Nach Verkauf des Fährkrugs in Osten: Das sind die Pläne mit dem Gasthaus
OSTEN. Horst und Gisela Ahlf betrieben mehr als 50 Jahre den Fährkrug an der Schwebefähre in Osten. Inzwischen ist das Gasthaus aber in andere Hände übergegangen.
Es dürfte eines der bekanntesten Gasthäuser im Cuxland sein - und eines der ältesten: der Fährkrug in Osten. Noch heute liegen in der Gaststube die Dielen, die vor über 250 Jahren beim Neubau des Gebäudes verwendet wurden. Horst und Gisela Ahlf betrieben mehr als 50 Jahre das Hotel und Restaurant an der Schwebefähre. Am 15. Oktober 2018 machten sie jedoch Schluss und verkauften an den neuen Eigentümer, Helmut Lührs.
Aus dem damaligen Plan, den Fährkrug nach einigen Um- und Ausbaumaßnahmen schon 2019 wieder zu öffnen, wurde jedoch nichts. Eine fehlende Baugenehmigung, Corona und der Denkmalschutz verlangsamten den Prozess - bis heute. "Aktuell fehlt uns noch der ,grüne Stempel'", so Lührs gegenüber unserem Medienhaus. "Wir befinden uns noch in Verhandlungen und warten auf die Baugenehmigung des Landkreises."
Schwebefähre hoch priorisiert
Ist diese da, soll sich der Fährkrug innerhalb von rund neun Monaten wieder zum beliebten Aushängeschild neben der historischen Fähre entwickeln. "Die Schwebefähre hat eine sehr hohe Priorität im Landkreis. Deswegen möchte die Denkmalschutzbehörde eine harmonische Einheit zwischen Schwebefähre und Fährkrug herstellen", betont Lührs. Dominiert soll das Hotel jedoch nicht werden.
"Die Schwebefähre darf bildlich nicht daneben untergehen." Im Inneren soll sich derweil einiges tun - alles nach neuen, modernen und umweltfreundlichen Standards: vom Dach und den neuen, behindertengerechten WC-Räumen über die insgesamt neun neuen Ferienwohnungen bis zur historischen Gasstätte, die "im alten Stil erhalten bleiben soll, wie auch die Eingangshalle", betont der Bauherr.
Genehmigung vom Landkreis
Bevor dieser jedoch seine Pläne umsetzen kann, könnte es noch einige Zeit dauern. Wann genau er loslegen kann, lasse sich aktuell nicht absehen. Schließlich liege die Entscheidung aktuell beim Landkreis.
Dieser nimmt auf Nachfrage unseres Medienhauses jedoch Lührs selbst in die Pflicht: "Es ist nicht unüblich, dass vom Bauherrn vervollständigende Unterlagen zum Bauantrag nachzureichen sind. Dies ist auch leider in diesem Fall so", lässt der Landkreis über Pressesprecherin Stephanie Bachmann wissen. "Der genehmigenden Behörde ist es grundsätzlich nicht möglich, eine Entscheidung ohne die notwendigen Unterlagen zu treffen. Die Abarbeitung von Bauanträgen würde wesentlich weniger Zeit binden, wenn immer alle vorzulegenden Unterlagen dem Antrag beigefügt wären. Das erneute Auffordern der Bauherren zur Vorlage von Unterlagen verzögert die Entscheidungsfindung leider unnötig."
Bauherr Lührs widerspricht: "Nach unserer Auffassung sind wir dem immer nachgekommen, wenn etwas nachgefordert wurde. Natürlich wäre es schön gewesen, wenn die benötigten Unterlagen direkt angefordert worden wären und nicht erst ein halbes Jahr später." Sind die Formalitäten geklärt, können sich Touristinnen und Touristen schon bald auf einen historischen Ausflug freuen, mitsamt Übernachtung.
Bürgermeister ist glücklich
"Aus Sicht der Gemeinde sind wir natürlich glücklich, dass das Traditionshaus einen neuen Eigentümer gefunden hat", so der Ostener Bürgermeister Carsten Hubert. Der freut sich "vor allem darüber, dass die Urlaubsgäste unserer Region dann wieder die Möglichkeit haben werden, direkt an der Schwebefähre, in diesem traditionsreichen Haus, ihren Urlaub zu verbringen".
Schönes Bild entstehen lassen
Auch die Instandsetzung der historischen Gaststätte mit anschließendem Clubraum begrüßt Hubert. "Das ist schon toll, dass das alles wieder instandgesetzt wird und dort ein schönes Bild entsteht." Schon jetzt gehen laut Lührs Buchungsanfragen ein. Die Menschen in Osten und außerhalb können es wohl kaum erwarten.
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