe, so Detlef Creutzfeld, höchst professionell mit der Situation um und befinde sich in enger Abstimmung mit den Behörden.

Mitarbeiter, die gefährdet sind oder gefährdete Angehörige im Haushalt haben wie Senioren oder kleine Kinder sollten jedoch soweit möglich zu Hause bleiben. Klar kommuniziert wurden bereits Verhaltensregeln sowohl intern als auch im Kundenkontakt. Das bedeutet unter anderem, kein Händeschütteln und möglichst Abstand halten. Mitarbeiter mit direktem Kundenkontakt tragen Handschuhe und nach der Bedienung werden alls werden alle berührten Flächen und Gegenstände desinfiziert. Nach Möglichkeit sollte jeder Mitarbeiter einen eigenen Kugelschreiber benutzen und nicht weitergeben.

Zu den Berufsgruppen, die vom Coronavirus noch nicht ausgebremst wurden, zählen die Frisöre. "Wer weiß aber, wie lange noch, man muss abwarten", sagt Ingo Toborg, Innungsmeister der Kreishandwerkerschaft Cuxhaven aus Lamstedt. Auch sein Salon bleibt zunächst geöffnet, aber er hat bereits Kenntnis von Kollegen, die ihren Salon zu machen wollen. Es liege letztlich im Ermessensspielraum der jeweiligen Betriebe, ob sie auch weiterhin geöffnet haben. Toborg rät seinen Kollegen jedenfalls zu erhöhten Hygienemaßnahmen und bittet darum, dass Kunden, die erkältet oder krank seien, jetzt nicht zum Frisör gehen.

Alle aktuellen Infos rund um die Entwicklung und Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf die Region rund um Cuxhaven lesen Sie hier.

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