"Cuxhaven gemeinsam": Neues Internetportal entwickelt
CUXHAVEN. Not macht erfinderisch. Das gilt auch für die Cuxhavener Kaufmannschaft.
Schon Monate vor der Corona-Pandemie hatten sich die Kaufleute unter dem Dach vom Werbeverein "Cuxhavens activ" Gedanken über eine gemeinsame Online-Plattform gemacht. Unter dem Druck der Krise haben sie die Pläne nun in Rekordzeit realisiert. Seit Dienstag ist das Online-Portal "Cuxhaven gemeinsam" freigeschaltet. Jeder kann es nutzen und - kostenfrei - Angebote auf dem virtuellen Marktplatz einstellen.
Das neue Portal könnte das "Ei des Columbus" für die Gewerbetreibenden in Cuxhaven werden, eine Plattform auf der man mit wenigen Klicks alles findet, was die Stadt und der Landkreis an Waren und Dienstleitungen bietet. Der Name sagt es schon: "Cuxhaven gemeinsam" wendet sich nicht nur an die Kaufleute, auch Vereine und Hilfsorganisationen können sich dort platzieren ihren Service selbstständig auf der Seite einstellen und zukünftig pflegen. Ausgebrütet hat das Ei schon lange vor den Ostertagen die Designerin Bärbel Strodthoff, in enger Abstimmung mit der Agentur für Wirtschaftsförderung. Die Idee für einen lokalen Online-Marktplatz ist nicht neu. Seit Jahren engagiert sich die Diplom-Designerin ehrenamtlich im Bereich Marketing für den Cuxhavener Einzelhandel, zunächst in der Norder Marketing AG und aktuell im Vorstand von "Cuxhaven activ e.V.". Im Rahmen dieser Tätigkeit betreut sie ehrenamtlich seit geraumer Zeit auch den Facebookaccount der "Norder Einkaufsstraßen" und die Webseite www.einkaufen-Cuxhaven.de. Strodthoffs Idee war es auch, die Schaufensterfront des seit Jahren leer stehenden Woolworth-Gebäudes ansprechend zu gestalten und damit den Leestand zu kaschieren.
Aus der Not geboren
Die durch die Corona-Krise noch einmal deutlich verschärfte Not der Innenstadt-Kaufleute hat schließlich den Ausschlag gegeben, das digitale Einkaufsportal innerhalb kürzester Zeit an den Start zu bringen. Der Programmierer André Sancken von der Firma Deichbrise Media hat das Portal schließlich innerhalb kürzester Zeit technisch umgesetzt und mit eigenen Ideen erweitert. Noch findet man unter der Webadresse www.cuxhaven-gemeinsam.de erst knapp 50 Adressen von Geschäften, Vereinen, Dienstleistern und Teilen der Stadtverwaltung. Mit der Zeit soll das Angebot Stück für Stück erweitert werden, verspricht Bärbel Strodthoff. Und das dürfte recht schnell gehen, wenn sich der Nutzen für alle Seiten erst herumspricht. Dabei können alle Interessierten helfen, die sich in Eigenregie auf dem Portal anmelden und ihre Eintragungen und Fotos aktualisieren können. Die Seite ist so aufgebaut, dass sie selbsterklärend ist, sagt die Werbefachfrau mit einem Büro in Groden. Jede Eintragung würde von ihr und ihren Mitarbeiterinnen überprüft und frei geschaltet, um Missbrauch von vorneherein auszuschließen. Zugelassen seien nur Betriebe und Organisationen mit Postleitzahlen aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven.
Unterstützung aus Rathaus
Bärbel Strodthoff ist optimistisch, dass sie den Menschen im Cuxland mit dieser Plattform zum richtigen Zeitpunkt das richtige Werkzeug an die Hand gibt. Denn gerade jetzt käme es darauf an, Kunden und Anbieter über das Internet zusammenzubringen, solange die Geschäfte geschlossen bleiben müssen. Das sei besonders für Geschäfte mit einem Lieferservice derzeit überlebenswichtig. "Ich habe nicht den geringsten Zweifel, dass das funktioniert", meint die Unternehmerin.
Für die Zukunft könne sie sich auch eine App unter dem gleichen Namen vorstellen. Volle Unterstützung hat Bärbel Strodthoff von der Agentur für Wirtschaftsförderung. Politik und Verwaltung stünden hinter dem Projekt, bestätigt Oberbürgermeister Uwe Santjer, auch wenn über Details der Finanzierung später noch zu sprechen sein werde.
Einen Kommentar zum Thema lesen Sie hier.
Auch die Cuxhaven-Niederelbe-Verlagsgesellschaft hat ein Portal für die Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen aus dem Kreis Cuxhaven ins Leben gerufen. Der Dienst ist kostenlos und soll dabei helfen, die schwere Corona-Zeit zu überbrücken.
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