Die Infizierten seien laut Reederei TUI Cruise umgehend auf ihren Kabinen isoliert worden. Foto: Reese-Winne
Kreuzfahrt-Riese in Cuxhaven

Cuxhaven: Weitere Corona-Fälle auf der "Mein Schiff 3" - "Die 6" kommt

von Maren Reese-Winne | 04.05.2020

CUXHAVEN. Auf dem zurzeit in Cuxhaven liegenden Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 3" der TUI Cruises sind sieben weitere Corona-Infektionen bekannt geworden. 

Nachdem ein Mann Covid-19-positiv getestet worden war, hat ein Team der Helios-Klinik Cuxhaven Corona-Tests bei allen Anwesenden auf dem Schiff - 2899 Personen, ausschließlich Beschäftigte der "Mein Schiff"-Flotte - Corona-Tests durchgeführt. Bis Montagabend sind insgesamt acht Erkrankungen bekannt geworden. Mit dem Ergebnis der weiteren Tests wird am Dienstag gerechnet. Alle Erkrankten sollen keine oder nur milde Symptome aufweisen. Sie seien umgehend auf ihren Kabinen isoliert worden; auch dem Mann auf der Isolierstation der Helios-Klinik Cuxhaven gehe es gut.

"Mein Schiff 6" kommt nach Cuxhaven

Am Dienstag (geplante Ankunftszeit 7 Uhr) soll die "Mein Schiff 6" zusätzlich Cuxhaven anlaufen. Diese ist aktuell nur mit 254 Besatzungsmitgliedern belegt und lag in der Deutschen Bucht auf Reede. Nach Angaben der TUI Cruises ist geplant, dass sich alle bisher negativ getesteten Besatzungsmitglieder auf die "Mein Schiff 6" wechseln und sich dort in Einzelkabinen in Isolation begeben. Einen Kontakt zu den jetzigen Besatzungsmitgliedern der "Mein Schiff 6"  werde es nicht geben.

Kreuzfahrtschiff am Offshore-Terminal

Nach Auskunft des Cuxhavener Landrats Kai-Uwe Bielefeld wird die "Mein Schiff 6" am nicht öffentlich zugänglichen Offshore-Terminal festmachen. Die Verlegung der Besatzungsmitglieder erfolge auf dem Seeweg.

Chaos auf der "Mein Schiff 3"?

Auf der "Mein Schiff 3" soll es inzwischen brodeln. Es wird von desolater Stimmung berichtet. Auch deshalb treibt TUI Cruises die Rückreise der Besatzungsmitglieder in ihre Heimat an. Man habe für die kommenden Tage Flugzeuge für Flüge in die Ukraine und nach Indonesien gechartert, und zwar am 8. Mai von Hamburg nach Kiev für 160 Besatzungsmitglieder und von Frankfurt nach Jakarta für 369 Besatzungsmitglieder sowie am Montag von Frankfurt nach Denpasar. Dann sollen ebenfalls 369 Passagiere an Bord sein - alle vorher negativ auf Covid 19 getestet.

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Knast-Zustände und psychische Probleme

Am Sonnabend mussten nach NDR-Informationen Polizeibeamte aus Cuxhaven auf das Schiff, weil Mobiliar zerschlagen wurde. Crewmitglieder beklagen dazu gegenüber dem NDR "knastähnliche Zustände" in den teils fensterlosen Kabinen. Es gibt schwangere Besatzungsmitglieder, andere berichten von psychischen Problemen, weil sie seit mehr als 50 Tagen nicht mehr an Land waren. Viele Crewmitglieder haben zudem keine gültigen Arbeitsverträge mehr. Die Kellner beispielsweise bekommen seit Wochen keinen Cent Lohn mehr, sondern nur noch zu essen. Viele der Beschäftigten wollen ihren Lohn jetzt per Sammelklage einfordern. "Wir wissen, dass die Stimmung an Bord durchaus angespannt ist", sagte eine Sprecherin der Reederei TUI Cruises.

Doch Kontakt zur Außenwelt gehabt?

Die Darstellung von TUI Cruises ist möglicherweise aber nicht ganz korrekt. Auf der offiziellen Internetseite der Hafenbehörde von Santa Cruz auf Teneriffa gibt es nämlich einen Eintrag zu "Mein Schiff 3": Demnach hat das Kreuzfahrtschiff den Hafen am 17. April angelaufen, lag dort über Nacht und verließ ihn erst am Abend des 18. April wieder. Während des Aufenthalts sollen nach NDR Informationen Crewmitglieder von anderen TUI-Schiffen auf die "Mein Schiff 3" umgestiegen sein. Außerdem wurde offenbar Treibstoff und Proviant aufgenommen. Somit kann nicht ausgeschlossen werden, dass der positive Corona-Fall an Bord auf diesen Zwischenstopp zurückzuführen ist. Diese Informationen waren auch dem Corona-Krisenstab im Cuxhavener Kreishaus neu.

Sachbeschädigung an Bord

Pressesprecherin Anke Rieken von der Polizeiinspektion Cuxhaven bestätigt den Einsatz an Bord. Die Reederei TUI Cruises habe Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet. Die Beamten nahmen die Personalien von einem männlichen und einem weiblichen Crew-Mitglied auf, die mutwillig Inventar zerstört haben sollen. Der Schaden soll bei mehreren tausend Euro liegen. Mehr zum Thema lesen Sie am Dienstag in den Cuxhavener Nachrichten und in der Niederelbe-Zeitung sowie auf www.cnv-medien.de.

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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