Einsatzkräfte stürmten mehrere Objekte, unter anderem auch in Freiburg. Foto: Beneke
Blaulicht

Razzia in Freiburg: Verdacht auf Menschenhandel

27.03.2019

FREIBURG. Spezialkräfte der Polizei haben am Mittwochmorgen im Flecken Freiburg (Kreis Stade) zwei Häuser durchsucht. Die Razzien sind Teil länderübergreifender Ermittlungen gegen eine polnische Großfamilie. Der Vorwurf: gewerbsmäßiger Versicherungsbetrug und Menschenhandel.

Sie kamen in als Leihwagen getarnten Mercedes-Kleinbussen und schlugen in voller Montur zu: Am Mittwochmorgen um Punkt 7 Uhr brachen vermummte und schwer bewaffnete Polizisten mit Rammböcken die Eingangstüren zweier Wohnhäuser in Freiburg auf. An der Börne und an der Hauptstraße drangen die Beamten der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit der Bereitschaftspolizei aus Oldenburg und Braunschweig auf diese Weise in die Gebäude ein. Sie durchsuchten die Räume, durchforsteten auch einzelne Möbelstücke. Die Polizisten waren auf der Suche nach Unterlagen, die als Beweisstücke dienen könnten.

Hintergrund sind seit mehreren Monaten laufende Ermittlungen wegen banden- und gewerbsmäßigen Versicherungsbetrugs, Sozialleistungsbetrugs, Urkundenfälschung und Menschenhandel. Das teilte die Sprecherin der Polizeidirektion Itzehoe, Merle Neufeld, mit.

Im Visier: eine polnisch-stämmige Großfamilie, die offenbar auch in Schleswig-Holstein und Hamburg ihre kriminellen Aktivitäten entfaltet hat. Federführend bei den Ermittlungen sind die Bezirkskriminalinspektion Itzehoe und der Kriminalermittlungsdienst Uelzen. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg hatte richterliche Beschlüsse erwirkt, auf deren Grundlage die Polizisten 13 Wohnhäuser in Schleswig-Holstein und Niedersachsen sowie 13 Rechtsanwaltskanzleien im gesamten Bundesgebiet durchsucht haben. Bei den Razzien kamen teilweise auch Polizeihunde und Dokumentenprüfer zum Einsatz. Insgesamt waren mehr als 300 Beamte beteiligt.

Die Polizisten nahmen während der Durchsuchungen vier Männer und eine Frau mit, gegen die bereits Haftbefehle vorlagen. Einer der Gesuchten ging den Beamten in Freiburg ins Netz. Nähere Angaben zu seiner Person wollte Polizeisprecherin Merle Neufeld auf Nachfrage nicht machen. Ein ebenfalls mit den Taten im Zusammenhang stehender Mann befindet sich ihren Angaben zufolge in Untersuchungshaft.

Die Beamten konnten in großem Umfang Unterlagen sicherstellen. Die Festgenommenen mussten sich erkennungsdienstlich behandeln und vernehmen lassen. (bene)

CNV News-Podcast - Hören statt lesen!

Lesen Sie auch...
Rückbau in Brokdorf

Sorge wegen AKW: Hadelns Bürgermeister schreibt Brief an Umweltminister

von Wiebke Kramp | 03.08.2020

KREIS CUXHAVEN. Hadelns Samtgemeindebürgermeister Harald Zahrte hat einen Brief an Schleswig-Holsteins Umweltminister geschrieben. Inhalt: die Sorgen wegen des AKW-Rückbaus in Brokdorf.

Bundesstraße gesperrt

Unfall auf B73: Pkw und Unimog kollidieren in Hechthausen

03.08.2020

HECHTHAUSEN. Ein Unfall zwischen einem Auto und einem Unimog ereignete sich auf der B73 in Hechthausen. Die Bundesstraße wurde komplett gesperrt.

Jubiläum

Ein Jahr Bürgermarkt in Hemmoor: Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit

03.08.2020

HEMMOOR. Der Bürgermarkt in Hemmoor besteht seit mittlerweile einem Jahr. Die Beratung wird gut angenommen. Aber in den Regalen gibt es noch Leerstand.

Im Zentrum

Einsatz in Otterndorf: Frau per Drehleiter aus Wohnung geholt

03.08.2020

OTTERNDORF. Für Aufsehen sorgte ein Einsatz in der Otterndorfer Innenstadt. Eine Straße wurde dafür währenddessen komplett gesperrt.