Nach Ansicht der Initiative "Rettet das Cux-Watt" verschlickt das Watt immer mehr. Symbolfoto: Archiv
"Schlickgipfel"

Demonstration in Cuxhaven: Protest gegen Verklappung von Schlick

23.11.2019

CUXHAVEN. Aktivisten der Bürgerinitiative "Rettet das Cux-Watt" demonstrieren vor dem Kreishaus in Cuxhaven gegen die Schlickverklappungen vor der Küste.

Großer Schlickgipfel

Die Demonstration findet am Montag, 25. November, von 13 bis 14 Uhr statt. Anlass ist ein dort um 14 Uhr beginnender großer "Schlickgipfel", zu dem zahlreiche hochrangige Vertreter diverser Bundes- und Landesbehörden nach Cuxhaven anreisen. Bei dieser Veranstaltung soll das Ergebnis einer gemeinsamen Stellungnahme von Bund und Land vorgestellt werden, wonach die Verklappungen vor unserer Haustür nicht für das Schlickwatt verantwortlich sein sollen.

Freifahrtschein für Verklappen?

Weiter heißt es in der Stellungnahme, dass dieses Ergebnis als wissenschaftliche Basis für das weitere Vorgehen bei der Verbringung von Baggergut in den Mündungsbereich der Elbe dienen soll. Für die Bürgerinitiative würde das einen Freifahrtschein für das weitere Verklappen auch von hoch belastetem Schlick vor Cuxhaven und mitten im Weltnaturerbe Wattenmeer bedeuten.

Nicht ohne Folgen

Wenn jetzt noch die Verbringung von weiteren 12,5 Millionen Kubikmeter Sedimenten aufgrund der Elbvertiefung hinzukämen, bliebe das für das Cux-Watt nicht folgenlos, so die Initiative. "Bei jeder Verklappung legten sich die gröberen Sedimente wie ein Leichentuch über das Leben auf den Meeresgrund und zerstören alles, was dort lebt", so die Initiative.

Nabu und BUND ausgeladen?

Die Wattschützer argwöhnen, dass es sich bei der Tagung um einen Versuch handelt, den "lästigen Widerstand" der Verklappungsgegner zu brechen. Die Kritiker und Wattschützer hätten keine Einladung erhalten. Der Nabu Cuxhaven und der BUND Cuxhaven seien sogar ausdrücklich vom niedersächsischen Umweltministerium ausgeladen worden. 

Mit Beteiligten diskutieren

Dabei sei in der Einladung ausdrücklich erwähnt, dass mit "Beteiligten vor Ort" diskutiert werden solle. Die geplante Vorgehensweise sei weit entfernt von Transparenz und öffentlicher Beteiligung, so "Rettet das Cux-Watt".

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