Nur ein weibliches Tier scheint vom Cuxhavener Wolfsrudel übrig geblieben zu sein. Foto: Monsees
Umweltministerium

Cuxhavener Wolfsrudel verschwunden

18.12.2018

KREIS CUXHAVEN. Das Wolfsmonitoring des Wildtiermanagements Niedersachsen geht davon aus, dass das Cuxhavener Rudel "mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr existent" ist.

Aktuell sei nur noch ein einzelnes Tier, eine Fähe, im Territorium nachgewiesen. Die restlichen Tiere seien entweder tot oder abgewandert, so die Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Grünen im Landtag.

Das Cuxhavener Rudel hatte bis zum Sommer dieses Jahres immer wieder mit Rissen von Rindern und Schafen für Schlagzeilen in der Region gesorgt. Es gab Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies den Anlass, über Schutzmaßnahmen für Herdentiere und gezielte Tötungen von auffällig gewordenen Wölfen nachzudenken.

Noch bis zur Jahresmitte waren laut Wolfsmonitoring fünf Tiere im Rudel bestätigt. Zwei Welpen starben bei Verkehrsunfällen. Eine Fähe und ein Welpe wurden illegal durch einen Schuss getötet. Der Wolfsrüde ist bereits seit November 2016 verschollen.

Monitoringjahr abwarten

Allerdings wolle das Umweltministerium die Angaben im Wolfsmonitoring erst dann korrigieren, wenn tatsächlich ausgeschlossen werden könne, dass das weibliche Tier Nachkommen hat, berichtet das Online-Nachrichtenportal Rundblick Niedersachsen. Das Monitoringjahr, das erst im Mai 2019 endet, will das Ministerium erst einmal abwarten, wie eine Sprecherin gegenüber dem NDR erklärte. Das Cuxhavener Rudel nahm unter den Wölfen in Niedersachsen eine Sonderstellung ein, weil hier erstmals auch vermehrt Rinder angefallen und getötet worden sind. Experten deuteten dieses Verhalten dahin gehend, dass beide Elternteile der fünf Wölfe früh getötet wurden und die Jungtiere nicht gelernt hätten, Wild zu jagen. Daher seien sie auf leichter zu erreichende Weidetiere wie Schaf oder Rind ausgewichen. In der Politik war lange diskutiert worden, ob dieses ungewöhnliche Verhalten ausreicht, um das ganze Rudel töten zu lassen.

Die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf kam in einem Gutachten allerdings zu dem Schluss, dass das Verhalten der Tiere kein ausreichender Grund ist, um den strengen Artenschutz für sie aufzuheben. Minister Lies hatte daraufhin angekündigt, jedes Tier mit einem Sender auszustatten. Das ist nun mit Bezug auf das Rudel in Cuxhaven offenbar nicht mehr nötig. (ur/red)

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