Kundschaft in der Garde-Bäckerei in der Cuxhavener Nordersteinstraße am Freitagvormittag. Das Unternehmen mit seinen insgesamt 34 Filialen allerdings ist - erneut - in Schieflage geraten. Foto: Anders
Corona als Teil-Ursache

Garde-Bäcker meldet Insolvenz an: Auch Filialen in Cuxhaven und Otterndorf

24.07.2020

CUXHAVEN. Zum dritten Mal meldet die Achimer Stadtbäckerei Garde Insolvenz an. Das berichten aktuell mehrere Medien. Die Bäckerei betreibt mehrere Filialen im Kreis Cuxhaven.

Bereits in den Jahren 2013 und 2019 liefen Insolvenzverfahren - wegen stark rückläufiger Umsätze. Nun folgt der dritte Antrag. "Der Antrag auf Einrichtung eines Insolvenzverfahrens wurde am 1. Juli gestellt", bestätigt der Insolvenzanwalt Malte Köster von der Kanzlei Willmer-Köster. Er wurde vom Amtsgericht Verden zum vorläufigen Sachverwalter bestimmt - wie auch bereits beim vorherigen Verfahren.

Betrieb läuft weiter

Ziel sei es, das Unternehmen erneut in Eigenverantwortung zu sanieren. Der Betrieb laufe vorerst weiter, Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sollen für die nächsten Monate erst einmal gesichert sein, berichtet der Weser-Kurier.

Insgesamt betreibt die Bäckerei Garde 34 Filialen im Landkreis Verden, in Bremen, Cuxhaven und in Buxtehude. Im Kreis Cuxhaven ist die Garde-Bäckerei mehrmals vertreten. So gibt es in Cuxhaven Filialen in der Nordersteinstraße sowie im Real-Markt in der Konrad-Adenauer-Allee und im Marktkauf in der Straße Abschnede. In Otterndorf gibt es zudem eine Filiale in der Marktstraße und in Cadenberge im neuen Edeka.

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Das Unternehmen hatte erst vor wenigen Monaten angekündigt, sieben Filialen im Kreis Cuxhaven des Meisterbäckers Neuber zu übernehmen. Auch die Traditions-Bäckerei des Altenwalders Gerd Neuber hatte Anfang Dezember und Anfang Februar Insolvenz anmelden müssen.

Pandemie schlägt ein

Dem Garde-Bäcker ist schon einmal ein Neustart unter der Führung von Karsten Jarick geglückt: bei der Insolvenz im Jahr 2013. Doch der zweite Neubeginn gerät nun ins Stocken. Die Tatsache, dass die Bäckerei so kurz nach ihrem zweiten Insolvenzverfahren 2019 nun wieder in finanzielle Schieflage geraten ist, führt Köster gegenüber dem Weser-Kurier auch auf die Corona-Pandemie zurück: "Keiner konnte zu Beginn des Jahres damit rechnen, dass so etwas passiert und dass es einen Lockdown geben würde. Diese prekäre Situation potenziert sich natürlich noch einmal für alle Unternehmen, die ohnehin schon geschwächt waren."

Eine Situation wie die, in der sich nun die Stadtbäckerei befindet, gebe es derzeit laut Köster insbesondere in den stark von den Auswirkungen des Lockdowns betroffenen Branchen wie etwa der Gastronomie deutschlandweit vermehrt.

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