Attraktion in Hemmoor

Koloss aus dem Kreidesee

11.05.2013

HEMMOOR. Wer schon mehrere Millionen Jahre überstanden hat, den wirft auch eine fast 40-jährige Zwangstrennung nicht um (noch dazu, wenn man rund 500 Kilogramm wiegt). 1974 wurde eine riesige Feuersteinkugel in der Kreidegrube entdeckt, um anschließend in Hannover und Balje ausgestellt zu werden. Vor wenigen Tagen erfolgte die Rückkehr nach Hemmoor - ins „Hemmoorium“. Mit dabei war auch der Mann, der den Koloss damals entdeckte: Prof. Dr. Friedrich Schmid-Wallis (87). Jetzt schloss er seinen Lieblingsstein in die Arme.

Schmid-Wallis war zwischen 1952 und 1987 beim Niedersächsischen Landesamt für Bodenforschung tätig und absolvierte in dieser Zeit als Kreidepaläontologe auch zahlreiche Abstecher nach Hemmoor, wo bis zur Schließung der „Hemmoor-Zement“ in den 80er-Jahren noch Kreide abgebaut wurde.

Der inzwischen entstandene Kreidesee war damals eine trockene Fundgrube für Schmid-Wallis und seine Kollegen. Die meterhohen Kreideschichten waren durchzogen von riesigen Feuersteinsäulen – den sogenannten „Paramoudras“. Einen Teil einer solchen Säule stellt auch die Feuersteinkugel dar, die Schmid-Wallis und sein Team 1974 erst an die Oberfläche und dann nach Hannover beförderten. 1991 kam die Anfrage des neuen „Natureums“, ob man sich vorstellen könnte, das gute Stück als Dauerleihgabe in Balje auszustellen. Konnte man in Hannover – und so war die Entdeckung des Professors über 20 Jahre lang Bestandteil der Sammlung in Balje.

Doch dort passt sie nach der Neugestaltung des Natureums nicht mehr ins Ausstellungskonzept. Das erfuhr auch Prof. Schmid-Wallis, der die Kugel nie vergessen hatte und die Chance sah, sie wieder in die Nähe ihres eigentlichen Fundortes bringen zu lassen. Nach einem kurzen Briefwechsel ging alles sehr schnell: Der Bauhof der Samtgemeinde rückte an, lud den Feuerstein auf einen Transporter und brachte ihn wieder in die Hemmoorer Heimat – ins Hemmoorer Museum „Hemmoorium“. Dort ist er jetzt jeden Sonntagnachmittag während der Öffnungszeiten des Museums zu sehen.

Von Egbert Schröder

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