Nach Aus für Fan-Museum in Cadenberge: Was wird aus der Grönemeyer-Sammlung?
CADENBERGE. Nach dem Aus für das Fan-Museum in Cadenberge überlegt Wolfgang Heß noch, was er mit seiner etwa 1000 Artikel umfassenden Kollektion anstellt.
Ein Fan-Museum zu Ehren des Sängers Herbert Grönemeyer - das war die Vision von Wolfgang Heß für Cadenberge. Weil sich das Grönemeyer-Management querstellt, wird aus diesen Plänen nichts. Was passiert jetzt mit der ungefähr 1000 Fan-Artikel umfassenden Sammlung?
"Wie ein Fremdkörper" fühle sich seine Grönemeyer-Kollektion momentan an, sagt Wolfgang Heß. Ganz klar, der Sammler aus Cadenberge ist fast einen Monat nach der überraschenden Absage des Grönemeyer-Managements noch immer enttäuscht und rätselt weiter: Was waren die Gründe für die Ablehnung? Was spricht gegen ein Fan-Museum?
Manager überbringt Botschaft
Harald Bullerjahn, persönlicher Tourmanager von Herbert Grönemeyer, hatte in einer E-Mail an Heß lediglich "grundsätzliche und rechtliche Gründe" angeführt. "Ich hätte mich gefreut, wenn man mir einen plausiblen Grund genannt hätte, warum das Fan-Museum nicht gewollt ist", sagt der 59-jährige Cadenberger. Ob ein anonymes Schreiben, das das Management von einem Projekt-Kritiker erhalten hat, zur ablehnenden Haltung geführt habe, darüber könne er nur spekulieren.
Heß ist noch in der Überlegungsphase, was er jetzt mit seiner Sammlung - darunter Plakate, Schallplatten, T-Shirts, Tassen, Becher, Aufkleber und Eintrittskarten - machen soll. "Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder bunkere ich die Sachen im Keller oder ich biete sie als Konvolut bei Ebay an", sagt Heß.
Manager ist beeindruckt
Ein weiterer Gedanke ist, die Kollektion dem Grönemeyer-Management zu offerieren. Denn Tourmanager Bullerjahn sei sichtlich beeindruckt gewesen von den zusammengetragenen Devotionalien.
Wolfgang Heß hatte viel Arbeit, Geld und Herzblut in die Planung und Finanzierung des Fan-Museums gesteckt. Auf die zugesagten Fördermittel aus dem EU-Leadertopf, von Landkreis, Samtgemeinde und Gemeinde muss der Cadenberger nun verzichten. Die Schreiben, dass er die Mittel nicht in Anspruch nimmt, sind längst raus. "Alles was zukünftig passiert, passiert ausschließlich auf meine eigenen Kosten", betont der Uhrmachermeister und ehrenamtliche Bürgermeister. Den Gedanken, eine Stahlbauhalle für seine Sammlung zu bauen, hat er demnach noch nicht komplett ad acta gelegt. "Dort könnte ich meine Sachen dann zeigen, aber natürlich nicht öffentlich."
Bereicherung für die Region
Möglicherweise sei er etwas naiv an das Museumsprojekt herangegangen, gibt sich Wolfgang Heß durchaus selbstkritisch. "Es war trotzdem nicht falsch, die Sache voranzutreiben. Ich musste ja der Leader-Region und den anderen Förderern ein fertiges Konzept präsentieren", erklärt Heß. Er ist nach wie vor davon überzeugt, dass das Fan-Museum eine Bereicherung für Cadenberge und die Region gewesen wäre.
Herbert Grönemeyer geht im kommenden Jahr wieder auf Tour. Wird sich Wolfgang Heß das anschauen? Der Cadenberger zögert lange mit der Antwort. Dann sagt er: "Ich habe noch keine Karten."