Wofür wurde das Geld genutzt?

Spenden für Flutopfer: "Cuxland hilft" - auch ein Jahr danach noch

von Denice May | 06.07.2022

OTTERNDORF. Nach dem verheerenden Hochwasser in der Vulkaneifel sammelten die Cuxhavener Nachrichten und die Niederelbe-Zeitung sowie das DRK Cuxhaven/Hadeln Spendengelder. Nun gab es einen Nachschlag.

In der kommenden Woche jährt sich die Jahrhundertflut, die vergangenes Jahr in Teilen Nordrhein-Westfalens und Rheinland-Pfalz, für Schäden in Milliardenhöhe sorgte. Neben dem Ahrtal waren auch andere Eifel-Regionen besonders stark getroffen. Die Cuxhavener Nachrichten und die Niederelbe-Zeitung sowie das DRK Cuxhaven/Hadeln riefen deshalb die Aktion "Cuxland hilft" ins Leben, um Flutopfer zu unterstützen. Ende August konnten bereits 100 000 Euro Spendengelder an den DRK-Kreisverband Vulkaneifel übergeben werden. Was mit diesem Geld geschehen ist, erklärten jetzt DRK-Vertreter aus der Vulkaneifel bei der hiesigen Kreisversammlung.

100 000 Euro wurden bereits Ende August gespendet

In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli vergangenen Jahres zerstörten verheerende Wassermassen Häuser, Bahnstrecken, Straßen, Brücken, Mobilfunkmasten, sowie vielerorts auch die Gas-, Strom- und Wasserversorgung. Neben dem besonders stark betroffenem Ahrtal in Rheinland-Pfalz, hat das Jahrhunderthochwasser auch die Vulkaneifel getroffen. Hunderte Menschen verloren über Nacht ihr Hab und Gut. Und obwohl das Überschwemmungsgebiet mehr als 500 Kilometer vom Kreis Cuxhaven entfernt liegt, haben die Cuxhavener Nachrichten und Niederelbe-Zeitung sowie das DRK Cuxhaven/Hadeln die Spendenaktion "Cuxland hilft" initiiert. Kurz darauf nahm der DRK-Kreisverband Vulkaneifel einen Scheck mit 100 000 Euro entgegen.

Stelle geschaffen und Beratungs-Center eingerichtet

"Vor einem Jahr hat die Jahrhundertflut innerhalb kurzer Zeit das Leben vieler Menschen in der Vulkaneifel massiv verändert. Mit dem Geld konnten wir ein Beratungs- und Servicecenter einrichten und eine Stelle schaffen", erklärt Silke Meyer vom DRK-Vulkaneifel. Sie selbst hat die Projektstelle "Hochwasserhilfe" angetreten und erklärt, welche Aufgaben sie dort täglich bewältigt: "Zum einen haben wir unsere Beratungszeiten ausgebaut und feste Beratungstage in Gerolstein und Jünkerath. Hier können betroffene Bürgerinnen und Bürger Hilfe und Unterstützung bei der Beantragung der Unwetterhilfe erhalten. An 120 Familien wurden insgesamt schon 300 000 Euro ausgezahlt. Außerdem unterstützen wir Betroffene mit einem weiteren Aufbauhilfe-Paket - dem DRK-Finanzhilfepaket II. Diese Soforthilfe finanziert sich aus Spendengeldern des DRK." Neben den festen Beratungsstandorten ist Silke Meyer zudem mit einer mobilen Beratungsstelle unterwegs.

Menschen haben alles verloren

Doch bei den Beratungen gehe es nicht immer nur um bürokratische Dinge, wie Silke Meyer ergänzt: "Man muss sich vorstellen, die Menschen haben alles verloren - ihre Sachen des täglichen Lebens waren von jetzt auf gleich weg. Darüber wollen die Betroffenen reden. Wir hören also auch zu, bieten psychosoziale Stärkung und gucken, wo ihnen geholfen werden kann." Zusammengefasst: Die DRK-Mitarbeiterin berät unter anderem bei der Beantragung von Fördermitteln und sozialrechtlichen Leistungen, vermitteln Ansprechpersonen bei Versicherungen, Behörden oder für eine psychologische Begleitung. Zudem gibt es eine Hilfsmittelausgabestelle.

Nachschlag von 35 000 Euro

"Wichtig ist, dass es eine Personalität für die Menschen gibt. Zukünftig wollen wir unser Angebot ausbauen und gemeinsame Spaziergänge oder Gesprächskreise anbieten. Hier bieten wir Menschen mit seelischen Problemen den Austausch an", so Silke Meyer. Des Weiteren sollen Messpunkte angebracht werden, um Bachpegel messen zu können. Es liege noch viel Arbeit vor ihnen, aber sie seien auch stolz auf das bisher Erreichte. "Es ist überwältigend, dass wir all das durch die Spenden bereitstellen können. Auch die Menschen in der Vulkaneifel sind überwältigt, wenn ich ihnen davon berichte, wo die Spenden her herkommen und wie sie zusammen gekommen sind", berichtet Silke Meyer. Was sie und die anderen Teilnehmer der Kreisversammlung nicht wissen: Es sind weitere Spenden auf das Konto "Cuxland hilft" eingegangen. So konnten die Vertreter der DRK Vulkaneifel Dieter Demouli (stellvertretender Präsident des dortigen Kreisverbandes), Diana Peters (Kreisgeschäftsführerin) und Silke Meyer einen weiteren Scheck über 35 000 Euro entgegennehmen. "Ich bin sprachlos. Das kann doch nicht möglich sein. Ich bin über 50 Jahre dabei - und war selten sprachlos", sagte Dieter Demouli sichtlich gerührt.

Weiteres zur Kreisversammlung

Neben dem überwiegenden Thema "Flut in der Vulkaneifel", standen bei der DRK-Kreisversammlung Präsidiumswahlen an - mit folgender Neubesetzung:

Das Amt des stellvertretenden Präsidenten übernimmt Hans-Werner Beckmann. Sein vorheriges Amt, das des Jugendrotkreuzleiters, übernimmt Selina Spielmann.

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Denice May

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

dmay@cuxonline.de

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