Andreas Wolter engagiert sich nicht nur in der Ju-Jutsu-Abteilung von Rot-Weiss Cuxhaven. Foto: Witthohn
Andreas Wolter engagiert sich nicht nur in der Ju-Jutsu-Abteilung von Rot-Weiss Cuxhaven. Foto: Witthohn
Ehrenamtliche

Stärke und Spaß: Cuxhavener Ju-Jutsu-Trainer begleitet Kinder bei ihren Fortschritten

von Herwig V. Witthohn | 07.01.2026

Ob ihn jemals etwas aus der Ruhe bringen kann? In der Sporthalle beim Training mit den Kindern ist der Abteilungsleiter und Trainer Andreas Wolter konzentriert und mit Spaß dabei.

Andreas Wolter wurde am 30. März 1967 in Schwedt/Oder geboren, ging dort zur Schule und arbeitete anschließend in einer Papierfabrik. "Das war zu DDR-Zeiten ein sogenannter 'Volkseigener Betrieb'. Die Fabrik gibt es übrigens heute noch, wenn auch nicht mehr als VEB", schmunzelt Wolter. Als die Wende Form annahm, zog die Mutter nach Bitburg. Andreas Wolter hat nach seiner Lehre fünf Jahre in der Landwirtschaft gearbeitet und Melkanlagen für Kühe repariert.

"Ich sollte dann tatsächlich noch zur NVA eingezogen werden, mein Arbeitsplatz war bereits wegrationalisiert worden. Also habe ich mich entschlossen, in den Westen zu gehen." Andreas Wolter kam in ein niedersächsisches Auffanglager, kam nach Sahlenburg. Das war im Januar 1990. "Schon zwei Tage später habe ich bei der Firma Techen&Steffens angefangen zu arbeiten, heute bin ich bereits seit 31 Jahren bei NPorts. Nachdem ich dort zunächst als Schlosser gearbeitet habe, bin ich bereits seit vielen Jahren als Schleusenwärter tätig. Jeder kennt in Cuxhaven die Klappbrücke. Ich bin derjenige, der sie hoch- und runterfährt."

Andreas Wolter ruht in sich. Der geschiedene Vater zweier Kinder war schon in der damaligen DDR sportlich sehr aktiv. "Judo, Boxen, Ringen - ich habe vieles ausprobiert, was nichts mit einem Ball zu tun hatte", lacht der heutige Abteilungsleiter Ju-Jutsu von Rot-Weiss Cuxhaven.  "Mit 16 Jahren habe ich mit dem Motorradsport angefangen, war Kreis- und Bezirksmeister, und als ich auf dem Weg zur höchsten Stufe war, brach die DDR zusammen."

Sechs Jahre lang ging er keiner Sportart nach. Ein Freund nahm ihn dann mit zum Ju-Jutsu. Das war 1997. "30 Jahre alt und keinen Gurt - eine echte Herausforderung. Doch die habe ich liebend gerne angenommen." Und wie! Den ersten Trainerschein legte Andreas Wolter 2011 ab, war damit Trainer C-Lizenz Breiten- und Leistungssport. 2017 folgte der B-Trainerschein "Gewaltprävention". 

Bei Rot-Weiss Cuxhaven ist Andreas Wolter seit 2005 als Trainer im Einsatz. Den Schwarzgurt erwarb er 2002 und am 31. Mai 2025 sicherte er sich den 5. Dan.

Er ist der aktuell wohl erfolgreichste Cuxhavener Trainer, wenn man nach Titeln geht. Seine Schützlinge holten zwei deutsche Vizemeister-Titel nach Cuxhaven, mehrere Bronzemedaillen bei deutschen Meisterschaften, mehrere norddeutsche Titel und zahlreiche Landesmeistertitel. Dazu kommen ein Vize-Titel bei einer Europameisterschaft und eine Bronzemedaille bei einer Weltmeisterschaft.

Seit 2010 ist Andreas Wolter Abteilungsleiter Ju-Jutsu bei Rot-Weiss Cuxhaven, seit 2015 gehört er dem Vorstand an. Er ist Schriftführer und Kinderschutzbeauftragter. "Seit 20 Jahren bin ich nun Coach für das Kindertraining bei Rot-Weiss Ju-Jutsu. Ich trainiere die Kinder von fünf bis 16 Jahren, danach wechseln diese zu den Erwachsenen. Und ich bin immer noch motiviert, habe richtig Lust darauf, die Kinder bei ihren Fortschritten zu begleiten, sie ein Stück ihres Lebens sportlich voranzubringen. Nur eine Handvoll Kinder halten bis zum Erwachsenenalter bis zum Schwarzgurt durch. Trotzdem ist es schön, zu sehen, wie die Kinder beim Training ihren Spaß haben." Er selbst findet beim Ju-Jutsu Entspannung, baut Stress ab. "Doch ohne die Unterstützung meiner Partnerin Daniela ginge das alles nicht. Sie hält mir den Rücken frei!" Andreas Wolter hat im Jiu-Jitsu den braunen Gurt, im Judo den orangen Gurt und im brasilianischen Jiu-Jitsu zwei Anfängerstreifen. "Sport ist ein fester Bestandteil meines Lebens geworden und ich freue mich, bei Rot-Weiss Cuxhaven gut aufgehoben zu sein. Ein toller Verein mit einem guten Zusammenhalt!"

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