Der Verlust eines Urgesteins: Wilfried Tiedemann hat Spuren hinterlassen
Wilfried Tiedemann prägte den TuS Eiche Stinstedt mit unermüdlichem Engagement. Vom Bau des Sportplatzes bis zur persönlichen "Weltumrundung" im Fahrradsattel hinterlässt er eine unvergessliche Spur in Verein und Gemeinde. Ein Nachruf.
Beim 100-jährigen Jubiläum "seines" Vereins im Sommer vergangenen Jahres hat er noch aktiv mitgewirkt. Dieser runde Geburtstag des TuS Eiche Stinstedt war auch für Wilfried Tiedemann ein ganz besonderes Ereignis. Vor wenigen Tagen ist der Ehrenvorsitzende des Vereins im Alter von 79 Jahren verstorben.
Wilfried Tiedemann und der TuS Eiche Stinstedt gehörten seit vielen Jahren ganz fest zusammen. Er war ein Urgestein des Ortes, aber besonders des Sportvereins. Über 40 Jahre war er Vorsitzender des TuS Eiche Stinstedt. Im Herbst 2021 übergab er den Posten an seine Nachfolgerin Johanna Kröncke. Dem Verein blieb er aber auch ohne das Amt des Vorsitzenden treu. Auf seiner täglichen Fahrradrunde durfte ein kleiner Zwischenstopp am Sportplatz oder an der dorfeigenen Turnhalle nicht fehlen. Tiedemann war sehr stolz auf das, was in dem kleinen Örtchen in der Börde in den vergangenen Jahren entstanden ist. Das hat der Verein auch ganz besonders ihm zu verdanken. Vor allem in seiner Amtszeit ab dem Jahr 1980 entstanden prägende bauliche Veränderungen, die den Verein betrafen. Im Jahr seines Amtsantritts wurde mit dem Bau des neuen Sportplatzes begonnen, der zwei Jahre später eingeweiht wurde. Etwas mehr als zehn Jahre später folgte eine neue Dorfsportanlage mit kleiner Halle, weitere zehn Jahre später wurde durch eine Erweiterung aus der kleinen eine große Sporthalle. Im Jahr 2011 stand dann auch noch ein neues "Sporthuus" am Sportplatz. Und auch sportlich hat sich der Verein mit Tiedemann an der Spitze weiterentwickelt. Wilfried Tiedemann war mit Leib und Seele für den TuS Eiche Stinstedt im Einsatz, opferte jede freie Minute. "Der Sportplatz ist mein zweites Zuhause", sagte er vor nicht allzu langer Zeit.
Am wohlsten fühlt er sich aber auf seinem Grundstück in der Ortsmitte - direkt an einem idyllischen Löschteich gelegen. Hier hat er zuvor jahrelang seinen Beruf als Landwirt ausgeübt. Mit großer Leidenschaft. Mit 65 Jahren ist er dann in den Ruhestand getreten. Einen Hofnachfolger aus der Familie gab es nicht. Die Ländereien und den Stall hat er verpachtet, im angrenzenden Haus blieb er wohnen. Mit dem Eintritt in den Ruhestand hat Tiedemann eine neue Leidenschaft gefunden - das Fahrradfahren. Jeden Tag drehte er seine Runden durch die Börde. Er sammelte immer mehr Kilometer - und steckte sich selbst weitere Ziele. Eines war die "Weltumrundung". Dafür wollte er insgesamt 42.500 Kilometer schaffen. Das hat er vor etwas mehr als einem Jahr geschafft. Nicht am Stück und auch nicht im Rahmen einer großen Welttour, sondern in den davorliegenden knapp zwölf Jahren. Für ihn war es seine ganz persönliche Weltumrundung, rein kilometertechnisch. Wilfried Tiedemann war ein umtriebiger und vor allem hilfsbereiter Mensch, der nicht nur in Stinstedt und beim TuS Eiche eine große Lücke hinterlässt.