Der Ball klebt dank eines speziellen Harzes an der Hand. Das sorgt bei den Spielerinnen und Spielern für mehr Halt, der Hallenboden leidet jedoch. Foto: Unruh
Der Ball klebt dank eines speziellen Harzes an der Hand. Das sorgt bei den Spielerinnen und Spielern für mehr Halt, der Hallenboden leidet jedoch. Foto: Unruh
Handball

Au, Backe: Eine klebrige Angelegenheit mit dem Handball-Harz im Kreis Cuxhaven

von Jan Unruh | 13.03.2025

Handball-Harz sorgt im Kreis Cuxhaven für Spannungen: Während die meisten Spieler auf die klebrige Substanz schwören, kämpfen Hallenbetreiber mit Rückständen und Verschmutzungen. Eine Lösung ist nicht in Sicht, und der Druck wächst.

Wenn der Altenwalder Tammo Rosenberg den Handball in der Hand hält, klebt dieser quasi an ihm. Der 30-Jährige schmiert sich vorher eine ordentliche Menge Handball-Harz, umgangssprachlich Backe genannt, auf die Handinnenflächen. Erst dann kann es losgehen. Der Ball schmiegt sich förmlich an der Wurfhand an, gibt Rosenberg aber ein ganz anderes Gefühl. "Handball ohne Backe ist ein anderer Sport", sagt er. Die Topspieler in der Bundesliga und bei Weltmeisterschaften nutzen das Haftmittel. Nur dadurch sind Dreher und andere spektakuläre Würfe machbar. Ab der Oberliga ist hierzulande die Benutzung des Haftmittels Pflicht. Beim TSV Altenwalde nutzen Tammo Rosenberg und seine Kollegen auch in der Verbandsliga den klebrigen Harz. Für das Spiel mag das Haftmittel von Vorteil sein, für den Hallenboden ist es das nicht. Der Handball-Harz hinterlässt seine Spuren - und muss aufwendig entfernt werden. In Altenwalde erledigen das die Spielerinnen und Spieler nach den Trainingseinheiten und den Spielen selbst. Denn anders als bei den meisten Bundesligavereinen werden die Sporthallen, in denen hier Handball gespielt wird, auch von anderen Sportlern und Schulen genutzt. Das ist ein Problem.

Im Handball wird seit Jahren die sogenannte Backe benutzt. Nicht nur an den Bällen, sondern auch am Hallenboden ist das deutlich sichtbar. Foto: Unruh

In Altenwalde gab es in jüngster Vergangenheit keine Beschwerden, wie der Sportreferent der Stadt Cuxhaven, Kai Ziemen, berichtet. Doch anderswo im Landkreis Cuxhaven ist das Thema nicht zum ersten Mal aufgeploppt. Aktuell gibt es große Sorgen in Schiffdorf. Der dortige TV ist die mit Abstand beste Handballmannschaft im Kreisgebiet. Die Herren spielen in der 3. Liga. Dort müssen die Spieler Backe nutzen. Doch die Halle leidet zusehends. Der Boden wurde an vielen Stellen bereits ausgebessert. "Die Halle muss nach den Trainings und den Spielen gereinigt werden", sagt Jürgen Schulz, Bereichsleiter Bildung beim Landkreis Cuxhaven. Bisher hat dies eine Firma erledigt, jedoch nicht zur Zufriedenheit des Landkreises. Es häuften sich Beschwerden von umliegenden Schulen, dass die Halle nach den Handballeinheiten stark verschmutzt sei. "Der Boden ist dann stumpf und das ist gefährlich", erklärt Schulz. Eine Lösung muss her. Doch die Zweifel, dass schnell eine gefunden wird, werden größer.

Auch bei einem Ortstermin vor einigen Tagen waren die Rückstände auf dem Hallenboden deutlich sichtbar, wie Landkreis-Mitarbeiter Mirco Finck bestätigte. "Das ist eine ganz, ganz schwierige Situation", sagt er weiter. Denn der Boden in der Schiffdorfer Halle ist noch nicht alt und steht somit längst bisher nicht auf der Sanierungsliste. Doch was ist die Alternative? Das fragten sich auch die Mitglieder des Sportausschusses. Eine Antwort hatten sie nicht parat. Schiffdorf sei ein akuter Fall. In keiner anderen Halle des Landkreises Cuxhaven gebe es solche Probleme. Liegt auch daran, dass in Schiffdorf eine Ausnahmegenehmigung vorliegt für den Gebrauch des Haftmittels. Das soll nach Möglichkeit auch so bleiben, da der Verein eine Ausnahmestellung im Kreisgebiet einnimmt. Doch nicht um jeden Preis. "Wir müssen uns noch weiter Gedanken machen", sagt Kreisrat Friedhelm Ottens und ergänzt: "Und es irgendwie möglich machen, dass dort weiter Handball gespielt werden kann."

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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