Traum geplatzt: Pläne für Grönemeyer-Fan-Museum im Kreis Cuxhaven auf Eis gelegt
CADENBERGE. Der Traum vom Grönemeyer-Fan-Museum in Cadenberge ist geplatzt. Vorerst zumindest. Der Initiator ist entsetzt und sprachlos.
Jahrelang hat der der 59-jährige Uhrmachermeister und ehrenamtliche Bürgermeister von Cadenberge für seinen Lebenstraum gekämpft "und nun geht alles den Bach runter". Eigentlich war schon alles unter Dach und Fach: Der Bauantrag für das Museumsgebäude war da, die Finanzierung stand, die Fördergelder waren bewilligt, die rund 1000 Fan-Artikel umfassende Grönemeyer-Sammlung stand zum Umzug bereit - Heß wollte loslegen.
Unbeantwortete Anfragen
Lediglich die Genehmigung von Sänger Herbert Grönemeyer und seinem Management fehlte noch. Nach mehreren unbeantworteten Anfragen kam im Mai Bewegung in die Sache: Harald Bullerjahn, persönlicher Tourmanager von Herbert Grönemeyer, reiste nach Cadenberge, um die Sammlung in Augenschein zu nehmen und sich bei Wolfgang Heß über die Pläne für das Fan-Museum zu informieren. "Das war ein superfreundliches Zusammentreffen", berichtet Wolfgang Heß.
Positiv gestimmt
Insofern war der Sammler nach Bullerjahns Besuch positiv gestimmt. Doch nun kam die überraschende Absage: "Nach eingehender Betrachtung und genauer Abwägung" der Anfrage wolle man "aus grundsätzlichen und rechtlichen Gründen zum derzeitigen Zeitpunkt keine Museumsgründungen unterstützen", heißt es in einer E-Mail von Bullerjahn, die Wolfgang Heß am Montag erreichte. Nähere Gründe für den Rückzieher nannte der Tourmanager nicht.
Viel Arbeit, Geld und Herzblut
Für Wolfgang Heß ist die Absage gleich aus mehreren Gründen ärgerlich: Viel Arbeit, Geld und Herzblut ist in die Planung und Finanzierung des Projekts geflossen. Auf die zugesagten Fördermittel aus dem EU-Leadertopf, von Landkreis, Samtgemeinde und Gemeinde muss der Cadenberger nun verzichten. "Hätte das Management auf eines meiner Schreiben von 2017 oder 2019 reagiert, wäre das nicht passiert", sagt Heß.
Für den Tourismus
Ärgerlich ist die Absage aber auch, weil der Grönemeyer-Fan das Museumsgebäude für Kultur- und Schulprojekte öffnen wollte. Er ist davon überzeugt, dass das Projekt eine Menge für die Region und den Tourismus bewegt hätte. Das sieht Samtgemeindebürgermeister Harald Zahrte ähnlich: "Ich finde es sehr bedauerlich, dass nach den jahrelangen vielen Mühen und Anstrengungen das Projekt nicht zur Durchführung kommen kann."
Heß gibt sich selbstkritisch
Das Museum wäre eine kulturelle Bereicherung für die Samtgemeinde und die Region in vielerelei Hinsicht gewesen, glaubt Zahrte und verweist auf die Erfolgsgeschichte des Rolling-Stones-Fan-Museum in der Stadt Lüchow, das ebenfalls aus einer Privatinitiative entstanden war. Möglicherweise sei er etwas naiv an die Sache herangegangen, gibt sich Wolfgang Heß selbstkritisch. Die jahrelange Nichtreaktion des Grönemeyer-Managements habe er lange Zeit als stille Zusage gewertet.
Und jetzt?
Und was passiert jetzt mit seiner umfangreichen Grönemeyer-Sammlung? "Entweder ich verkaufe alles bei Ebay oder ich baue mir ein ganz persönliches, nicht öffentliches Museum", sagt Heß. Ob Bemühungen von Heß-Unterstützern, das Projekt doch noch zu realisieren und das Grönemeyer-Management zu einem Umdenken zu bewegen, von Erfolg gekrönt sein werden, bleibt abzuwarten.