Noch sind etliche Urlauber im Cuxland unterwegs. Aber durch die weitgehende Einstellung des Tourismus-Betriebes wird sich das Bild ändern. Urlaubsgäste werden aufgefordert, nach Hause zu fahren. Foto: Mangels
Coronavirus (Covid-19)

"Super-GAU": Cuxhavener Tourismus-Betriebe schlagen Alarm

von Christian Mangels | 18.03.2020

KREIS CUXHAVEN. Die Corona-Krise hat gravierende Auswirkungen auf die Tourismus-Branche im Cuxland.

Der Wingster Zoo, das Thalassozentrum "ahoi!" in Cuxhaven oder die Spiel- und Spaßscheune in Otterndorf sind nur einige Einrichtungen, die vorerst schließen müssen. Hotels, Gaststätten und Ferienhausvermieter leiden unter Stornierungen und Umsatzeinbußen - das Ostergeschäft fällt höchstwahrscheinlich ins Wasser. Kristian Kamp, Vorsitzender des Dehoga-Stadtverbands Cuxhaven, spricht von einem "Super-Gau".

Die Tage um Ostern sind in der Regel das erste Gäste-Hoch des Jahres. Doch diesmal ist alles anders: "Wir schaffen es kaum, der Stornierungs-Mails Herr zu werden", sagt Ole Fredebohm von der Otterndorfer Ferienhausvermietung Fredebohm-Touristik. Wegen der Coronavirus-Pandemie gebe es viele Absagen. "Es ist eine Katastrophe. Ich hatte schon schlaflose Nächte deswegen," meint Fredebohm. 

Kurzarbeit wird vermutlich eingeführt

Wie groß die Umsatzeinbußen für ihn sein werden, vermag Fredebohm noch nicht zu sagen. Seinen Gästen bietet er aus Kulanz an, ihre Reise kostenfrei umzubuchen.

Auch Kristian Kamp, Vorsitzender des Dehoga-Stadtverbands Cuxhaven, sieht den Tourismus, eine der wichtigsten Säulen der regionalen Wirtschaft, extrem bedroht. Er spricht von einer "epochalen Stunde" und einem "echten Notstand". Der Duhner Hotelier vergleicht die Corona-Krise mit der Havarie eines Öl-Tankers vor der Nordseeküste. "Aber Corona scheint noch schlimmer zu sein", sagt Kamp. Die Gäste-Buchungen würden schon seit einigen Tagen im ganz großen Stil wegschmelzen. "Am Freitag ist der Damm dann komplett gebrochen."

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Erhalt der Arbeitsplätze

Der Erhalt der Arbeitsplätze in der Hotel- und Gaststättenbranche stehe für ihn und seine Kollegen jetzt ganz oben auf der Agenda. Um Kurzarbeit werde man nicht mehr herumkommen. Und: "Das Ostergeschäft fällt aus", ist sich Kamp sicher. Er kann der Situation aber auch etwas Positives abgewinnen: "Die Solidarität ist enorm." Ob Politik, Stadt, Landkreis oder Banken - alle helfen und bemühen sich, gemeinsam die Kurve zu kriegen.

Auch Cuxhavens Kurdirektor Erwin Krewenka ist optimistisch, "dass wir diese schwere Zeit gemeinsam überstehen werden." Auch wenn Hotels vorübergehend schließen und Veranstaltungen abgesagt werden, seien in Cuxhaven durchaus noch Touristen zu sehen, etwa die Zweitwohnungsbesitzer.

Kommt der Tourismus zum Erliegen?

Landrat Kai-Uwe Bielefeld hat eine Allgemeinverfügung zu weitgehenden Beschränkungen im touristischen Bereich vorbereitet, die am Mittwoch (18. März) wirksam werden soll, kündigte Bielefeld an. Sie beinhalte weitreichende Regelungen zur faktischen Einstellung des Tourismus in Stadt und Landkreis Cuxhaven. Zunächst bis Ostern werden dann Buchungen untersagt sein. Die unumgängliche und klare Botschaft an die Gäste laute, so Bielefeld: "Bleiben Sie zu Hause beziehungsweise fahren Sie nach Hause!" Dieser Schritt sei unabdingbar, um die eigene Gesundheitsversorgung aufrecht zu halten.

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Christian Mangels

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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