Dreimal in die Triple-20: Nach dieser Höchstpunktzahl strebt jeder Dartsspieler. Auch in den Freizeitligen in Cuxhaven wird regelmäßig auf der E-Dart-Scheibe das Maximum geworfen. Foto: Unruh
Dreimal in die Triple-20: Nach dieser Höchstpunktzahl strebt jeder Dartsspieler. Auch in den Freizeitligen in Cuxhaven wird regelmäßig auf der E-Dart-Scheibe das Maximum geworfen. Foto: Unruh
Darts

Vom Kneipensport zum Trendsport: Darts auch in Cuxhaven auf dem Vormarsch

von Jan Unruh | 07.01.2026

Der Dartsport erobert das Cuxland: Immer mehr Vereine entstehen - sowohl beim Steel- als auch beim E-Darts. Die Cuxhavener Dart-Sportliga spürt den Trend auch. Im Mittelpunkt stehen Gemeinschaft und Präzision - und die Leidenschaft für das Spiel.

Die Weltmeisterschaft in London hallt noch nach. Das Dartsfieber hat sich mittlerweile auf fast die gesamte Welt ausgebreitet - auch im Cuxland. Immer mehr Dartsvereine und -abteilungen sprießen aus dem Boden. Viele von ihnen werfen mit den sogenannten Steeldarts auf eine Korkscheibe - so wie die Profis im Ally Pally, dem berühmten Austragungsort der Darts-WM in London. Doch der Großteil aller Dartsspieler in der Region steht vor elektronischen Scheiben und wirft mit Plastikspitzen. "Noch wird mehr E-Darts gespielt, Steeldarts ist aber auf dem Vormarsch", sagt Gerd Sepcke. Er organisiert als Ligasekretär zusammen mit Sven Heitmann die Cuxhavener Dart-Sportliga. Dachverband der Liga ist der Deutsche Sportautomatenverbund (DSAB). Dieser Liga in Cuxhaven gehören 24 Teams mit fast 200 Spielerinnen und Spielern an. Tendenz steigend. Auch dank der medialen Aufmerksamkeit des Dartssports während der WM. "Im letzten und vorletzten Jahr gab es einen kleinen Run", sagt Heitmann. Auch viele jüngere Akteure haben den Weg zum E-Darts gefunden. Gespielt wird größtenteils in Kneipen und Vereinsheimen. Jede Mannschaft hat ihren eigenen Heimspielort. Einmal wöchentlich finden Ligaspiele statt - meist am Freitag oder Sonnabend. Viele der hiesigen E-Darter waren schon vor dem großen Darts-Hype aktiv. "Früher gab es keine Alternative zum E-Darts", sagt Sepcke. Auch viele der E-Darter nehmen die Steeldarts in die Hand - und umgekehrt. "Beim E-Darts muss man auch nicht so gut rechnen können", sagt Sven Heitmann mit einem Schmunzeln. Letztlich unterscheiden sich die beiden Formen des Dartssports aber nur marginal. Genau wie die Form und Art der Pfeile. "Entscheidend ist der Werfer. Der wirft das Ergebnis", sagt Heitmann. Zu 90 Prozent sei es ohnehin Kopfsache, ob der Spieler aus einer Entfernung von 2,37 Metern das anvisierte Ziel trifft oder nicht. 

Gerd Sepcke und Sven Heitmann organisieren seit einigen Jahren gemeinsam als Ligasekretäre die Cuxhavener Dart-Sportliga. Foto: Unruh

Die Cuxhavener Dart-Sportliga ist in insgesamt drei Ligen aufgeteilt - je nach Leistungsniveau. In der A-Liga spielen die besten Dart-Teams und in der C-Liga würden die Neulinge beginnen. Ein Konzept, das sich seit Jahren bewährt hat. Sven Heitmann spielt in der höchsten Liga mit, Gerd Sepcke kämpft mit seiner Mannschaft in der B-Liga um den Abstieg, der wohl kaum noch zu verhindern ist. Doch auch das ist kein Grund zur Trauer. In der Cuxhavener Dart-Sportliga stehen Gemeinschaft und Zusammenhalt im Mittelpunkt, gepaart mit dem nötigen Ehrgeiz. "Wir kennen uns alle seit Jahren", sagt Sepcke. Der 61-Jährige hat erst vor knapp zehn Jahren mit dem Sport angefangen. Sven Heitmann ist schon ein paar Jahre länger dabei. Beide investieren viel Zeit in ihr Hobby. Zu Beginn der Corona-Pandemie haben sie gemeinsam das Amt der Ligasekretäre übernommen, das vorher jahrelang von Roland Cordts ausgeübt worden war. Sie haben Freude an ihrer Aufgabe - auch wenn sie manchmal mit Stress verbunden ist. Denn Sepcke und Heitmann kümmern sich um den reibungslosen Verlauf der Spielzeiten. Zwei Saisons tragen die Darter in einem Jahr aus. Fast jedes Wochenende sind Spiele angesetzt. Zudem wird eifrig in den Kneipen, Vereinsheimen und an der eigenen Scheibe zu Hause trainiert. Denn im Darts sind Konzentration und Präzision gefordert. Damit nicht nur auf der großen WM-Bühne, sondern auch an den vielen Darts-Automaten in Cuxhaven die Pfeile möglichst oft in die Triple-20 fliegen. 

Doch bei all dem Hype um den Sport, haben die E-Darter vor allem mit einem zu kämpfen: dem Kneipensterben. "Vor Corona hatten wir doppelt so viele Kneipen mit Darts-Automaten", sagt Sven Heitmann. Mittlerweile verteilen sich die 24 Teams auf immer weniger Lokalitäten. Zuletzt machte das "Nautiko" dicht - eine langjährige Institution in Cuxhaven. Ob die Kneipe in der Innenstadt wieder eröffnet, ist laut der Darter ungewiss. "Natürlich ist das für uns bedrohlich", sagt Heitmann. Dennoch haben alle 24 Teams eine Heimspielstätte. Und es wäre auch Platz für weitere Mannschaften. Dafür sorgen die beiden Ligasekretäre der Cuxhavener Dart-Sportliga schon. 

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Jan Unruh

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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