Ab Mitte Dezember gilt zwischen Cuxhaven und Hamburg das HVV-Ticket: Was das in der Praxis bedeutet oder bedeuten kann, werden Experten am nächsten Montag in Hechthausen erläutern. Foto: Lukas Schulze/dpa
Nahverkehr

Zugverkehr zwischen Cuxhaven und Hamburg: Das ändert sich ab Dezember

27.08.2019

HECHTHAUSEN. Ab Dezember gilt der Tarif des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) im Cuxland. Am kommenden Montag gibt es nähere Infos dazu von Verkehrsexperten aus Hamburg.

Zurzeit sind Bahnreisende zwischen Cuxhaven und Hamburg nicht zu beneiden: Wegen technischer Mängel der Loks fallen jede Menge Zugverbindungen aus. Ob sich diese Situation bis Mitte Dezember geändert hat, wird sich zeigen müssen. Fakt ist ab 15. Dezember aber: Auf der Strecke zwischen Cuxhaven und Hamburg gilt dann der Tarif des Hamburger Verkehrsverbundes. Am kommenden Montag, 2. September, gibt es in Hechthausen auf Initiative der dortigen SPD nähere Infos dazu von Verkehrsexperten aus Hamburg.

Uwe Dubbert ist SPD-Kreistagsabgeordneter aus Hechthausen. Und ihm attestiert man auch über die Parteigrenzen hinweg: Er gilt auf Kommunal- und Kreisebene als einer der hartnäckigsten Politiker, die sich für die Ausweitung des HVV-Tarifs auf der Zugstrecke Cuxhaven-Hamburg engagiert haben - mit Erfolg.

Vorteile für viele Pendler

Besonders im Blick hatten und haben er sowie seine Mitstreiter die vielen Berufspendler, die sich aus Kostengründen lieber in Himmelpforten (Kreis Stade) in den Zug setzen und zur Arbeit (oder zurück) fahren. In Hechthausen und Hemmoor gibt es dagegen keinen HVV-Tarif - noch nicht. So soll ab Dezember aber bis Cuxhaven generell der "HVV-Zeitkartentarif" für Wochen-, Monats- und Jahreskarten gelten. An den Bahnhöfen in Hechthausen und Hemmoor kann man zudem Einzeltickets lösen ("Bartarif"). Außerdem ist noch ein Zeitkartentarif auf der Bahnstrecke bis Sell-stedt im Südkreis vorgesehen.

Experten geben Antworten

Was das im Einzelnen für die Bahnnutzer bedeutet - ob Berufspendler oder Gelegenheitsfahrer - soll am kommenden Montag, 2. September, ab 19 Uhr im Lokal "Ostekrone Asia Ying Bin" in Hechthausen (Marktplatz) erörtert werden. Dann stehen auf Initiative der Hechthausener SPD zwei kompetente Repräsentanten des Hamburger Verkehrsverbundes Rede und Antwort: Carsten Senkbeil (verantwortlich beim HVV für den Bereich der Tarif-Fragen) sowie der Pressesprecher des Unternehmens, Rainer Vohl.

Die Änderung bei den Bahnverbindungen und Tarifen betrifft nicht nur den Kreis Cuxhaven. Mitte Dezember wird auch in den Landkreisen Uelzen, Heidekreis sowie Rotenburg (Wümme) auf verschiedenen Schienenstrecken im Regionalverkehr der HVV-Tarif eingeführt. Dadurch könnten sich die meisten Pendler - so der HVV - in der Metropolregion prinzipiell auf preisgünstigere Wochen-, Monats- und Jahreskarten einstellen. Die entsprechenden Verträge waren vor einem halben Jahr unterzeichnet worden (wir berichteten).

Für den niedersächsischen Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, Bernd Althusmann (CDU), gilt: "Die Ausweitung des HVV-Tarifs auf den gesamten niedersächsischen Teil der Metropolregion Hamburg stärkt den Öffentlichen Personennahverkehr in der Region, ist insbesondere für Pendler aus Niedersachsen attraktiv und bedeutet einen wichtigen Schritt für Identität und Zusammenhalt in der Metropolregion." Was das in der Praxis bedeutet, dürfte vielleicht schon am kommenden Montag, 2. September, bei der Diskussion in Hechthausen klarer werden.

Wer zahlt die Kosten für HVV-Tarif?

Die im Rahmen der Tarifausweitung künftig entstehenden Einnahmeverluste der Eisenbahnunternehmen werden von den beteiligten Landkreisen übernommen, die durch diesen Schritt einen wichtigen Anteil an der Ausweitung haben. Mit Blick auf "die große Bedeutung insbesondere für Pendler" fördert das Land Niedersachsen die Tarifausweitung ab kommenden Jahr mit einem Betrag von 1,4 Millionen Euro pro Jahr, der mit 1,76 Prozent "dynamisiert" - also erhöht - wird. Zusätzlich trägt Hamburg die auf sein Gebiet entfallenden Kosten.

Auch die von den beteiligten Landkreisen zu tragenden einmaligen Umstellungskosten werden von beiden Ländern gefördert. Niedersachsen trägt dabei 70 Prozent der nach Abzug des Hamburger Anteils verbleibenden Kosten.

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