Ob es beim diesjährigen Deichbrand-Festival, wie hier bei der Ausgabe im Jahr 2019, auch wieder Besucher gibt, die über die Stränge schlagen, bleibt abzuwarten. Foto: Kolbenstetter
Wo ist die Grenze?

Deichbrand: Wie weit darf ich gehen beim Feiern? Reporter sind sich uneinig

20.07.2022

CUXHAVEN/WANHÖDEN. Das Deichbrand-Festival startet am Mittwoch (20. Juli) mit der Frühanreise. Bis Sonntag wird gefeiert - aber wie sehr? Darüber gibt es unterschiedlichen Meinungen.

Festivals bedeuten Ausnahmezustand. So viel ist klar. Aber wie weit darf man beim Feiern gehen? Darüber sind sich die Deichbrand-Reporter Lia Stoike und Joscha Kuczorra uneinig.

Wenn Festival, dann richtig! Jeder lebt nur einmal (Kommentar von Lia Stoike)

Meeresbrise im Haar, Glitzer auf den Wangen und Bass in den Ohren: Ich kann das kaum erwarten und vermute, dass ich nicht die Einzige bin, der die Sehnsucht nach Freiheit auf der Seele brennt. Nach der langen Festival-Abstinenz sind wir alle hungrig nach positiven Emotionen und guter Musik oder nicht?

Es wird allerhöchste Zeit, es krachen zu lassen und wenn, dann soll der Knall bis nach Bremen schallen. Oder noch besser: Bis nach München. Wer weiß schon, wie lange das noch möglich ist? Selbst wenn Corona uns nicht wieder in den eigenen vier Wänden gefangen halten sollte: Das Leben ist kurz und jeder lebt nur einmal. "Lass uns Feste wie Konfetti schmeißen, sehen, wie sie zu Boden reisen und die gefallenen Feste feiern, bis die Wolken wieder lila sind", das hat Poetry-Slammerin Julia Engelmann gesagt.

Damit hat sie vollkommen recht. Das Gute ist: Es ist auf dem Deichbrand-Festival nichts leichter als das. Nirgendwo anders ist es so einfach, unbeschwert zu sein und die vergangenen zwei trüben Jahre hinter sich zu lassen: Es spielt keine Rolle, wer wir sind, sondern nur, dass wir da sind und den Moment leben.

Und natürlich, ob Bier an Bord ist. Aber selbst wenn nicht: "Schöntrinken" muss sich das Deichbrand-Festival keiner. In diesem Sinne: Genießt die Tage - fühlt euch jung, wild und frei!

Feiern - aber mit Anstand: Den morgigen Tag noch erleben (Kommentar von Joscha Kuczorra)

Ja, wir sind alle ausgehungert und ausgedörrt. Nach mittlerweile deutlich über zwei Jahren Pandemie sehnen wir uns nach Freiheit und Unbekümmertheit. Das geht auch mir so.

Dennoch gilt: Nur, weil mit dem Deichbrand erstmals seit etwa 28 Monaten wieder eine Veranstaltung mit bis zu 60.000 Besuchern in unserer Region stattfinden kann, heißt es nicht, dass es keine Grenzen gibt. Das Festival-Gelände sollte nicht zur Grauzone für Eskalation werden.

Spaß haben? Ja. Den Alltag mal für ein paar Tage vergessen? Gerne. Feiern bis zum Morgengrauen? Unbedingt. Aber nicht bis zum Umfallen! Und nicht, als gäbe es kein Morgen.

Wer an diesem Wochenende in Wanhöden - oder anderswo - Party macht, sollte es mit Anstand tun. Und sich möglicher Konsequenzen bewusst sein. Denn am darauffolgenden Tag könnte das böse Erwachen folgen. Ein Abstecher bei den Rettungskräften wegen übermäßigen Alkoholkonsums ist ebenso wenig bewundernswert wie ein Besuch auf der (Festival-) Wache der Polizei wegen einer möglichen Straftat.

Außerdem sollte irgendwo im Hinterkopf auch immer noch das Wort "Corona" auftauchen. Begegnungen und Handlungen ohne Acht auf das Virus sind unter anderem ein Grund dafür, dass wir mittlerweile so ausgehungert nach Freiheit sind - seit mittlerweile deutlich über zwei Jahren.

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